Skitour aufs Zischgeles

Seit 2 Tagen ist das Wetter nach einer längeren winterlichen Wetterphase wieder schitourentauglich. Nachdem die Märzsonne schon ordentlich Kraft zeigt und die Tage lang genug sind, lassen sich schon erste längere Touren planen, an denen der anschließende Nachmittag trotzdem noch ruhig genossen/ anderwärtig genutzt werden könnte.

Eine Tour für solche Tage ist der Klassiker, den die meisten Tiroler kennen. Denn mit knapp über 3.000 Metern bietet der Zischgeles geniales Skigelände. Ebenso großartige Ausblicke auf die umliegenden Stubaier Alpen im Osten und die Ötztaler Alpen im Westen. Im Norden, nördlich des Inntals sieht man in der Ferne das Wettersteingebirge und das Karwendel Massiv.

Da es eine Hochgebirgstour ist und einige Höhenmeter zu bewältigen sind, sollte man wirklich auf niederschlagsfreies Wetter mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit für Hangnebel oder tiefe Wolkenschichten warten, damit man die Tour und die umgebende Bergkulissen in vollen Zügen genießen kann. Weiters zu beachten ist die Lawinensituation. Einige Stellen sind lawinengefährdet. Generell rate ich diese Tour erst ab einer Lawinenstufe unter 3 zu begehen. Auch sollte man halbwegs seine Spitzkehren-Technik beherrschen, damit man auch im Aufstieg schon wechselnde Sichtweise auf die umliegenden Dreitausender genießen kann.

Das Beste an der Tour ist die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Man geht geschlagene drei Schritte von der Busausstiegstür und man kann die befellten Schi anziehen. Diese Tatsache „flasht“ mich jedes Mal aufs Neue bei dieser Tour.

Anreise

Ab Innsbruck Hauptbahnhof am Busbahnhof Bahnsteig M verkehrt der Bus 4166 Richtung Kühtai Dortmunder Hütte. Bis Grieß im Sellrain fährt man mit. Dort steigt man in die Buslinie 4166 Richtung Praxmar Wendestelle um und fährt bis zur Endhalte- bzw. Wendestelle in Praxmar. Die Busse warten bei der Hinreise den Anschluss ab. Die Abfahrtszeiten, um dieses Ziel zu erreichen, beschränken sich auf 8.00, 12.00, 13.15 und 16.00 Uhr vom Innsbrucker Hauptbahnhof.

Aufstieg

Vom Parkplatz weg am „Pieps Check Point“ vorbei und bei der ersten Wegverzweigung linkshaltend zur Talstation des ehemaligen Schilifts. Dort steigt man über die ehemalige Schipiste hinauf, zuerst mäßig steil, dann rechts haltend flach bis zur Schefalm (auf 1.896 Meter) an. Hier ist meist schon eine gut ausgetretene Aufstiegsspur vorhanden. Weiter geht es an einer Alm vorbei und über weitläufiges, kupiertes und relativ flaches Gelände in südwestlicher Richtung – immer auf den Talkessel zuhaltend.

Nun im Talgrund über den ersten freien Steilhang (circa 32°) in Serpentinen hinauf bis auf circa 2.640 Meter, dann eine lange, ansteigende Querung nach links (Osten) bis auf circa 2.700 Meter. Über den weiten Hang in Kehren empor, dann nach rechts (Westen) querend und hinauf auf den wieder flacher werdenden Ostrücken des Zischgeles. Auf einer Höhe von circa 2.920 Meter Skidepot. Nun zu Fuß über den Ostgrat – eine leichte Kletterstelle ist bei griffigen Schneeverhältnissen mit Schischuhen sonst mit zusätzlichen Steigeisen zu bewältigen (besser man hat sie vorsichtshalber mit) – zum Gipfelpunkt der Tour.

Gipfelpanorama. Foto: David Kurz
Gipfelpanorama. Foto: David Kurz
Gipfelfoto mit mir und Alex Hedenig. Foto: David Kurz
Gipfelfoto mit mir und Alex Hedenig. Foto: David Kurz

Abfahrt

Quasi entlang des Aufstiegs.

Man kann auch nordwestlich unter dem felsigen Gipfelaufbau hindurch und links (im Abfahrtssinn) am sogenannten Kamplschrofen vorbei ins Sattel-Loch hinunter bis auf eine Höhe von 2.380 Meter. Diese Variante habe ich aber noch nicht probiert, da sie mehr Erfahrung in diesem Gelände erfordert, um nicht die Felsen im Hang mit dem Schi zu „fressen“. Weiter in südöstlicher Richtung unter dem Ausläufer des Kamplschrofen hindurch, und über eine Stufe abwärts zur Aufstiegsroute.

Viel Spaß beim Ausprobieren
Euer Shorty

Abfahrt im unteren Drittel. Foto: David Kurz
Abfahrt im unteren Drittel. Foto: David Kurz

Heimreise

Die Busse für die Rückfahrten von Praxmar muss man um 9.00, 13.10 und 15.00 Uhr erreichen. Eine gute Zeiteinteilung ist also sehr von Vorteil. Dabei werden dieselben Haltestellen und Busverbindungen wie bei der Hinfahrt benutzt.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   4:30 Std Skitour   1.300 HM   1.300 HM   11 km   GPX Track
  • beste Jahreszeit: Dezember – März
  • Exposition: Nord bis Nordost
  • Ausrüstung: LVS-Gerät, Schaufel, Sonde, Helm etc.