6 Tage in den Wiener Hausbergen

Bei einer Wanderung in den Wiener Hausbergen ist mir die blaue Markierung mit weißem Schriftzug WAB aufgefallen. Nach kurzer Recherche fand ich den Wiener Alpenbogen Wanderweg und da ich sowieso schon länger eine mehrtägige Tour durch die Wiener Hausberge machen wollte, ergab sich eine gute Gelegenheit. Die Homepage ist informativ und sehr gut aufbereitet. Ich habe die vorgeschlagene Route zum Teil abgewandelt, da ich Steige gegenüber Forststraßen bevorzuge.

Wichtig ist, dass bei der hier beschriebenen Tour nur an Tag 3 am Abend in Reichenau an der Rax ein Supermarkt erreicht wird. Wir haben für Etappe 1-3 Proviant eingepackt und Frühstück und Abendessen in den Unterkünften gegessen. In Reichenau an der Rax haben wir unseren Proviant wieder aufgefüllt, um uns so für Etappe 4-6 zu verpflegen.

Da es in den Wiener Hausbergen wenig Quellen gibt, sollte man etwas mehr Wasser mitnehmen, aber man kann auch auf den Hütten Wasser kaufen. Die Unterkünfte sollten frühzeitig reserviert werden.

Außerdem könnte man zwei 3 Tages-Touren, statt der 6 Tages-Tour, machen.

Anreise

Wähle einen Ort um den Fahrplan zur Tour zu zeigen:

Wir starten an einem Montag morgen um 09:05 am Bahnhof Meidling und steigen in den Zug Richtung Graz Hauptbahnhof. Nach etwas mehr als einer Stunde sind wir am Bahnhof Semmering, wo unsere erste, sehr entspannte Etappe startet.

Tag 1: Vom Bahnhof Semmering nach Prein an der Rax

Nicht ganz 15 km, mit etwas mehr als 600 Höhenmeter rauf und etwas mehr als 900 Höhenmeter wieder runter, erwarten uns. Wir folgen den Wegweisern Richtung Wolfsbergkogel Bahnhof. Von dort geht’s dann weiter Richtung Doppelreiter Aussichtswarte und dann in Richtung 20-Schilling-Blick. Immer weiter, auf gut markierten Weg, gehen wir Richtung Ghega Museum und Kalte Rinne Breitenstein.

Von nun an geht’s den Wegweisern nach Richtung Luckerte Wand, um dann schon der Markierung Richtung Prein zu folgen. Nach etwa fünfeinhalb Stunden inklusive Pause kommen wir in Prein an.  Wir nächtigen im Raxalpenhof, in Prein gibt’s aber auch günstigere Zimmer.

Es gibt auf dieser Etappe eine Labstation ‘Hinterholz 9’, die wir aber selbst nicht genutzt haben.

Fabelhafte Aussicht am Weg vom Semmering nach Prein. Foto: Birgit Matzinger
Fabelhafte Aussicht am Weg vom Semmering nach Prein. Foto: Birgit Matzinger

Tag 2: Von Prein an der Rax zum Habsburghaus

Wasser auffüllen und los geht’s. Diese Etappe hat zwar nur etwas mehr als 9 km, aber 1.250 Höhenmeter sind zu bewältigen. Entlang der Hauptstraße bergauf am Gasthof Oberer Eggl vorbei, lassen wir das Doderer Denkmal hinter uns und auch die nach rechts abzweigende Straße Griesleiten und den Griesleitenbach ignorieren wir. Stattdessen gehen wir kurz danach rechts auf einem markierten Wanderweg in Richtung Waxriegelhaus in den Wald hinein.

Dort angekommen, ist erstmal eine Rast notwendig. Danach gehen wir nicht den Schlangenweg zum Karl-Ludwig-Haus, sondern folgen dem Waxriegelsteig steil nach oben – mit wirklich schöner Aussicht. Oben angekommen, folgen wir den Wegweisern Richtung Habsburghaus, wo wir heute nächtigen.

Das Habsburghaus. Foto: Birgit Matzinger
Das Habsburghaus. Foto: Birgit Matzinger

Nach etwa 6 Stunden inklusive Pause und viel Ausblick genießen und Edelweiß schauen, kommen wir beim Habsburghaus an.

Edelweiß auf der Rax. Foto: Birgit Matzinger
Edelweiß auf der Rax. Foto: Birgit Matzinger

Tag 3: Vom Habsburghaus nach Reichenau an der Rax

17 km und fast 1.600 Höhenmeter hinunter liegen zwischen uns und Reichenau an der Rax.

Direkt beim Habsburghaus sind viele Kühe, die uns nach dem Frühstück begrüßen. Außerdem treffen wir auch noch zwei Alpensalamander.

Wir gehen ein Stück des Weges, auf dem wir gestern gekommen sind, zurück und folgen dann der Beschilderung Richtung Neue Seehütte. Kurz danach kann man sich für den Seeweg oder den Kammweg an der Preiner Wand entscheiden. Wir wählen zweiteren, zwecks schönem Ausblick und kommen so zum Ottohaus.

Vom Ottohaus steigen wir über den sehr schönen Törlweg ab. Wir erreichen nach siebeneinhalb Stunden Payerbach, da wir dort unsere Unterkunft haben. Davon würde ich aus heutiger Sicht abraten, da Payerbach wirklich noch ein ganzes Stück weiter entfernt ist, das haben wir ehrlich gesagt unterschätzt. Und die Straße entlang zu gehen war auch nicht sonderlich schön. Ich würde aus heutiger Sicht beim Flackl-Wirt in Reichenau Station machen, dieser hat laut Homepage günstige Übernachtungsmöglichkeiten für Wanderer.

In Reichenau an der Rax kann der Proviant aufgestockt werden. Hier kann man sich auch entscheiden mit dem Zug wieder Richtung Wien aufzubrechen.

Tag 4: Von Reichenau an der Rax zum Naturfreundehaus Knofeleben

Wer sich entscheidet weiterzugehen oder auch hier in die Wanderung einzusteigen, geht heute rund 12 km und ca. 900 Höhenmeter hinauf.

In Reichenau an der Rax folgen wir der Schwarza entlang an der Promenade Richtung Hirschwang. Dann müssen wir leider auch kurz nach einer Kartonfabrik auf der Straße gehen. Der Wasserleitungsweg beginnt aber gleich nach Hirschwang und führt entlang der Schwarza (zur Abkühlung reinspringen ist definitiv empfohlen) bis zum Gasthaus Kaiserbrunn.

An dem geht man vorbei Richtung Wasserleitungsmuseum. Wir füllen unser Wasser nochmal auf und gehen den Miesleitensteig hoch zum Naturfreundehaus Knofeleben.

Wir kommen im Naturfreundehaus Knofeleben nach ungefähr 6 Stunden inklusive Pause an.

Tag 5: Vom Naturfreundehaus Knofeleben über das Klosterwappen zur Edelweißhütte

15 km und rund 1.100 Höhenmeter hinauf und rund 1.100 Höhenmeter wieder herunter trennen uns von unserem nächsten Ziel, der Edelweißhütte. Vom Naturfreundehaus Knofeleben gehen wir rauf zum Krummbachstein und bekommen so unser erstes von zwei heutigen Gipfelkreuzfotos.

Danach folgt man den Wegweisern Richtung Blickplatz Elisabethkirche. Sobald man dort ist geht’s Richtung Klosterwappen. Als wir oben sind, beginnt es zu regnen und wir flüchten in die Fischerhütte. Das Gewitter sitzen wir aus, essen eine Suppe, müssen uns aber noch im Regen auf den Weg machen. Daher leider kein Fadensteig für uns, sondern der weniger rutschige Weg rechts runter (über den Schauerstein) wenn man von der Fischerhütte Richtung Klosterwappen schaut.

Unten angekommen, geht man bei der Weggabelung nach rechts und findet auch bald einen Wegweiser in Richtung Edelweißhütte. Wir gehen dorthin über Wege und ein relativ langes Stück auf einer Forststraße (den Fadenweg), von welcher nach rechts ein gut markierter Pfad zur Hütte abbiegt. Nach 7,5 Stunden inkl. zwei Pausen erreichen wir nass und müde die Edelweißhütte.

Tag 6: Von der Edelweißhütte zum Bahnhof nach Pernitz

Die letzte Etappe startet nach einem Frühstück, das man auch dringend braucht, denn dies ist die längste Etappe. Dank unserers Umweges über das Schoberkreuz und den Öhler und dem ausgiebigen Schweinsbraten in der Gauermannhütte (nur Samstag und Sonntag geöffnet) dauert diese Etappe 10 Stunden (rund 22 km, rund 800 Höhenmeter hinauf und rund 1.600 Höhenmeter hinunter). Zuerst genießt man am besten nochmal den Ausblick von der Edelweißhütte.

Ausblick von der Edelweißhütte
Ausblick von der Edelweißhütte. Foto Birgit Matzinger

Dann folgt man den Wegweisern Richtung Maumauwiese und und wandert bei vielen Weiden vorbei.

Danach geht man Richtung Öhlerschutzhaus.

Bei der Schoberkapelle kann man sich dann entscheiden, ob man den Schober erklimmen will oder nicht. Wer Zeit und Energie hat, sollte es machen, denn es ist wirklich auch schön oben. Dann geht’s, vom Hunger getrieben, weiter Richtung Gauermannhütte. Von dort bergab gehen wir die Dürre Wand oben am Bergrücken entlang.

Ausblick von der Dürren Wand
Ausblick von der Dürren Wand. Foto Birgit Matzinger

Wir halten uns links Richtung Waidmannsfeld. Von dort geht’s Richtung Neusiedl und dann weiter zum Bahnhof Pernitz.

Nach einer Rast am Bahnhof fährt um 18:38 der Zug ab. Umgestiegen wird in Wiener Neustadt und nicht einmal eineinhalb Stunden später sind wir wieder in Wien Meidling.

Wähle einen Ort um den Fahrplan zur Tour zu zeigen:

Tourdaten

Die Route in Zahlen: ↑ 4.700HM  5.100HM  86km  GPX Track

Fazit

Eine schöne, öffentlich wirklich gut angeschlossene Mehrtageswanderung. Obwohl ich die Wiener Hausberge davor schon kannte, war trotzdem auch das eine oder andere Neue dabei. Jedenfalls eine schöne Route um die Wiener Hausberge zu erwandern, auch etwas abseits vom Getümmel – zumindest wenn man wie wir, großteils unter der Woche geht.


Diese Tour kann mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Mürzzuschlag, St. Pölten, Wien und Wiener Neustadt erreicht werden.