Am Dürrenschöberl

Vom Bahnhof Rottenmann aufs Dürrenschöberl und weiter zum Bahnhof Selzthal. Schöne Waldsteige, prächtige Gipfelaussicht und ein bisschen Bahngeschichte. Eine großartige Bahn-zum-Berg Tour.

Auf der Suche nach neuen Abenteuern bin ich auf Auferbauers Tourentipps gestossen. Da wird empfohlen, das Dürrenschöberl zu ersteigen.

Luise und Günter Auferbauer kennen das Thema Bahnfahren zu Bergtouren wie keine anderen. Sie haben mehrere Wander-Bücher geschrieben, vor allem über Touren, die von Graz aus öffentlich erreichbar sind. Günter arbeitet gerade ein seinem fünften Werk. Wir werden darüber in einem der kommenden Beiträge berichten. Mehr wird aber noch nicht verraten.

Anreise

Wähle einen Ort um den Fahrplan zur Tour zu zeigen:

Martin und ich haben diese Tour von Wien aus gemacht. Allerdings ist die An- und Abreise mit einer kleinen Österreich Rundfahrt gleich zusetzen. Da ich Bahnfahren liebe, war es für mich sehr gemütlich bei der Rückfahrt aus dem Fenster schauen bis es dunkel wird und dann vor mich hin zu dösen, echt entspannend.

Catwalk ;-) im Zug nach Rottenmann (Stmk) Bahnhof. Foto Martin Heppner
Catwalk 😉 im Zug nach Rottenmann (Stmk) Bahnhof. Foto Martin Heppner

Von Rottenmann hinauf aufs Dürrenschöberl

In Rottenmann Stadt steigen wir aus. Wir verlassen den Bahnhof und überqueren die Gleise über eine Brücke. Gleich gegenüber des Bahnhofs beginnt der Wanderweg 652 entlang des Kraberger Baches. Verirren ist wirklich ausgeschlossen. Der Weg ist durchwegs beschildert und er geht, wie Günter Auferbauer in seiner Beschreibung so treffend sagt, kompromisslos nach oben.

Wegbeginn beim Bahnhof Rottenmann, Foto Martin Heppner
Wegbeginn beim Bahnhof Rottenmann, Foto Martin Heppner

Das bedeutet für uns, nach einem kurzen aperen Stück über eine Wiese bald die Grödel anzulegen. Der Weg ist steil und glatt und es wird zunehmend anstrengender gegen die Gefahr des Abrutschens zu arbeiten. Da ich noch nie mit Grödel gewandert bin, bin ich anfangs skeptisch.

Aber: es ist „wie Weihnachten“ damit zu gehen. Um so viel leichter und sicherer.

Grödel anziehen. Foto Martin Heppner
Grödel anziehen. Foto Martin Heppner

Wir kommen deshalb auch rascher vorwärts. Oder ist es die Aufregung über die bereits jetzt verheißungsvollen Ausblicke in die umliegende Bergwelt. Von unserer Sommerwanderung auf den Leobner haben wir eine ungefähre Vorstellung, wie es am Gipfel des Dürrenschöberls aussehen könnte.

Liesing-und Paltentäler, Foto Martin Heppner
Liesing-und Paltentäler, Foto Martin Heppner

Und bereits auf halber Höhe hat man einen tollen Überblick über die Gipfel der Liesing- und Paltentäler. Plötzlich leuchtet der Grimming durch den verschneiten Fichtenwald. Ein Stück weiter oben dann der Dachstein. In freudiger Erwartung einer noch tolleren Aussicht wandert Martin einfach weiter Richtung Gipfel ohne die urige Meßneralm zu begutachten.

Meßner Alm. Foto Martin Heppner
Meßner Alm. Foto Martin Heppner

Endlich oben am Dürrenschöberl

Um nach drei Stunden Aufstieg den Gipfel zu erobern hat man zwei Möglichkeiten. Dem linken Weg direkt zum Kreuz, oder dem rechten Weg übers Felsenbankerl (hübscher windgeschützter Jausenplatz mit einer besonderen Bank) zu folgen.

Oben angekommen sind wir zuerst einmal sprachlos. Uns bietet sich vor allem vom weiter hinten liegenden Gesäuseblick eine echte 360 Grad Rundumsicht. Dafür ist das Dürrenschöberl einfach perfekt geeignet. Hoch genug, die Gipfelwiese also oberhalb der Baumgrenze, aber nicht so hoch wie all die umgebenden Berge. Und freistehend an den Ausläufern der Ennstaler Alpen.

Happy Gipfeling am  Dürrenschöberl, Foto Martin Heppner
Happy Gipfeling am Dürrenschöberl, Foto Martin Heppner
Ins Land schauen! Foto Martin Heppner
Ins Land schauen! Foto Martin Heppner

„Die Auferbauers wissen schon, was sie tun.“

sagt Martin voll Freude, als wir oben am Gipfel ankommen.

Abstieg nach Stelzthal

Wir picknicken und bleiben recht lange oben am Gipfel. Daraus resultieren zwei Dinge:

Mir wird erstens richtig kalt und ich bin froh Martins Regenjacke und meine dicken Handschuhe und den Tourenrock überziehen zu können und zweitens, die Zeit wird knapp für den Abstieg nach Selzthal.

Picknick mit Aussicht. Foto Martin Heppner
Picknick mit Aussicht. Foto Martin Heppner
Da geht es runter nach Selzthal, Foto Martin Heppner
Da geht es runter nach Selzthal, Foto Martin Heppner

Also laufen wir einen großen Teil der Strecke. Nicht ohne den tollen Blick auf den Grimming zu würdigen. Auch die weitläufigen Gleis Anlagen des Bahnhofs Selzthal werden sichtbar.

Grödel-Run am Steig nach Selzthal. Foto Martin Heppner
Grödel-Run am Steig nach Selzthal. Foto Martin Heppner
Der Grimming und Martin, Foto Veronika Schöll
Der Grimming und Martin, Foto Veronika Schöll

Deshalb kommen wir dann auch eine halbe Stunde früher als erwartet unten am Bahnhof an. Das macht aber gar nichts. Der nächste Zug geht zwar nach Linz, wir nehmen ihn aber trotzdem, weil er für uns auch passt. Wenn wir Richtung Graz gewollt hätten, müssten wir noch eine halbe Stunde warten. Dann hätten wir das Bahnhofsgebäude besichtigt. Das gesamte Areal steht nämlich unter Denkmalschutz. Mehr dazu weiß zum Beispiel Ennstalwiki.

Die Phyrnbahn steht auf Gleis 2 bereit. Foto Martin Heppner
Die Phyrnbahn steht auf Gleis 2 bereit. Foto Martin Heppner

Wähle einen Ort um den Fahrplan zur Tour zu zeigen:

Tourdaten

Die Route in Zahlen: Gehzeit 5h  1.000HM  1.100HM  13km  GPX Track

Die Tour ist ein ganz echte herrliche, unbedingt empfehlenswerte Bahn zum Berg Tour! Und ich gebe es zu, ich war abends streichfähig (vielleicht aber auch nur vom Flüssighopfen).


Diese Tour kann mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Bischofshofen, Bruck an der Mur, Graz, Leoben, Linz, Mürzzuschlag, Salzburg, Wien und Wiener Neustadt erreicht werden.