Skitour Muckenkogel

In diesem Fall unterscheidet sich die Öffi-Skitour von der Auto-Tour durch die Länge der Abfahrt. Auch wenn manche es klein reden: Länger ist besser.

Ich kannte bisher nur die Varianten von Lilienfeld Bahnhof oder die Überschreitung von Innerfahrafeld über Hinteralm und Muckenkogel nach Lilienfeld zum Bahnhof. Wobei die Strecke Lilienfeld Bahnhof bis zur Talstation des Sessellifts halt ein Fußmarsch entlang der Straße ist.

Peter kennt aber einen Geheimtipp, der die Tragedauer, entsprechend der Schneelage, deutlich verkürzt. Der Tipp ist halt ab jetzt nicht mehr geheim: Start und Ziel ist die Station „Lilienfeld Krankenhaus“.

Wir gehen den Tag sehr gemütlich an, indem wir eine späte Verbindung wählen und erst um 11:46 ankommen.

Peter Backé lässt die Winterlandschaft an sich vorbei ziehen. Foto: Martin Heppner
Peter Backé lässt die Winterlandschaft an sich vorbei ziehen. Foto: Martin Heppner

Während wir uns auf das Aussteigen vorbereiten, spricht mich ein Pärchen an und fragt mich, ob ich „der Martin Heppner wäre“ und dass sie die Anregungen auf Bahn zum Berg und der Facebook Gruppe ganz toll finden. Dieser Tag beginnt schon einmal sehr gut.

Das Stille Tal

Von der Bahnhaltestelle gehen wir zum Krankenhaus hinauf, an den Parkplätzen vorbei und biegen rechts auf die Straße ab, diese dann nach Süden leicht bergauf. Da auf der Seite genug Schnee liegt, schnallen wir schon sehr früh an und gehen bis zur Schranke bereits mit den Tourenski. Dort ist das Stille Tal, bzw. der Lilienfelder Rundwanderweg schon angeschrieben.

Der Forstweg ist gespurt, vor uns sind schon Skitourengeher und Schneeschuhwanderer unterwegs gewesen.

Durch das Stille Tal. Foto: Peter Backé
Durch das Stille Tal. Foto: Peter Backé

Da die Autofahrer vom Parkplatz auf der anderen Seite des Glatzwiesensattels heraufkommen und nicht auf dieser Seite, entspricht das Stille Tal seinem Namen.

Durch das Stille Tal. Foto: Peter Backé
Durch das Stille Tal. Foto: Peter Backé

Glatzwiesensattel

Ab hier ist es mit der Stille vorbei. Skitourengeher und „Skitourenläufer“ ziehen ab hier gemeinsam mit uns hinauf und an uns vorbei. Bei der Abfahrt ist der Glatzwiesensattel, wo wir wieder unserem Aufstiegsweg folgen werden und von oben kommend links abbiegen.

Glatzwiesensattel. Foto: Peter Backé
Glatzwiesensattel. Foto: Peter Backé

Am Ende der Glatzwiese gibt es die Möglichkeit der Forststraße nach rechts zu folgen, oder nach links dem Jägersteig zu folgen. Wir wählen den Jägersteig, weil er die lange Schleife des Forstwegs abkürzt. Dafür ist er deutlich steiler.

Danach bleiben wir auf der Forststraße – obwohl es noch einmal ein Stück Jägersteig gäbe. Die Einsparungsmöglichkeit ist nicht mehr so deutlich gegeben.

Schließlich kommen wir unterhalb der Lilienfelder Hütte auf eine große Tiefschneepiste, die allerdings schon recht stark verspurt ist. An deren rechten Rand gehen wir hinauf.

Ab der Bahnhaltestelle gemessen, gehen wir nach eineinhalb Stunden an der Lilienfelder Hütte vorbei.

Aufstieg vor Lilienfelder Hütte. Foto: Peter Backé
Aufstieg vor Lilienfelder Hütte. Foto: Peter Backé

Ab der Lilienfelder Hütte wurde mit einer Pistenraupe eine Abfahrt präpariert. Diese führt am Muckenkogel vorbei – ich vermute bis zur Traisner Hütte auf der Hinteralm. Da wir nur bis zum Muckenkogel gehen, kann ich die Piste nur bis dorthin bestätigen.

Piste

Nach der Bergrettungshütte kommt ein langer, flacher Teil.

Zwischen Lilienfelder und Traisner Hütte ist die Strecke präpariert. Foto: Peter Backé
Zwischen Lilienfelder und Traisner Hütte ist die Strecke präpariert. Foto: Peter Backé
Direkter Aufstieg auf den Muckenkogel. Foto: Peter Backé
Direkter Aufstieg auf den Muckenkogel. Foto: Peter Backé
Bankerl am Muckenkogel. Foto: Peter Backé
Bankerl am Muckenkogel. Foto: Peter Backé

Von der Bahnhaltestelle weg bis auf den Gipfel des Muckenkogels haben wir also gemütliche zweieinhalb Stunden gebraucht. Im Klartext bedeutet das, dass Peter ohne mich unter zwei Stunden geblieben wäre…

Vom Muckenkogel wären es noch einmal 20 Minuten bis zur Traisner Hütte hinüber. Da diese derzeit sowieso nicht offen hat und trotzdem alle Leute dorthin gehen, lassen wir das letzte Stück aus und jausnen am Bankerl am Muckenkogel.

Bisher hatten wir mit der Sonne Glück – jetzt zieht es aber zu und die gefühlte Temperatur sinkt sofort.

Abfahrt

Da es kälter wird, packen wir alles ein, ziehen uns an und machen uns für die Abfahrt fertig.

Derzeit fährt jeweils 14 Minuten nach der vollen Stunde der Zug Richtung St. Pölten ab. Peter rechnet sich aus, dass wir eine Stunde vor der gewünschten Abfahrt aufbrechen sollten. Das tun wir dann auch und das empfehle ich hiermit auch gerne weiter.

Der erste Teil bis zur Bergrettungshütte verläuft über die präparierte Piste. Wir bleiben auf der Piste bis nach der Lilienfelder Hütte – man könnte aber auch schon weiter oben in den Tiefschneehang einfahren.

Nach der Hütte kommt der eigentliche Tiefschneehang. Der Schnee ist ganz pulvrig und damit sehr leicht zu fahren. Da das in diesem Winter aber erst meine zweite Skitour ist, reicht diese kurze und einfache Abfahrt bereits, um die Muskeln in meinen Oberschenkeln zu spüren.

Bereits stark verspurte Tiefschneepiste. Foto: Martin Heppner
Bereits stark verspurte Tiefschneepiste. Foto: Martin Heppner

Nach der Abfahrt links halten! Wir möchten unserem Aufstiegsweg zur Glatzwiese folgen. Bis dorthin ist es der bekannte Forstweg, der schön ausgefahren, breit genug und daher ganz einfach zu fahren ist.

Auf der Glatzwiese wieder links halten! Alle anderen fahren nach rechts die Abfahrt zum Parkplatz hinunter, während wir nach links in das Stille Tal abbiegen.

Bei weniger günstigen Verhältnissen als heute, z.B. wenn der Schnee sehr nass und schwer oder gefroren wäre, stelle ich mir die Abfahrt durch das Stille Tal nicht einfach vor. Weniger geübte Skifahrer sollten sich hier vielleicht überlegen zum Parkplatz abzufahren und dann zum Bahnhof hinaus die Ski zu tragen. Andererseits muss ich sagen, dass man die Abfahrt ins Stille Tal auch probieren kann: Wenn es nicht gut geht, kann man immer noch die Ski tragen. Das wäre bei der Abfahrt zum Parkplatz auch notwendig.

Am letzten Stück ist mittlerweile ein Traktor auf der Schotterstraße gefahren, wodurch die Abfahrt direkt am Weg nicht mehr möglich ist. Das ist soweit kein Problem, weil wir über die große Wiese ausweichen können. Am Ende der Wiese schnalle ich ab und trage meine Ski, während Peter am Rand im Schnee vorsichtig abfährt. Man sieht am Foto unten schon das Dach des ersten Hauses – dort, wo der Schranken ist und wo man sowieso abschnallen muss.

Traktorspuren im Schnee. Foto: Martin Heppner
Traktorspuren im Schnee. Foto: Martin Heppner

Wir brauchen für die Abfahrt vom Muckenkogel bis zum Schranken etwa 30 Minuten. Bis zur Bahnhaltestelle 45 Minuten.

Für mich war das eine sehr schöne, stressfreie Skitour: Eine Skitour, zu der man prinzipiell auch später am Vormittag starten kann – sofern die Schneeverhältnisse das zulassen.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   3:30 Std Skitour   900 HM   900 HM   13 km   GPX Track

Diese Tour kann mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Linz, St. Pölten und Wien erreicht werden.