Bad Vöslauer Sommerausflug

Von der Krainerhütte im Helenental über den Hohen Lindkogel und den Merkensteiner Aussichtsturm (Titelbild) direkt ins Thermalbad Bad Vöslau. Ein „Bahn zum Berg“ Duathlon – Wandern und Schwimmen.

Vor kurzem hat mich eine meiner Laufrunden in Bad Vöslau auf den Sooßer Lindkogel geführt. Da dort oben die Aussicht bescheiden ist, habe ich mir für die nächste Wandertour den Hohen Lindkogel (834m), auch Eisernes Tor oder Kalter Berg genannt, ausgesucht. Der ist um einiges höher und wird außerdem durch die Sina Warte gekrönt. Diesen Aussichtsturm ließ Freiherr von Sina bereits 1856 erbauen, „dem Vergnügen des Publikums“ gewidmet. Nett von ihm. Das Schutzhaus Eisernes Tor wurde dann kurz vor der Jahrhundertwende dazu gebaut – noch mehr Vergnügen fürs Publikum.

Haltestelle Helenental Krainerhütte. Foto Veronika Schöll
Haltestelle Helenental Krainerhütte. Foto Veronika Schöll

Anreise

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In Baden steige ich aus dem Zug. Am Bahnhofsvorplatz befinden sich die Bussteige, von dort fahre ich mit dem Bus 306 durchs Helenental bis zur Krainerhütte. Ich überquere die Bundesstraße und gehe rechts am Hotelkomplex Krainerhütte vorbei. Eine schmucke Brücke bringt mich ans andere Ufer der Schwechat.

Brücke über die Schwechat. Foto Veronika Schöll
Brücke über die Schwechat. Foto Veronika Schöll

Über den Steinernen Weg auf den Hohen Lindkogel

Ein kurzes Stück muss ich den Talweg entlang der Schwechat retour Richtung Baden gehen, bis scharf rechts das „Wegerl im Helenental“ zur Augustinerhütte abzweigt. Nun talauswärts, gelange ich zur Augustinerhütte. Dort leitet mich ein Wegweiser mit dem Beethovenmotiv und einer mit der Aufschrift „Eisernes Tor“ weiter.

Beethoven-Rundwanderweg. Foto Veronika Schöll
Beethoven-Rundwanderweg. Foto Veronika Schöll

Von nun an geht´s bergauf. Über einen recht steilen Waldweg und weiter oben über eine Schlägerung, die bereits schöne Ausblicke auf das Wiener Becken ermöglicht, wenn man sich umdreht. Ich labe mich an den ersten Walderdbeeren.

Nach etwa eineinhalb Stunden komme ich am höchsten Punkt meiner heutigen Tour an. Fast. Denn ich steige ja auch noch auf die Aussichtsterrasse der historischen Sina Warte, das letzte Stück über eine besonders schöne Wendeltreppe. Die Aussicht ist sommerlich diesig aber trotzdem wunderschön.

Am Hohen Lindkogel, im Hintergrund die Sina Warte. Foto Veronika Schöll
Am Hohen Lindkogel, im Hintergrund die Sina Warte. Foto Veronika Schöll

Nach dem Besuch der Warte bietet sich die Einkehr im Schutzhaus Eisernes Tor an. Ich habe meine mitgebrachte Jause aber schon oben auf der Turmterrasse im Liegestuhl verzehrt und einen kleinen Geldbetrag in die Truhe zur Erhaltung der Warte geworfen.

Aussicht von der Sina Warte. Foto Veronika Schöll
Aussicht von der Sina Warte. Foto Veronika Schöll

Merkensteiner Ruine, Schloss und Alter Turm

Unter den zahlreichen Möglichkeiten die Wanderung fortzusetzen wähle ich die Abzweigung zur Ruine Merkenstein. Die Höhenmeter, die ich vorhin hinauf gestiegen bin, geht´s jetzt auf einer Forststraße zur Ruine Merkenstein wieder hinunter. Diese ist leicht zu übersehen, da sie seit der Zerstörung während der Türkenkriege im 17.Jahrhundert scheinbar dem Verfall Preis gegeben und schon recht überwuchert ist. Ein kleiner Zufahrtsweg biegt in einer Rechtskurve nach links zur Ruine ab. Ein bisschen stöbere ich in den alten Gemäuern.

Ruine Merkenstein. Foto Veronika Schöll
Ruine Merkenstein. Foto Veronika Schöll

Zurück auf die Forststraße, die zum privat bewohnten Schloss Merkenstein führt, das schmuck im Tudorstil im Garten hinter einem schmiedeeisernen Tor steht. Faszinierender finde ich das total verfallene Wirtschaftsgebäude neben dem Tor. Ein Teil der Vorderfront ist bereits weggebrochen und gibt den Blick auf ehemalige Wohnräume frei. Im oberen Stockwerk sitzt auf einem Turm aus alten Matratzen eine Prinzessin (auf der Erbse).

Das Schloss Merkenstein ist privat. Foto Veronika Schöll
Das Schloss Merkenstein ist privat. Foto Veronika Schöll
Prinzessin zu Merkenstein und auf der Erbse. Foto Veronika Schöll
Prinzessin zu Merkenstein und auf der Erbse. Foto Veronika Schöll

Ich folge nun dem Wegweiser zum Merkensteiner Aussichtsturm. Gnädigerweise gestatten die Österreichischen Bundesforste den Besuch des Turmes, man wird allerdings angehalten, auf dem Weg zu bleiben. Durch ein „Türl mit Seitenteilen“ wandere ich weiter zum Turm.

Der steht auf einer märchenhaften Wiese und erinnert mich sofort an das Märchen „Rapunzel“. Der Turm stammt wie das Schloss aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Zu meiner Überraschung ist das Eingangstor nicht abgesperrt. Die Fenster oben muss ich mir aber schon selbst aufmachen. Schließen bitte nicht vergessen!

Über Gainfarn nach Bad Vöslau

Der Weg führt mich weiter nach Bad Vöslau. Aus dem Wald hinaus durch Felder, Wiesen und Weingärten über den Bad Vöslauer Sonnenweg. Vorbei am versiegten Gannerbründl und dem Beethoven Gedenkstein zuerst nach Gainfarn. Ein kurzes Stück Asphaltstraße durch eine Siedlung und dann oberhalb des Ortes am Waldrand weiter durch Trockenrasengebiete zum Capitularegarten. Der wird gerade durch liebevolle Gärtnerhände gepflegt.

Durch die Weingärten nach Gainfarn. Foto Veronika Schöll
Durch die Weingärten nach Gainfarn. Foto Veronika Schöll

Bad Vöslauer Thermalbad

Durch den historischen Ort Bad Vöslau zum Kurpark und dann durchs Maital gelange ich direkt zum Eingang des Thermalbads. Auch wenn heute kein ausgesprochener Badetag ist, besuche ich das wunderschöne Jugendstil Bad und tauche sofort in eine andere Welt ein. Bikini, Pareo und Mikrofaserhandtuch hab ich im Rucksack mitgenommen.

Nach einer ausgiebigen Dusche schwimme ich zuerst eine Runde im Blauen und dann eine Runde im Grünen Becken. Es gibt auch noch das Waldbecken.

Im Grünen Becken befindet sich übrigens die Urquelle des Vöslauer Mineralwassers.

Ich gewande mich mit dem mitgebrachten Pareo – das scheint mir passend – gönne mir einen Campari in der Strandbar Kabane 21 und genieße, bis ein Gewitter mich Richtung Bahnhof vertreibt, die zauberhafte Stimmung. Nächstes Mal bringe ich meinen großen Sonnenhut mit.

Das Blaue Becken im Thermalbad Bad Vöslau. Foto Veronika Schöll
Das Blaue Becken im Thermalbad Bad Vöslau. Foto Veronika Schöll

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Vom Bad gehe ich die Hauptstraße nach rechts und dann die Bahnstraße hinunter zum Bahnhof Bad Vöslau. Am Weg könnte man noch beim Heurigen einkehren, falls einen der Gusto überfällt und beschwingt mit dem Zug nachhause fahren.

Tourdaten

Die Route in Zahlen: Gehzeit 6h  600HM  600HM  18km  GPX Track

Diese Tour kann mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Wien und Wiener Neustadt erreicht werden.