Tag & Nacht an der Donau

Mein Vater hat einen großen Anteil daran, dass ich heute der wanderbegeisterte Mensch bin, der ich heute bin. Der Wiener Wallfahrerweg im Jahre 2012 entstammte seiner Idee und diese Reise änderte mit einem Schlag mein Leben und meine Perspektiven. Und so traten wir fast in jedem Jahr einen neuen Mariazellerweg an, mit dem Ziel, alle sieben Weitwanderwege zu schaffen.

Im Jahr 2020 war uns dies aus mehreren Gründen leider nicht möglich gewesen. Doch ein Jahr ohne gemeinsame Tour durfte auch nicht vergehen. Und so hatte mein Vater, selbst Radreiseleiter und Wanderer, erneut eine richtig gute Idee. Er schlug eine etwas längere Tour vor, die uns auch in die Nacht hinein begleiten sollte. Und so kam unser Rundwanderweg von Stockerau über die Nordseite der Donau bis nach Tulln und an der Südbucht wieder zurück zustande.

Dabei sollten wir an diesem Abend beziehungsweise in dieser Nacht auch das Glück haben, den Vollmond in seiner Pracht zu genießen, denn diese Tour war auch darauf ausgelegt, dass wir am Rückweg in die Nacht marschieren sollten zwecks Erlebnis und Abenteuer.

Anreise

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Start der Tour in Stockerau

Vom Bahnhof Stockerau begeben wir uns auf den Südausgang neben der großen Parkgarage und wandern rechts entlang des Donauländen-Ufernwegs bis zum Kreisverkehr. Danach finden wir mit dem Jakobsweg Weinviertel beziehungsweise dem Alternativweg des großen Tullnerfelder Rundwanderwegs gleich zwei tolle Anhaltspunkte, wo wir uns orientieren können. Sprich, wir folgen einstweilen genau diesen Wegweisern. So kommen wir am Spitzgarten und der Sportstätte in der alten Au vorbei und übersetzen dabei den Göllersbach. Weiter geht der Weg bis zum Verkehrsknoten Stockerau, welchen wir untersetzen und dem Weg bis kurz vor Unterzögersdorf folgen. Hier folgt der Weg aber dann um den Ort herum, sodass wir am Tumulus Hügel vorbeikommen und nach einem Marsch durch das schöne Wagramgebiet nach Oberzögersdorf gelangen.

Danach führt der Weg näher an den Nordrand der Donauauen vorbei und leitet uns danach direkt nach Schmida, wo davor ein gemütlicher Rastplatz auf uns wartet. In Schmida angekommen, wartet eine schöne Kirche sowie das gleichnamige Schloss auf den fleißigen Wanderer. Im Anschluss marschieren wir, mit herrlicher Aussicht auf das naheliegende Tullnerfeld, in das kleine verträumte Örtchen Zaina. Kurz streifen wir dabei den Ausläufer des Auengebiets und begeben und schließlich weiter nach Perzendorf. Mittlerweile orientieren wir uns nur noch an der Markierung des großen Tullnerfelder Rundwanderwegs mit der Nummer 675.

In Perzendorf angekommen, folgt nun eine Kurve in Richtung Süden und wir steigen in die Donauauen ein. Hier muss man kurz Acht geben, da ein kurzes Stück direkt auf der Bundesstraße B19 verläuft. Der Weg führt jedoch dann an der Forstbaumschule Tulln und der Bildeiche vorbei. Am Weg durch das Auengebiet gibt es mehrere Möglichkeiten für andere Wander- und Spazierwege durch die Au mit einigen interessanten Donauarmen wie zum Beispiel das Plackenwasser. Am südlichsten Ende der Donauauen erreichen wir schließlich die Donau und somit die Tullner Donaubrücke, welche uns direkt in das besagte Tulln führt.

In Tulln, mit seinen knapp 17.000 Einwohnern, gibt es immer etwas zu erleben, weshalb ich hier einige Optionen offen lasse. Ein Blick in die Altstadt und ein Besuch der Donaupromenade mit der schönen Seebühne oder dem Nibelungendenkmal sollte auf jeden Fall mit eingeplant werden. Doch auch der schöne Hauptplatz, der Hermesbrunnen, das Egon Schiele Denkmal oder die Marc Aurel Statue sind ein Hingucker.

Nach einer Stärkungspause am Tullner Hauptplatz bricht nun langsam die Dunkelheit herein, doch der Weg zurück ist, wenn auch noch ein Stückchen zu marschieren ist, relativ einfach und als Abenteuer in der Nacht sicher nicht kompliziert, da auch sehr viele Bereiche entlang der Donau ausgeleuchtet sind.

Zunächst bleiben wir an der großen Tullnerfelder Rundwanderweg Alternative, ehe dieser Weg uns dann vor Muckendorf verlässt. Wir bleiben direkt neben der Donau am asphaltierten Wander- und Radweg. Heute haben wir Glück und wir dürfen einen tollen großen Vollmond begrüßen, welcher uns durch die Nacht leuchtet. Schließlich erreichen wir in der Nacht das Donaukraftwerk Greifenstein, welches wir dann auch übersetzen und somit wieder die Stockerauer Au erreichen. Hier bleiben wir auf der Straße und folgen dieser durch die Au bis zum bekannten Hotel Kaiserrast in Stockerau Ost. Von dort halten wir uns links und folgen dem Karrenweg weiter bis wir den eigentlich Eingang der Stockerauer Au an der Hagenstraße erreichen. Hier biegen wir rechts ab und erreichen somit den Kreisverkehr und den Donaulände-Ufernweg, welcher uns wieder zum Bahnhof Stockerau bringt.

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(Alternativ-) Anreise von Wien

Man kann diese Rundwanderung natürlich auch in Tulln starten oder dort beenden. Wie schon in Stockerau verkehren auch zwischen Tulln und Wien Schnellbahn und Regional Express, wobei die Züge in Wien in den größeren Bahnhöfen wie Heiligenstadt, Spittelau oder dem Franz-Josefs-Bahnhof halten. Die Fahrzeit ist mit circa 30 Minuten ähnlich jener von Wien nach Stockerau.

Tipp

Wer lieber einen genussvollen Spaziergang durch die Donauauen machen möchte, kann diese sowohl aus Stockerau als auch aus Tulln erreichen. In beiden Städten gibt es hierfür ein großzügiges Wanderangebot als auch Wegenetz.

Video

Hier findest du den Beitrag als Video auf YouTube.

Fazit

Ob als Ganzes oder auf zwei Touren aufgeteilt, ist diese Tour ein idealer Einstieg für Abenteuerwanderer, welche nicht die großen Höhenmeter auf ihrem Weg bewältigen wollen. Während Städte wie Stockerau und Tulln mit ihren Sehenswürdigkeiten glänzen bieten vor allem die kleinen Ortschaften das eine oder andere kleine Schmankerl. Unter den Wanderern bekannt sind diese Regionen durch den Jakobsweg Weinviertel, dem großen Tullnerfelder Rundwanderweg oder der Erlebniswanderung „Kultur erleben“ im benachbarten Hausleiten am Wagram. Die Tour selbst verläuft großteils auf Asphalt, während am nördlichen Rand der Donauauen doch einige Feldwege kreuzen. Dennoch sollte leichtes Schuhwerk oder Trailschuhe absolut ausreichend sein.

Tourdaten

Die Route in Zahlen: Gehzeit 12h  150HM  150HM  41km  GPX Track

Diese Tour kann mit öffentlichen Verkehrsmitteln von St. Pölten und Wien erreicht werden.