Diese sehr lange, aber lohnende und technisch anspruchslose Bergwanderung verbindet die beiden Schnellzugsstationen Leoben und Bruck/Mur nahezu ideal. Ich ging sie bisher zwei Mal: im Mai 2021 – eine meiner ersten Tourenbeschreibungen auf „Bahn zum Berg“ und Anfang Oktober 2025 übers Rattnertörl, wie hier beschrieben.
Wanderung von Leoben nach Bruck/Mur
Von meinem Wohnort in Wiener Neustadt erreiche ich Leoben in kurzweiligen 90 Minuten. Ich verlasse den Bahnhof und gehe links 300 Meter an der Straße, dort führt ein Fußgängersteg über die Bahn. Nach weiteren 100 Metern biegt links die Moskenbergstraße ab, hier startet der Weg 677 bei einem Pferdegestüt. Die sich emporschlängelnde Asphaltstraße an der Pferdekoppel vorbei kann man teils über die Wiese etwas abkürzen. Beim Abzweig des Traugottweges links weiter auf der Moskenbergstraße, die nun geschottert am Riedlbauer vorbeiführt (nicht dem „montanhistorischen“ Waldweg bergab folgen!). Bald darauf weist die Markierung in einen Waldweg, der zweimal die Forststraße quert. Hier treffe ich auf einen Leobener Schichtarbeiter, der mir einiges über die Gegend erzählen kann.


Der Anstieg zum Himberger Eck ist das steilste Stück auf dieser Wanderung. Beim Gipfelkreuz auf 1.345 Metern wartet sogar ein Gipfelbuch auf Einträge. Der schöne Ausblick und zum Rasten einladende Baumstrünke lassen die bisherigen Anstrengungen rasch vergessen.



Nun geht es rechts in östlicher Richtung steil bergab zum Forstweg (bald Waldweg), der nach Nordosten meist bergab in Richtung Kreuzsattel führt. Bei der Freudenthaler Ruhe genieße ich den Ausblick zu Gleinalpe und Fischbacher Alpen. Der Weg führt weiterhin bergab (bei der Kreuzung mit einer Forststraße leicht nach links versetzt) zur markanten Wegkreuzung beim Kreuzsattel. Dort findet sich vor einem Rastplatz auch der „Brautkasten“.


Vom Kreuzsattel führt der Weg 878 markiert zum Rattnertörl (der hier zuvor beschriebene Wanderweg direkt zur Kletschachalm ist nicht mehr markiert und durch Windbruch und Forstarbeiten unpassierbar). Dort biegen wir scharf recht ein und halten uns an die bequeme Forststraße nördlich des Kamms. Von dort haben wir nette Ausblicke zum Hochschwab.


Wir verlassen ihn bei einer „Fair Play“ Tafel rechts/links zum mittelmäßig markierten Wanderweg 889. Wir haben hier wieder einen schönen Hochschwab-Blick

Ich steige am Rücken entlang und neben dem Zaun direkt bis zum Gipfelkreuz am Kletschachkogel hinauf. Dort trage ich mich ins Gipfelbuch ein und genieße die herrliche Aussichtung zum Hochschwab.


In Richtung Bruck an der Mur blickend, erspähen wir als hilfreiche Wegmarke die Holzbauten der Kletschachalm. Dort ziehen wir eine kleine Schleife und wandern auf der Almstraße in Schleifen, an einem Brunnen vorbei immer gerade in Richtung Bruck.

Kaum zu übersehen ist die Abzweigung links zum markierten Wanderweg 891 in Richtung Kotzalm.


Dort traf ich einst im Mai die Almleute beim Inspizieren der noch ruhenden Almstation – sie sollte von Mitte Mai bis Ende September bewirtschaftet sein.
Nach der Alm geht es über das Kotzegg und Steiger, an einer Kapelle vorbei, in Richtung Madereck. Der kurze Abstecher zum Gipfel lohnt durchaus. Das Almgasthaus Madereck (vormals Puster) verlockt von Donnerstag bis Sonntag zu einer Rast.


Gleich links hinter dem Gasthaus führt nun der Weg 890 anfangs steil bergab in Richtung Dürrnberg.


Durch Bruck führen mehrere Varianten, diesmal biege ich von der Markierung über den „Oberen Höhenweg zur Burg Landskron ab. Wenn Zeit bleibt, lohnt ein Abstecher zum Hauptplatz mit dem schönen spätgotischen Kornmesserhaus.


Müde, aber glücklich gelange ich über die Mürzbrücke zum Bahnhof Bruck/Mur.





Leider ist der Weg zwischen Kreuzsattel und Kletschachkogel seit einiger Zeit aufgrund vieler umgestürzter Bäume kaum passierbar. Ein in Openstreetmap eingezeichneter Pfad über den Almkogel verliert sich im Wald. Bleibt die etwas langweiligere Umgehung via Rattnertörl (eine Wegkreuzung mit Bank) und ab dort ein Stück Forststraße.
Danke für deinen Hinweis!