In Schneeschuhen auf den Hochwechsel

Ausgedehnte Schneeschuhwanderung von Mariensee über den Schindelsteig auf den Hochwechsel zum Wetterkogelhaus und über den Niederwechsel nach Mönichkirchen.

Ein Mitglied unserer Facebookgruppe Bahn zum Berg erwähnte vor kurzem in einem Post die neue schnelle Bahnverbindung vom Wiener Hauptbahnhof Richtung Wechselgebiet. Um 08.25 fährt man täglich in einer Stunde nach Aspang Markt. Von dort gibt es Busse in verschiedene Orte im Wechselgebiet.

Das wollen Martin und ich testen. Außerdem hat es geschneit und es sieht so aus, als könnte das die erste Schneeschuhtour der Saison werden. Wir stellen was Schönes zusammen und am Sonntag gehen wir es dann an.

Anreise

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In Aspang-Markt steigen wir aus dem Zug und in das vorbestellte Taxi (Herbert Wachouschek 02642 52120), das uns taleinwärts entlang des Pöstlingbaches nach Mariensee bringt. Wochentags gibt es einen Bus dahin, sonntags nicht. Wenn man mit dem Bus kommt, geht man noch ein Stück taleinwärts bis zum Beginn des Schindelsteigs. Wir fahren aber gleich bis dorthin, gut investierte zwanzig Euro.

Zur Marienseer Schwaig

Die Marienseer Schwaig kann man über den steilen Schindelsteig oder über den einfacheren Almweg erreichen. Wir entscheiden uns für den Schindelsteig, von nichts kommt nichts :-). Überhaupt wird diese Tour recht sportlich, denn das ausgewählte Zeitfenster beträgt nur sechs Stunden: Erstens weil es kurz nach vier Uhr dunkel wird und zweitens, weil der vorletzte Bus aus Mönichkirchen Hotel Thier um 16:05 nach Aspang fährt. Wenn man es gemütlicher angehen mag und die Möglichkeit wieder besteht, im Hallerhaus oder wo anders einzukehren, kann man aber auch den letzten Bus nehmen, der zwei Stunden später fährt.

Es liegt schon genug Schnee, wir können nach kurzer Zeit die Schneeschuhe anziehen. Der Schindelsteig ist recht steil, aber es geht gut mit den Schneeschuhen. Je höher wir steigen, desto winterlicher wird der Wald. Hübsch sind die roten Vogelbeeren mit weißen Schneehäubchen und das Glitzern des Schnees in der Sonne, die durch die Bäume blinzelt. Am Wegrand entdecken wir Kammeis, das uns schon einmal letzten Winter im Ennstal begegnet ist.

Nach etwas mehr als einer Stunde erreichen wir das Wechselhochplateau und die Marienseer Schwaig. Bei den Hütten genießen bereits einige Wanderer die Sonne. Auch wir haben uns im Wald schon darauf gefreut, in der Sonne weiter zu gehen. Die Aussicht wird immer prächtiger. Deshalb wandern wir auch ohne Pause weiter über die weiß verschneite Hochfläche Richtung Hochwechselgipfel. Es sind doch ein paar Leute unterwegs, mit Schneeschuhen, Tourenskiern oder einfach zu Fuß.

Marienseer Schwaig
Auf der Marienseer Schwaig ist es schon sehr sonnig. Foto Martin Heppner

Der tief verschneite Gipfel des Hochwechsels mit dem Wetterkogelhaus bietet einen herrlichen Anblick. Martin erklärt mir einige der vielen besonderen Erscheinungsformen des Schnees, die wir hier beobachten können.

Auf den Hochwechsel und das Wetterkogelhaus

Just als wir oben beim Wetterkogelhaus ankommen, zieht Nebel vom Kampstein herüber und eine mystische Stimmung legt sich über den Gipfel des Hochwechsels. Kalt und windig ist es jetzt auch. Nach dem Gipfelfoto kehren wir zum Wetterkogelhaus zurück. Hier ist es coronabedingt gar nicht so einfach, einen windstillen, halbwegs gemütlichen Platz mit genug Abstand zu den anderen Besuchern zu finden, um unsere Jause zu essen. In die warme Stube kann man ja noch nicht.

Wetterkogelhaus
Das Wetterkogelhaus, Foto Veronika Schöll
Hochwechsel Gipfel
Nebelstimmung am Hochwechsel Gipfel, Foto Martin Heppner

Also wird die Pause eine recht kurze und kaum haben wir die letzten Bissen hinuntergeschluckt, machen wir uns weiter auf den Weg durch die weiße Landschaft. Der Nebel verzieht sich und gibt den Blick frei ins steirische Joglland hinunter, ins von der Sonne beschienene Wiener Neustadt, zur Hohen Wand und zum Kampstein.

Hochwechsel
Vom Hochwechsel zum Niederwechsel entlang des Bergkammes. Foto Martin Heppner

Vom Hochwechsel zum Niederwechsel

Wir wenden uns nach Osten und gehen auf den Niederwechsel zu. Ziemlich schnürlgerade am Bergkamm entlang eines dick verschneiten Zaunes. Allerlei Schneegestalten begegnen uns am Weg. Die Sonne malt wunderschöne Licht- und Schattenbilder in die Winterlandschaft. Trotzdem zieht sich der Weg hinüber zum Niederwechsel etwas.

Niederwechsel
Tyrannosaurus nix will dem Hiatabuam nicht folgen…Foto Veronika Schöll
Niederwechsel
Wenn Wind und Schnee mit einander spielen entsteht Anraum, Foto Veronika Schöll
Blick ins Joglland
Blick ins Joglland, Foto Veronika Schöll

Hallerhaus und Mönichkirchner Schwaig

Wir behalten die Richtung bei und gehen weiter zum Hallerhaus. Immer noch am Bergkamm entlang, aber deutlicher bergab. Die Fichten sind dick in Schnee gehüllt, ein echter Wintermärchenwald.

Niederwechsel Winterwald
Wintermärchenwald am Niederwechsel, Foto Veronika Schöll

Wir kommen beim Stoa Alm Chalet und der Bergstation des Panoramalifts vorbei. Weiter geht´s durch den Wald zum Hallerhaus. Die schöne alte Schutzhütte sieht sehr einladend aus.

Wir wandern weiter am Rand der Piste zur Mönichkirchner Schwaig. Von hier könnte man auch den Sessellift nach unten nehmen. Aus heutiger Sicht weiß ich allerdings noch nicht, wann die Lifte wieder in Betrieb sein werden. Heute sind sie es jedenfalls noch nicht.

Niederwechsel
Da unten ist Mönichkirchen, Foto Veronika Schöll

Nach Mönichkirchen

Heute geht es zu Fuß weiter entlang der Piste. Wir überlegen ob es sinnvoll wäre, das nächste Mal einen fahrbaren Untersatz aus Plastik mitzunehmen. Um dann nicht zu gehen zu müssen, sondern auf den vier Buchstaben über die Piste ins Tal zu rutschen.

Ab der Mönichkirchner Schwaig sind viele kleine und große Skifahrer, Rodler und Bobfahrer unterwegs. Ein bisschen frisst uns der Neid. Beim Hinuntergehen sind Schneeschuhe nicht so sexy.

Ein Blick auf die Uhr verrät uns, dass wir keine Zeit mehr zum Trödeln haben. Am Ende der Piste angekommen friemeln wir uns aus den Schneeschuhen, hängen sie auf unsere Stöcke (Ra Ru Rick Martintrick) und tragen sie über der Schulter. Schnellen Schrittes eilen wir über eine Asphaltstraße an Talstation und Parkplatz der Liftanlage vorbei. Dann auf einem markierten Fußweg durch gefühlt halb Mönichkirchen bis zur Busstation Hotel Thier. Punktlandung. Der Bus kommt kurz nachdem wir angekommen sind und schaukelt uns gemütlich durch die Dämmerung zum Bahnhof Aspang-Markt.

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Am Aspanger Bahnhof steht ein Bummelzug nach Wiener Neustadt bereit. Kurz vor dessen Abfahrt gäbe es den schnelleren Regionalexpress Richtung Wiener Neustadt und Wien. Beide Verbindungen haben ihre Vorzüge. Im Bummelzug, in den wir irrtümlich gestiegen sind, erleben wir eine Schaffner Show. Bei wirklich jeder der unzähligen Stationen erscheint ein anderer Schaffner in Begleitung eines Bodyguards und kontrolliert unsere Fahrkarten. Einfachheitshalber steckt sich Martin seine Österreichcard gleich an den Hut (aka Mütze), damit er sie nicht mehr dauernd ein- und auspacken muss.

Ich durfte leider kein Foto machen 🙂

Tourdaten

Die Route in Zahlen: Gehzeit 5.5h  1.000HM  1.000HM  15km  GPX Track

Diese Tour kann mit öffentlichen Verkehrsmitteln von St. Pölten, Wien und Wiener Neustadt erreicht werden.