Ins Land schauen von der Hohen Wand

Sehr schöne Wanderung über die Länge der Hohen Wand! Hanselsteig hinauf, aussichtsreich und kulinarisch voll ausgestattet weiter. Grafenbergweg hinunter.

Seit Juli 2020 kann man den nordöstlichen Teil der Hohen Wand die ganze Woche mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen!

Anreise

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Aufstieg Hanselsteig

Alternative: Wem die lange Leiter im Hanselsteig unsymphatisch ist, kann von Stollhof direkt nach Norden gehen, um über den Leiterlsteig aufzusteigen. Dort gibt es eine Steilstufe und die ist mit Seil versichert.

Auf unserer Karte ist der Weg von „Stollhof Kapelle“ eingezeichnet. Dort steigen wir auch aus dem Bus. Der Weg zur Hohen Wand recht klar, weil diese ja gut sichtbar vor einem liegt. Auch das Karnitschstüberl ist von unten schon zu sehen. Genau dort wollen wir hin.

In jedem Fall führt der Weg an diesem Hütterl vorbei – ich vermute ein Wasserreservoir?

Wasserreservoir. Foto: Martin Heppner
Wasserreservoir. Foto: Martin Heppner

Ab hier führt der Weg gut markiert und ausgetreten durch den Wald zum Wandfuß und steilt dann sehr rasch auf. Das nächste Foto zeigt den Blick aus dem Wald hinauf – die Größenordnungen zwischen Mensch (im Bild der Wanderfuchs) und Fels werden hier deutlich.

Karnischstüberl von unten. Foto: Martin Heppner
Karnischstüberl von unten. Foto: Martin Heppner

Der Aufstieg ist schon sehr alt. Das merkt man an den abgewetzten und speckigen Felsstufen und -griffen. Die steilen Stellen beginnen gleich unten mit Seilversicherungen – zu Beginn sogar beidseitig.

Prinzipiell ist der Hanselsteig ein Klettersteig der Schwierigkeit B. Wer so etwas noch nie gegangen ist, oder sich nicht ganz sicher ist, sollte jedenfalls ein Klettersteigset mitnehmen.

Der Hanselsteig ist ob seiner Kürze und der begrenzten Schwierigkeit B auch für Kinder tauglich (sofern sie groß genug sind um die Leitersproßen hinaufzusteigen). Da Kindern keine verläßliche Selbstsicherung zugetraut werden darf, sollten sie an ein kurzes Sicherungsseil genommen werden. Dann ist aber eine Selbstsicherung des Erwachsenen aus meiner Sicht unabdingbar, weil das Schlimmste wäre es, das eigene Kind bei einem Sturz mitzureissen!

Beginn des Hanselsteigs. Foto: Martin Heppner
Beginn des Hanselsteigs. Foto: Martin Heppner

Im Karnitschstüberl unterhalten wir uns mit dem Wanderfuchs, den wir dort zufällig treffen und neugierig zuschaut, als Veronika ein „Bahn zum Berg“-Pickerl ins Steigbuch klebt. Ich mache ein Foto von ihm (dessen Veröffentlichung er uns erlaubt) und er macht ein Foto von uns (dessen Veröffentlichung er uns ebenfalls zusagt). Ein sympathisches Treffen. Beginnt schon sehr gut dieser Tag!

Karnischstüberl. Foto: Martin Heppner
Karnischstüberl. Foto: Martin Heppner
2/3 des Bahn zum Berg Vorstands
Foto: Wanderfuchs

Nach dem Karnitschstüberl, das mit der neuen Bank ein wirklich schönes Plätzchen für eine Jause inklusive Blick ins Land ist, führt der Weg schmal und mit einer Art Geländer gesichert, um den Felsen herum. Auf der anderen Seite finden wir die zwei Leitern im Felsspalt vor.

Die untere Leiter ist die kürzere, die obere ist recht steil und lehnt sich nach rechts. Das ist zuerst ungewohnt, führt aber beim Hinaufsteigen dazu, dass ich mich mit meinen Füßen gegen die rechte Felswand drücke. Es wäre jetzt etwas seltsam zu behaupten, dass ich mich mit meinem Popo am Felsen festgehalten hätte – da letzterer aber nicht ganz glatt ist, kann ich mich dort schon ganz angenehm verkeilen.

Der Ausstieg ist ein bisserl luftig. Da aber wirklich ausreichend viele Eisenstifte und -klammern in den Fels neben und über der Leiter getrieben wurden, ist objektiv gesehen keine große Schwierigkeit vorhanden.

Danach geht es im schrofigem Gelände und einigen wenigen weiteren versicherten Stellen hinauf.

Schon beim Karnitschstüberl haben wir eine schöne Sicht in das Umland. Hier am Ausstieg des Hanselsteigs können wir uns auch wieder auf die Aussicht konzentrieren. Das Foto zeigt zeigt den Blick zum Kohlröserlhaus, das unser nächstes Ziel ist.

Blick vom Hanselsteig zum Kohlröserlhaus. Foto: Martin Heppner
Blick vom Hanselsteig zum Kohlröserlhaus. Foto: Martin Heppner

Vorbei am Kohlröserlhaus

Nach dem Hanselsteig kommen wir oben zu einer Asphaltstraße und gehen diese nach links, Richtung Süden. Überhaupt bleibt die Richtung Südwesten ab jetzt die vorherrschende Richtung für uns bis zum Bahnhof Grünbach.

Blick die Hohe Wand entlang nach Süden. Foto: Martin Heppner
Blick die Hohe Wand entlang nach Süden. Foto: Martin Heppner

Nur wenige Minuten nach dem Ausstieg gehen wir am Kohlröserlhaus vorbei. Wir sind wenige Tage vor der Wiedereröffnung der Lokale nach Corona unterwegs. Daher können wir noch nirgendwo einkehren. Ab dem 15.05.2020 ist das ja wieder anders!

Vorbei am Gasthof Postl

Nach dem Kohlröserlhaus bleiben wir auf der Straße, gehen die scharfe Linkskurve nach unten mit und kommen zu der Kreuzung, wo die Mautstraße vom Sonnenuhrparkplatz heraufkommt.

Dort stehen einerseits viele Wegweiser und Karten – andererseits gilt „Richtung Südwesten“. Zusätzlich sieht man zwischen den Bäumen schon die Engelbertkirche. Dort gehen wir vorbei.

Kreuzung bei der Mündung der Auffahrtsstraße. Foto: Martin Heppner
Kreuzung bei der Mündung der Auffahrtsstraße. Foto: Martin Heppner

Ich wusste bisher nicht, dass es eine „Dr. Dollfuss Gedächtnisstätte“ auf der Hohen Wand gibt. Ich persönlich habe aus meinem Geschichtsunterricht nicht unbedingt den positiven Tenor mitgenommen, den ich auf Wikipedia zum Eintrag „Engelbertkirche Hohe Wand“ finde. Naja. Jetzt wissen wir das auch, dass es so etwas auf der Hohen Wand gibt.

Engelbertkirche Hohe Wand. Foto: Martin Heppner
Engelbertkirche Hohe Wand. Foto: Martin Heppner

Vor der Kirche ist eine Wiese und schwache Steigspuren führen hinunter zur Mautstraße.

Am Ende der langgezogenen Kurve, führt ein Weg nach rechts in den Wald. Hier gehen wir bergauf. Alternativ kann man natürlich auch auf der Straße gehen und dann abbiegen. Wir gehen jedenfalls annähernd diagonal durch und kommen beim ehemaligen Haus Almfrieden / jetzigen Seminarhaus Bergzendo heraus.

Ab hier gehen wir fast durchgängig an der Kante der Hohen Wand entlang und schauen damit die ganze Zeit auf Felsabbrüche, auf die Ortschaften und Hügelketten darunter.

Hohe Wand. Foto: Martin Heppner
Hohe Wand. Foto: Martin Heppner

Eine historisch interessante Stelle ist noch ein alter Kalkofen, der darüber aufklärt, was es zu dem Thema in der Region zu wissen gibt!

Kalkofen. Foto: Martin Heppner
Kalkofen. Foto: Martin Heppner
Maiersdorf. Foto: Martin Heppner
Maiersdorf. Foto: Martin Heppner
Skywalk. Foto: Martin Heppner
Skywalk. Foto: Martin Heppner

Nach der Startwiese für Paragleiter gehen wir nach rechts zum Gasthof Postl. Geradeaus wäre der Abstieg über die Völlerin, oder direkter, durch die Frauenlucke.

Um Punkt 11:00 gehen wir am (noch geschlossenen) Gasthof Postl vorbei. Bis hierher waren wir 1,5 Stunden unterwegs. Der Gasthof bietet sich natürlich zum Mittagessen an.

Die nächste Möglichkeit wäre das Gasthaus Luf, kurz vor dem ehemaligen Hochkogelhaus.

Gasthof Postl. Foto: Martin Heppner
Gasthof Postl. Foto: Martin Heppner

Vorbei am Hubertushaus

Den Parkplatz vom Gasthof Postl queren wir nach Westen, bleiben auf der Straße auch nach der scharfen Linkskurve vor der Langen Wiese und biegen dann am markierten Weg nach rechts in den lichten Wald ab.

Es geht auf einem Schotterweg leicht bergauf. Im Wesentlichen machen wir einen Bogen um den Schwarzgraben herum, um keine Höhenmeter zu verlieren.

Die Aussicht ist hier sehr schön!

Durch den Hochgraben hinunterschauen. Foto: Martin Heppner
Durch den Hochgraben hinunterschauen. Foto: Martin Heppner

Nach dem Gasthaus Luf und dem Hochkogelhaus führt der Weg ein Stück in den Leitergraben hinunter.

Achtung! Nicht mit dem Leiterlsteig verwechseln. Das ist mir passiert…

Wer die 200 Höhenmeter nicht hinunter und auf der anderen Seite wieder hinaufgehen möchte, muss eine relativ große Runde über die Kleine Kanzel in Kauf nehmen.

Landschaftlich ist die Querung des Leitergrabens auf alle Fälle sehr schön und eine erfrischende Abwechslung von der Plateauwanderung oben. Vom Hochkogelhaus bis zum Hubertushaus muss man etwa 40 bis 50 Minuten einrechnen.

Krezung im Leitergraben. Foto: Martin Heppner
Krezung im Leitergraben. Foto: Martin Heppner
Aufstieg Richtung Hubertushaus. Foto: Martin Heppner
Aufstieg Richtung Hubertushaus. Foto: Martin Heppner

Nach dem Leitergraben geht es nur mehr flach bergauf. Ab hier treffen wir immer wieder auf Steinböcke, die ganz knapp neben dem Weg lagern und kein wirkliches Fluchtverhalten zeigen.

In der Hälfte nach dem Leitergraben und dem Hubertushaus machen wir an einem sonnigen Plätzchen eine Pause und jausnen. Dadurch gehen wir kurz vor 13:00 wir am Hubertushaus vorbei.

Das heißt, wir sind jetzt 4 Stunden unterwegs.

Hubertushaus. Foto: Martin Heppner
Hubertushaus. Foto: Martin Heppner

Vorbei an der Wilhelm-Eichert-Hütte

Vom Hubertushaus bis zur Wilhelm-Eichert-Hütte bleibt der Weg nahe der Kante – ohne jemals ausgesetzt zu sein. Wir wandern weiterhin an Steinböcken vorbei und haben noch für 20 Minuten wunderbaren Ausblick!

Steinböcke. Foto: Martin Heppner
Steinböcke. Foto: Martin Heppner

Die Wilhelm-Eichert-Hütte bietet für diese Route die letzte Möglichkeit der Stärkung vor dem Abstieg.

Wilhelm-Eichert-Hütte. Foto: Martin Heppner
Wilhelm-Eichert-Hütte. Foto: Martin Heppner

Abstieg über den Grafenbergweg

Direkt nach der Wilhelm-Eichert-Hütte, führt der Grafenbergweg recht gemütlich ins Tal, Richtung Grünbach am Schneeberg und dem Bahnhof.

Zur Zeitplanung – falls man einkehren möchte: Von der Hütte hier, braucht man recht genau eine Stunde bis zum Bahnhof. Rechnet man also von der gewünschten Abfahrtszeit (siehe Fahrplanabfrage unten) zurück, kann man schön ausrechnen, wann man hier weggehen muss.

Aussicht vom Grafenbergweg. Foto: Martin Heppner
Aussicht vom Grafenbergweg. Foto: Martin Heppner

Am Weg hinunter kommen wir an der Infotafel vorbei, die darüber aufklärt wer Alois Wildenauer war. Die Geschichte mit den genagelten Schuhen in der Messe finde ich sehr lustig. Kann ich mir gut vorstellen, dass das wirklich so passiert ist. Ich kenne auch wen, der mit Faltrad direkt aus dem Büro losmaschiert…

Der Weg hinunter ist durchwegs gut markiert. Prinzipiell zeigen die Wegweiser Richtung Seiser Toni in die richtige Richtung. Nach den steilen Teilen müsste man aber nach Südosten gehen, um zum Seiser Toni zu gelangen.

Für uns gilt aber – wie eingangs erwähnt – noch immer: „Südwesten ist richtig!“ Wir halten uns also tendenziell rechts. Der markierte Weg führt an der Schotterstraße entlang – schöner ist es aber links davon im Wald zu gehen. So lange man die Richtung Südwesten einhält, ist alles in Ordnung.

Die Wiese zwischen Wald und Grünbach kann man auf einem breiten Weg durchqueren, ohne dass man den Bauern das Gras oder das Getreide zusammentritt. Diesen Punkt findet man aber sehr leicht, weil der Weg parallel zur Wiese im Wald verläuft, und wir dadurch recht gut sehen wohin wir gehen müssen.

Feldweg zum Bahnhof in Grünbach/Schneeberg. Foto: Martin Heppner
Feldweg zum Bahnhof in Grünbach/Schneeberg. Foto: Martin Heppner

Obwohl wir den ganzen Tag tolles Wanderwetter hatten, versteckt sich der Schneeberg unter einer dichten Wolken- und Nebeldecke. Schade, weil von hier hat man wirklich einen ganz phänomenalen Blick auf den Schneeberg!

Blick Richtung Schneeberg (wolkenumhüllt). Foto: Martin Heppner
Blick Richtung Schneeberg (wolkenumhüllt). Foto: Martin Heppner

Nach der Wiese betreten wir wieder bebautes Gebiet und gehen zwischen Häusern durch. Auf der Asphaltstraße angelangt wenden wir uns nach rechts und gehen über den Bahnübergang.

Danach gleich nach links – da ist schon der Bahnhof Grünbach am Schneeberg!

Wir waren vom Bus bis zur Bahn 5 Stunden unterwegs.

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Bahnhof Grünbach am Schneeberg. Foto: Martin Heppner
Bahnhof Grünbach am Schneeberg. Foto: Martin Heppner

Tourdaten

Die Route in Zahlen: Gehzeit 6h  1.000HM  900HM  13km  GPX Track

Fazit

Sehr, sehr schöne Wanderung! Abwechslungsreich, aussichtsreich, kulinarisch voll ausgestattet! Ist wirklich für jeden etwas dabei!


Diese Tour kann mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Wien und Wiener Neustadt erreicht werden.