Zwischenstopp am Brucker Hochanger

Überschreitung des Brucker Hochangers, von Pernegg nach Bruck an der Mur, teilweise steile Waldpfade und wunderschönes Gipfel-Panorama.

An unsere nächste gemeinsame Tour haben Martin und ich neben den üblichen 🙂 noch folgende Anforderungen:

Unser Wander-Ziel soll an der Bahnstrecke von Wien nach Klagenfurt liegen, weil Martin nachher nach Klagenfurt weiter möchte. Und wir brauchen einen Bahnhof mit Schließfächern, weil Martins Laptop nicht mitwandern soll. Da ist die Auswahl auf der Strecke sehr beschränkt: Nur auf Bruck an der Mur trifft alles zu.

Wir einigen uns darauf, unseren Zwischenstopp auf den Brucker Hochanger zu verlegen und ihn von Pernegg nach Bruck an der Mur zu überschreiten.

Anreise

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Von Pernegg auf den Hochanger

In Pernegg steigen wir aus dem Zug und verlassen den Bahnhof. Wir folgen dem Zentralalpenweg 02, überqueren die Mur und wandern Richtung Zlatten durch Kirchdorf, an einer hübschen Kirche, die etwas oberhalb der Straße steht, vorbei. Der Weg leitet uns durch eine Straßenunterführung und über eine Wiese zum sogenannten Ausleitungskanal, der zum großen Murkraftwerk in Pernegg gehört. Wir überqueren den Kanal und gehen flußaufwärts an ihm entlang bis zu einer kleinen Brücke, die uns wieder zurück ans andere Ufer führt.

Wanderbeginn beim Bahnhof Pernegg
Wanderbeginn beim Bahnhof Pernegg, weiter auf der Straße durch Kirchdorf bis zum Kanal, Foto Veronika Schöll
Brücke über den Ausleitungskanal Murkraftwerk
Nach der Brücke über den Ausleitungskanal geht es nach links weiter am Ufer des Kanals bis zu einer weiteren kleinen Brücke. Foto Veronika Schöll

Nach der Überquerung der kleinen Brücke entdecken wir gelbe Wanderpfeile mit den Hinweisen Hochanger und Eisenpass. Ganz kurz bleiben wir noch auf dem Zentralalpenweg 02, der auf einer schmalen Asphaltstraße zum Eisenpass führt. Dort wollen wir aber nicht hin. Wir biegen bei der ersten Holzbrücke über den Zlattenbach nach rechts ab und gehen auf dem Wanderweg 10 weiter.

Der zuerst unmarkierte Weg durch ein Gehöft und hinauf in den Wald, kreuzt dann immer wieder eine Forststraße. Wir müssen gut darauf achten, den später wieder rot markierten Waldsteig nach den zahlreichen Querungen nicht zu verlieren.

Blick nach Pernegg
Blick zurück zum Ausgangspunkt in Pernegg und steiler Weg nach oben. Foto Veronika Schöll

Der Weg wird zunehmend steiler und klettert durch stark bewirtschafteten Wald und Almwiesen hinauf zur Jagdhütte Maxalm und später zur Angereralm.

Wir drehen uns öfters um und lassen unseren Blick über die umliegende Bergwelt schweifen. Als erstes fällt uns die Veitsch auf. Dann erkennen wir Hochlantsch und Schöckl. Tief unten im Murtal entdecken wir unseren Ausgangsort Pernegg.

Richtig steil geht es zum Endspurt hinauf auf die Gipfelwiese des Hochangers. Hier ist der Schnee noch nicht weggeschmolzen. Gut, dass wir für den Abstieg nach Bruck an der Mur Grödel im Rucksack haben.

Aufstieg zum Gipfel Hochanger
Aufstieg zum Gipfel des Hochangers. Foto Martin Heppner

Gipfelraten am Hochanger

Beim hübschen Gipfelkreuz des Hochangers machen wir Pause. Während wir jausnen, bewundern wir das beeindruckende Panorama und spielen Gipfelraten. Erst als wir beide unsere Tipps geäußert haben, wird die Gipfel-App eingeschaltet. Wir waren gut!

Gipfelkreuz Brucker Hochanger
Gipfelkreuz am Brucker Hochanger, rechts der Hochlantsch, Foto Martin Heppner

Zu sehen sind neben Hochlantsch und Schöckl schon in Graubraun noch in winterlichem Schneeweiß: Rax, Schneealpe, Veitsch, Hochschwab, Ebenstein, Trenchtling, TAC Spitze, Eisenerzer Reichenstein und Gößeck aufgefädelt wie auf einer Perlenschnur.

Einfach nur schön.

Gipfelwiese Hochanger Panorama
Hochanger Panorama mit Gipfelperlenkette. Foto Martin Heppner

Abstieg nach Bruck an der Mur

Am Hochangerschutzhaus vorbei, das ohne coronabedingte Sperre auch im Winter geöffnet wäre, gehen wir ein Stück auf einer ziemlich vereisten Forststraße Richtung Bruck an der Mur bis links der Herrensteig mit dem gleichen Ziel abzweigt. Den nehmen wir.

Nach kurzer Zeit wird aus braunem Waldboden ein rutschige Eispiste und wir legen lieber doch unsere Grödel an. Das war eine gute Entscheidung. Der Herrensteig führt steil durch den Wald hinab ins Weitental. Vorbei am Naturschutzzentrum Bruck an der Mur gehen wir dann das Tal über eine kleine Straße hinaus Richtung Stadt.

Durch die Brucker Verkehrshölle zum Bahnhof

Das letzte Stück unserer Tour ist nicht mehr so schön, dafür aber staubig und laut, wir nehmen das aber einfach in Kauf. Augen zu (lieber nicht sprichwörtlich, wenn man überleben will) und durch. Auf der Straße bleibend, die aus dem Weitental und unter der Semmering Schnellstraße und der Südbahn durchführt, gelangen wir zu einem riesigen Kreisverkehr. Den können wir nur mittels Radunterführung passieren. Auf der Wiener Straße überqueren wir die Mur, kommen an den historischen Gebäuden der Voest und dem Brucker Schlossberg vorbei und schließlich zum Bahnhof.

Unter der Semmering Schnellstraße
Unter der Semmering Schnellstraße. Foto Martin Heppner
Bruck an der Mur - Murbrücke
Bruck an der Mur – Murbrücke. Foto Veronika Schöll

Bis zur Abfahrt unserer Züge vertrödeln wir die Zeit damit, Kohlehydrate nachzufüllen und Lotto zu spielen. Dann fährt Martin nach dieser „Reiseunterbrechung“ 🙂 Richtung Südwesten nach Klagenfurt weiter und ich Richtung Nordosten nach Wien zurück.

Edit: Reich sind wir auch ohne Lottogewinn. Reich an wunderschönen Tagen wie dieser. Reicher als reich wäre aber auch nicht so schlecht.

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Tourdaten

Die Route in Zahlen: Gehzeit 6h  800HM  800HM  15km  GPX Track

Diese Tour kann mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Bruck an der Mur, Graz, Klagenfurt, Leoben, Mürzzuschlag, Wien und Wiener Neustadt erreicht werden.