Wanderung durch die „Neue Welt“

Diese ruhige und leichte Wanderung durch die „Neue Welt“ und über die Fischauer Vorberge nach Bad Fischau kann durchaus als Geheimtipp durchgehen. Während sich an schönen Wochenenden Autokolonnen vor der Mautstelle auf die Hohe Wand bilden, wandern wir hier fast immer einsam mit wunderbarem Blick zur Hohen Wand, zum Schneeberg und zur Ruine Emmerberg. Erst am Größenberg und hinunter nach Bad Fischau werden wir einigen Wanderern begegnen. Es lohnt, die Gehzeit von vier Stunden durch einige Pausen zu „strecken“ (siehe die Tipps am Ende!).

Anreise

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Puchberger Bahn in Bad Fischau. Foto: Gerold Petritsch
Puchberger Bahn in Bad Fischau. Foto: Gerold Petritsch

Die stündlich verkehrende „Puchberger Bahn“ braucht von Wiener Neustadt 19 Minuten zur Haltestelle Urschendorf. Beim Austeigen erhaschen wir einen ersten Blick zum noch verschneiten Schneeberg.

Durch die „Neue Welt“ und die Fischauer Vorberge

Wir gehen rechts gut 150 Meter hinauf und biegen links in den Römerweg ab, dort die Sackstraße rechts zum Wald. Ein nicht markierter Weg führt uns an einem museumsreifen Traktor vorbei zu einem ersten Blick über die „Neue Welt“ zur Hohen Wand. Der Waldweg führt nun leicht bergab in Richtung Nettinger Sattel, wir halten uns bei der nächsten Wegkreuzung rechts und passieren einen markanten Bretterzaun. Ein Stück am Waldesrand, circa 50 Meter nach dem Ende der Wiese links abbiegen, bergab zum Beck-Marterl mit Jahreszahl „1866“ und bunten Reliefs.

Beck-Marterl bei Netting. Foto: Gerold Petritsch
Beck-Marterl bei Netting. Foto: Gerold Petritsch

Wir queren die Straße und gehen auf dem asphaltierten Güterweg parallel zur Hohen Wand mit einem kurzen Linksschwenk an der Maiersdorfer Straße bis zum Prossetbach. Der Weg führt gut 1 Kilometer am Bach entlang Richtung Hoher Wand. Vom rechts abbiegenden Asphaltweg über Gaaden (Linksschwenk in den „St. Peter am Moos – Weg“) erkennen wir schon die sehenswerte Pfarrkirche von Muthmannsdorf. „St. Peter am Moos“ birgt romanische Fresken und einen keltisch/römischen Sarkophag. Am Kirchplatz Bänke und Brunnen, dessen Wasser vermutlich doch nicht trinkbar ist?! (Foto „EIN TRINKWASSER“)

St. Peter am Moos (Muthmannsdorf). Foto: Gerold Petritsch
St. Peter am Moos (Muthmannsdorf). Foto: Gerold Petritsch

Da die Kirche außerhalb des Orts liegt, müssen wir circa 800 Meter auf der wenig befahrenen Straße in den Ort gehen. An der Kapelle vorbei die Hauptstraße rechts bis zur „Grössenbergstraße“ gehen, die bald in einen Forstweg führt. Wer in Muthmannsdorf gut essen will, geht aber die Hauptstraße links zum Gasthaus Friedrich; zurück vom Gasthaus, bei der Ankündigungstafel die Burgstallstraße hinauf und später einen etwas steileren Forstweg geradeaus. Beide Wegvarianten stoßen bald zusammen.

Der Abstecher rechts zum Größenberg lohnt vor allem bei schönem Wetter: Zuerst kann beim „Gipfelkreuz“ das Gipfelbuch benutzt werden, zum zweithöchsten Punkt der Fischauer Vorberge geht’s aber noch etwa 100 Meter steil bergauf. Vom dortigen Bankerl genießt man einen wunderbaren Blick über die Neue Welt zur Hohen Wand und zum Schneeberg. Hier lässt sich auch eine allfällige Wartezeit in Bad Fischau angenehm abkürzen, wenn man zur vollen Stunde sich auf den Weg macht (circa 75 Minuten Gehzeit zum Bahnhof Bad Fischau, wo jeweils knapp nach „Viertel“ von beiden Bahnhöfen ein Zug nach Wiener Neustadt fährt).

Vom Größenberg führen zahlreiche Wege nach Bad Fischau. Ich empfehle den erst rot, dann grün markierten Weg hinunter durch die Wolfsschlucht und am ehemaligen Waldgasthaus „Kürassier“ oder der Waldandacht vorbei. Die Fischauer Vorberge waren bis zum 2. Weltkrieg das beliebteste Ausflugsziel der Wiener Neustädter Arbeiterfamilien, die sonntags in Scharen, meist zu Fuß, hierher wanderten.

In der Wolfsschlucht. Foto: Gerold Petritsch
In der Wolfsschlucht. Foto: Gerold Petritsch

Bad Fischau bietet ein auch im Winter nutzbares Freibad aus den 1870er Jahren, das unter Denkmalschutz steht sowie zahlreiche traditionelle Heurige.

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Hinweise

  • Der Weg kann ganzjährig begangen werden, im Sommer eher zeitig, da in der Neuen Welt kaum Schatten (circa 2 Kilometer Asphaltweg und -Straße)
  • Vormittags schöne Sonnenbeleuchtung der Hohen Wand 
  • Die „Wolfsschlucht“ nahe dem „Kürassier“ liegt um circa 14:30 MEZ im Sonnenlicht
  • Bad Fischau bietet zum Ausklang Heurige und ein wunderschönes Thermalbad, in dem man sogar im Winter baden kann
  • Alternativ dazu lässt sich die die Wartezeit auf den Zug mit einer Rast auf dem Größenberg oder einem Besuch des „Kaisersteins“ („Blickplatz Blumberg“) abkürzen

Tourdaten

Die Route in Zahlen: Gehzeit 4h  300HM  350HM  15km  GPX Track

Diese Tour kann mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Wien und Wiener Neustadt erreicht werden.