Alpenvereinssteig & Höllentalaussicht

Aufstieg vom Großen Höllental über einen geschichtsträchtigen Klettersteig auf die Rax: Den Alpenvereinssteig.

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Entscheidung: Seilbahn oder Klettersteig?

Der Alpenvereinssteig ist ein Klettersteig der Schwierigkeit B. Die alten, historischen Leitern schauen aus, als ob sie noch original aus dem Jahr 1910 stammen würden, als der Steig errichtet wurde. Der Steig ist nicht extrem schwierig, aber doch geeignet sich etwas zu fordern.

Er ermöglicht aber noch etwas anderes. Man kann sich in zwei Gruppen teilen und bei der Höllentalaussicht, oder gleich beim Ottohaus treffen:

  • Die Gruppe „Seilbahn“ steigt schon bei der Raxseilbahn aus und fährt mit der Gondel hinauf. Ab dem Aussteigen aus dem Bus hat diese Gruppe jetzt mindestens 3 Stunden Zeit um zur Höllentalaussicht zu wandern. Mit oder ohne Umweg.
  • Die Gruppe „Klettersteig“ fährt mit dem Bus weiter bis zur Haltestelle Weichtalhaus und geht über den Alpenvereinssteig zur Höllentalaussicht hinauf.

In meinem Fall erfährt die Gruppe „Seilbahn“ mehr Zuspruch und ich bin das einzige Mitglied der Gruppe „Klettersteig“.

Klettersteig Alpenvereinssteig

Ich steige bei der Bushaltestelle Weichtalhaus aus und gehe auf der Straße weiter flussaufwärts. Vor dem überdachten Teil der Straße würde die Schönbrunnerstiege hinauf führen. Ich bilde mir aber ein, dass ich lieber durch die Lawinenverbauung gehe und danach bei dem grünen Tor die Schotterstraße hinauf gehen möchte. Ich glaube, dass die Forststraße schneller wäre.

Spoiler: Ist sie nicht. Bezogen auf die Dauer ist ganz egal, ob man hier oder dort geht. Schönbrunnerstiege ist vielleicht optisch etwas schöner. Beide Strecken münden im Großen Höllental sowieso ineinander.

Eingang Forststraße (Alternative zur Schönbrunnerstiege). Foto: Martin Heppner
Eingang Forststraße (Alternative zur Schönbrunnerstiege). Foto: Martin Heppner
Forststraße ins Höllental. Foto: Martin Heppner
Forststraße ins Höllental. Foto: Martin Heppner

Wenn die Straße endet und der Weg nur mehr ein Pfad ist, dann ist der Einstieg zum Alpenvereinssteig schon sehr nah.

Ende der Forststraße im Höllental. Foto: Martin Heppner
Ende der Forststraße im Höllental. Foto: Martin Heppner

Vom Bus bis zum Einstieg des Alpenvereinssteigs bin ich exakt 1,5 Stunden unterwegs.

Da ich alleine unterwegs bin, habe ich Helm und Klettersteigausrüstung mit. Ich würde es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch so machen, wenn wir eine Gruppe erfahrener Klettersteiggeher wären. Aber mich überholen zwei, die weder Helm noch Sicherungen verwenden und ich kann auch nicht sagen, dass das auf diesem Steig völlig unverantwortlich wäre. Die Schwierigkeit ist mit B eingestuft.

Erste Leiter des Alpenvereinssteigs. Foto: Martin Heppner
Erste Leiter des Alpenvereinssteigs. Foto: Martin Heppner

Kleiner Rückblick auf den Beginn des Alpinismus

Die Geschichte seiner Entstehung ist in Kürze zusammengefasst wie folgt: Um die Jahrhundertwende war der einfachste Aufstieg zum Ottohaus auf der Rax über den Wachhüttelkamm. Auf diesem Weg stand damals die Speckbacherhütte. Viele Wanderer kehrten dort ein und kamen so gar nicht erst bis zum Ottohaus. Das war dem Pächter, Camillo Kronich, nicht so recht. Er beauftragte daher August Cepl mit der Erstellung eines direkten Aufstiegs vom Großen Höllental zur Höllentalaussicht. Von dort war man dann in 20 Minuten beim Ottohaus. Der Schlossermeister löste diese Aufgabe durch die kühne Installation von 5 Eisenleitern über die – jetzt nach ihm benannte – senkrechte Ceplwand.

„Alpingeschichte kurz und bündig. Reichenau an der Rax.“ von Willi Maca, Seite 47ff, Link

In den „Mitteilungen des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins“ aus dem Jahr 1910 liest sich die Eröffnung und Beschreibung des Alpenvereinssteig so: Weg- und Hüttenbauten

Inwieweit die Leitern wirklich noch original vom Schlossermeister August Cepl stammen, der den Alpenvereinssteig 1910 fertig gestellt hat, weiß ich nicht. Ich kann es mir aber gut vorstellen, weil die Teile teilweise wild verbogen sind. Trotzdem sieht man, dass er aktuell gut gewartet ist, weil neue Schrauben erkennbar sind und Teile verstärkt und repariert wurden.

Tiefblick ins Höllental. Foto: Martin Heppner
Tiefblick ins Höllental. Foto: Martin Heppner
Der Alpenvereinssteig enthält immer wieder unversicherte Gehpassagen. Foto: Martin Heppner
Der Alpenvereinssteig enthält immer wieder unversicherte Gehpassagen. Foto: Martin Heppner
Der Felsen in der Mitte, ganz oben, ist die Höllentalaussicht. Foto: Martin Heppner
Der Felsen in der Mitte, ganz oben, ist die Höllentalaussicht. Foto: Martin Heppner

Von der Bushaltestelle Weichtalhaus bis zum Ausstieg Höllentalaussicht muss man mindestens 2,5h – eher 3h rechnen.

Ausstieg Höllentalaussicht. Foto: Martin Heppner
Ausstieg Höllentalaussicht. Foto: Martin Heppner
Höllentalaussicht. Foto: Martin Heppner
Höllentalaussicht. Foto: Martin Heppner

Von der Höllentalaussicht sind es (auch heute noch) etwa 20 Minuten zum Ottohaus hinüber, bzw. etwa 40 Minuten bis zur Raxseilbahn.

Weil ich mich bei der Kalkulation meiner Aufstiegsdauer verrechnet habe, gehe ich ganz alleine zum Ottohaus hinüber: Gruppe „Seilbahn“ sitzt schon beim Mittagessen. Gut, dass es so nahe liegt, weil ich bin auch schon hungrig!

Von der Höllentalaussicht zum Ottohaus. Foto: Martin Heppner
Von der Höllentalaussicht zum Ottohaus. Foto: Martin Heppner

Für den Weg vom Ottohaus zur Raxseilbahn kann man 20-30 Minuten einplanen. Die Seilbahn braucht effektiv 8 Minuten ins Tal, der Weg zur Bushaltestelle ganz unten an der Bundesstraße kostet aber auch noch 5 Minuten.

Mein Tipp: Spätestens eine Stunde vor der Busabfahrt im Ottohaus aufbrechen und damit rechnen, dass die Seilbahn zur vollen und zur halben Stunde fährt. Sind sehr viele Leute auf der Rax, verkürzen sie das Gondelintervall noch. Ohne vor Ort zu sein, weiß man das halt noch nicht.

Heimreise nach Wien

Tourdaten

Die Route in Zahlen: Gehzeit 4.5h  1.100HM  100HM  8km  GPX Track

Diese Tour kann mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Wien und Wiener Neustadt erreicht werden.