Sandl, Schritt für Schritt auf Granit

Maltschbach, Sandl. Foto Veronika Schöll

Erkundungen in Sandl im nördlichsten Mühlviertel: Rosenhofteiche, Gstettner Winkl Kapelle, Maltschbachtal, Plochwald, Edelbauerfelsen und Silbersee stehen auf dem Programm.

Vom Linzer Hauptbahnhof geht es für mich zuerst mit dem Bus nach Freistadt. Das mittelalterliche Freistadt ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Ich steige hier nur um in den Bus nach Sandl, genau genommen Sandl-Kohlstatt.

Verbindungen mit Bahn und Bus von Wiener Neustadt

Wir empfehlen von Wiener Neustadt diese Verbindungen für die Hin- und Rückfahrten zur Tour:

Di. 23. Jul. 2024

Wiener Neustadt Hauptbahnhof
Sandl Kohlstatt
Sandl Pendlerparkplatz
Sandl Pendlerparkplatz
Sandl Pendlerparkplatz
Sandl Pendlerparkplatz

Mi. 24. Jul. 2024

Wiener Neustadt Hauptbahnhof
Sandl Kohlstatt
Sandl Pendlerparkplatz
Sandl Pendlerparkplatz
Sandl Pendlerparkplatz
Sandl Pendlerparkplatz

Do. 25. Jul. 2024

Wiener Neustadt Hauptbahnhof
Sandl Kohlstatt
Sandl Pendlerparkplatz
Sandl Pendlerparkplatz
Sandl Pendlerparkplatz
Sandl Pendlerparkplatz

Fr. 26. Jul. 2024

Wiener Neustadt Hauptbahnhof
Sandl Kohlstatt
Sandl Pendlerparkplatz
Sandl Pendlerparkplatz
Sandl Pendlerparkplatz
Sandl Pendlerparkplatz

Sa. 27. Jul. 2024

Wiener Neustadt Hauptbahnhof
Sandl Kohlstatt
Sandl Pendlerparkplatz
Sandl Pendlerparkplatz

So. 28. Jul. 2024

Wiener Neustadt Hauptbahnhof
Sandl Kohlstatt
Sandl Pendlerparkplatz
Sandl Pendlerparkplatz

Mo. 29. Jul. 2024

Wiener Neustadt Hauptbahnhof
Sandl Kohlstatt
Sandl Pendlerparkplatz
Sandl Pendlerparkplatz
Sandl Pendlerparkplatz
Sandl Pendlerparkplatz
Sandl Pendlerparkplatz
Sandl Pendlerparkplatz
Sandl Pendlerparkplatz
Sandl Pendlerparkplatz
Lizenzhinweise

Anreise nach Sandl-Kohlstatt. Fotos Veronika Schöll

Abstecher zu den Rosenhofteichen

Oberhalb der Busstation finde ich einen Schilderbaum mit einigen Wegweisern. Statt wie geplant gleich Richtung Maltschbachtal zu wandern, beschließe ich, eine Abstecher zu den Rosenhofteichen zu machen. Badewetter ist heute zwar keines und Baden fürs „Fußvolk“ sowieso nicht erlaubt, ich bin aber neugierig. Wenn du das nicht bist, kannst du die Schleife zu den Teichen ruhig auslassen, spart fünf Kilometer. Höhenmeter gibt es ja nicht viele zu überwinden, ich pendle zwischen 900 und 1050m.

Abzweigung zu den Rosenhofteichen. Foto Veronika Schöll
Abzweigung zu den Rosenhofteichen. Foto Veronika Schöll

Es nieselt zwar den ganzen Tag, Nebelschwaden ziehen durch die Wälder und die Sonne lässt sich nicht blicken. Aber irgendwie passt es für mich heute auch so gut.

Rosenhofteich. Foto Veronika Schöll
Rosenhofteich. Foto Veronika Schöll

Über Forststraßen – nicht markiert – gelange ich zum ursprünglich geplanten Wanderweg zurück. Ich komme an einer hübschen Kapelle mit gefasster Quelle vorbei.

Die erste Hälfte dieser Wanderung führt über Forststraßen, wer das nicht mag, für den ist das sicher eine Geduldsprobe. Ich erfreue mich an den vielen Kleinigkeiten am Weg, an den herrlichen Grüntönen des Waldes, lasse meine Gedanken fliegen und schreite zügig dahin.

Gstettner Winkl Kapelle. Foto Veronika Schöll
Gstettner Winkl Kapelle. Foto Veronika Schöll

Maltschbachtal

Die Forststraße führt entlang des Maltschbachs. Lange Zeit bleibt er im Wald verborgen. An einer Brücke jedoch kann ich einen Blick auf den zauberhaften Mikrokosmos rund um das Bächlein werfen.

Zauberhafter Maltschbach. Fotos Veronika Schöll

Der Wanderweg macht nun einen weiten Bogen und führt wieder Richtung Sandl zurück. Kleine Wunder am Weg faszinieren meine Sinne. Wie die Regentropfen, die wie Perlen aufgefädelt an Gräsern und Spinnweben glitzern. Allerdings werden davon auch meine Schuhe nass. Ich tröste mich mit Him-, Brom- und Heidelbeeren, ist genug da zum Abräumen und in sich Hineinstopfen 🙂

Regentropfenmagie. Foto Veronika Schöll

Plochwald und Edelbauerfelsen

Durch den Plochwald geht es nun weiter, zwischen moosigen Granitfindlingen und üppigem Grün. Ich nehme den Abzweiger zum Edelbauerfelsen.

Plochwald. Foto Veronika Schöll

Der Edelbauerfelsen besteht aus vielen, übereinander geschichteten Granitblöcken. Ein mystisch-schöner Ort. Leider etwas störend: das große Verbotsschild. Für neugierige Nasen wie mich gibt es aber auf der Rückseite des Felsens einen kurzen Klettersteig. Den kleinen Spaß lasse ich mir nicht entgehen und so gelange ich über ein paar Steigbügel und eine Treppe aufs Plateau des Felsens.

Edelbauerfelsen unten. Foto Veronika Schöll
Edelbauerfelsen unten. Foto Veronika Schöll
Edelbauerfelsen oben. Foto Veronika Schöll
Edelbauerfelsen oben. Foto Veronika Schöll

Hier und auf den mit schwarzweiß gesprenkelten Steinen übersäten Forststraßen kann man genau erkennen, wo man sich befindet: In einem der drei Hauptnaturräume Österreichs, dem Granit- und Gneißhochland. Das Mühlviertel gehört zur Gänze dieser Naturlandschaft an. Auch das Waldviertel ist ein Teil davon, hier besonders beeindruckend: Die Blockheide.

Der Nebel wird dichter und die Landschaft geheimnisvoller. Das gefällt mir. Ich komme bei einer weiteren gefassten Quelle vorbei, der Granittrog ist gebrochen, der ist sicher sehr alt.

Mystische Stimmung im Lukawald. Fotos Veronika Schöll

Wieder zurück auf einer Forststraße, die zum Silbersee Steinbruch führt. Auch hier ist das Betreten oder Schwimmen „allerstrengstens“ verboten. Zur Betonung der Ernsthaftigkeit dieses Verbots ist das ganze Areal mit Maschendraht umwickelt. Fotos muss man durch die Drahtschlingen machen. Allerdings verraten kleine Waldpfade, die bis an die Geländekante führen, dass nicht alle sich an Verbote halten.

Silbersee. Foto Veronika Schöll
Silbersee. Foto Veronika Schöll

Zurück nach Sandl

Langsam macht sich größerer Hunger bemerkbar und durch die Siedlung Hundsberg und vorbei an der Sandler Sternwarte gelange ich wieder nach Sandl. Downtown ist nix los. Regnet ja noch immer. Einen einzigen Passanten treffe ich genau vor einem Wirtshaus. „Ja, ist gut!“ beantwortet er meine Frage nach der Qualität des Essens kurz und knapp. Ich betrete die große Stube des Gasthofs Fleischbauer und werde gleich aufs freundlichste begrüßt.

Beim Anblick der Speiskarte fällt mir wieder ein, warum der Ort Sandl in meinem Unterbewusstsein verankert ist. Meine Eltern waren hier, in diesem Gasthof. Am Nordkamm-Weitwanderweg unterwegs, vom Dreisesselberg entlang der tschechischen Grenze erreichten sie hungrig Sandl und den Gasthof Fleischbauer. Mein Papa war so begeistert vom Schweinsbraten, dass er den wanderfreien Nachmittag damit verbrachte, während des Kartenspielens drei Portionen davon zu verputzen. Und so wohlgestärkt am nächsten Tag ins Waldviertel weiter ziehen zu können.

Auch ich werde nicht enttäuscht, ich suche mir ein tschechisches Gericht namens Katuv Sleh aus, dazu mundet ein in Sandl gebrautes Bier ausgezeichnet. Das zweite trinke ich aber nicht ganz aus. Womöglich finde ich die Busstation dann nicht mehr.

Eigentlich ist die aber nicht zu übersehen, gleich bei der Kirche.

Granit-Kunst in Hundsberg. Foto Veronika Schöll
Granit-Kunst in Hundsberg. Foto Veronika Schöll

Die Chefin des Gasthofs Fleischbauer ist zugleich Obfrau des Vereins für Tourismus und Dorfentwicklung in Sandl. Sehr nett. Sie überreicht mir die gerade ganz neu aufgelegte Wanderkarte des hübschen Orts – es gibt hier noch einiges, wie zum Beispiel ein Hinterglasmalerei-Museum oder einen der verschiedenen Themenwege für Groß und Klein zu entdecken. Hol dir einfach die Wanderkarte im Bürgerservice des Gemeindeamtes, im Info-Point am Gemeindevorplatz, bei den Sandler Wirten, bei der Raiffeisenbank Sandl und im SPAR Kaufhaus Sandl.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   7:00 Std Wandern   500 HM   500 HM   25 km   GPX Track

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