Öhler und Schober andersrum

Genießer – Wanderung im Angesicht des Schneebergs: von Puchberg über Blättertal, Öhler und Schober zurück nach Puchberg.

Diese Runde bin ich vor einiger Zeit mit einer Freundin und meiner Mama gegangen und wir alle drei waren von der landschaftlichen Schönheit sehr beeindruckt. Allerdings haben die beiden den Gipfelsturm verweigert. Damals sind wir vom Öhler Schutzhaus nach einem köstlichen Mittagessen unter den beiden Gipfeln Öhler und Schober über den Inmitzersteig zur Schoberkapelle und zurück nach Puchberg gewandert.

Am heutigen schönen, frühsommerlichen Tag im Mai möchte ich den Gipfelsturm nachholen.

Anreise

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Gut zu wissen: In der Puchberger Bahn ist ein Fahrschein-Automat, man braucht also morgens keine Rückfahrtkarte zu kaufen, sondern kann das dann bei Antritt der Heimreise gemütlich im Zug erledigen.

Richtung Ascher und Kaiserebenwiese

Ich verlasse den Bahnhof Puchberg und gehe über den (leeren) Parkplatz und eine Brücke einfach den Schildern Öhler Schutzhaus ins Sierningtal nach. Hübsche Häuschen mit sehr gepflegten Gärten säumen die Straße. Nach kurzer Zeit biege ich aber nach rechts ab und wandere über eine Wiese bergauf Richtung Ascher. Wenn man sich umdreht, hat man einen ersten wunderschönen Blick zum Schneeberg hinüber.

schneeberg
Foto: Veronika Schöll

Ich plane meine erste Trinkpause auf der Kaiserebenwiese, die ich nach ein paar Kilometern im Wald erreiche. Leider weht auf der offenen Wiesenfläche ein recht kalter Nord-Wind und so mache ich, dass ich in den Wald zurück komme. Auch auf der Wiese zeigt sich der Schneeberg von seiner schönsten Seite.

Blättertal und rauf auf die Dürre Wand

Ich wechsle nun öfters zwischen Forststraße und Waldwegen, aber immer gut markiert. Gehe um den Haltberg, den man von Puchberg als kegelige Erhebung gut erkennt, sanft an- und absteigend herum.

Bevor die Runde aber komplett wird, biege ich von der Forststraße rechts nach Blättertal ab. Ich komme zu einem großen Bauernhof, an dem ich vorbei Richtung Gauermann Hütte und Katherinenschlag gehe. Beides befindet sich schon oben auf der Dürren Wand. Das heißt, ab jetzt geht es etwas steiler bergauf.

Ich erreiche über eine von Enzianblüten blau gefärbte Wiese den lang gezogenen Grat der Dürren Wand. Oben angekommen geht es für mich links weiter zum Öhler Schutzhaus und nicht rechts zur Gauermannhütte. Ab hier beginnt der für mich genussreiche Teil über den Höhenrücken der Dürren Wand, ohne wesentliche Höhenunterschiede, über Wald- und Almboden. Mit vielen schönen Ausblicken, natürlich auch wieder zum Schneeberg. Das macht diesen Weg viel attraktiver als es der direkte Aufstieg zum Öhler-Schutzhaus aus Puchberg ist.

Vor mir stehen plötzlich zwei Gemsen am Weg. Sie schauen mir zu, wie ich mein Handy zum Fotografieren in Stellung bringe und springen dann über den steilen Felsabfall der Dürren Wand davon – hab ich da ein Lächeln im Gesicht der einen gesehen ? (Ich habe heute leider kein Foto für dich.)

Kurz vorm Öhler Schutzhaus auf dem Waldsteig bleiben und nicht die Forststraße nehmen, sonst fällt man um einige schöne Tiefblicke Richtung Norden um.

Öhler und Schober

Ich komme beim Öhler Schutzhaus an, noch ist es geschlossen. Die windstillen, sonnigen Rastplätze sind alle besetzt. So geh ich weiter zum Öhlergipfel. Dieser mutet etwas alpiner an als der Schobergipfel, hat aber dafür kein Gipfelkreuz. Mir gefällt der kleine Steig am Grat zwischen den beiden Bergen sehr. Er geht entlang von Felsen recht schmal dahin, bis er schließlich am Schober Gipfel endet. Ein bisschen Trittsicherheit schadet nicht, vor allem wenn es naß oder gatschig ist.

Den Schobergipfel hat eine Familie in Beschlag genommen, es wird wieder nichts mit meiner Pause. Da ich schon hungrig bin, hüpfe ich den steilen Abstieg von Schober recht schnell hinunter und erreiche bald die Schoberalm. Eine herrliche große Almfläche mit einer Kapelle, alten knorrigen Bäumen und keinem Menschen weit und breit. Hier lasse ich mich in die weiche Wiese fallen, esse meine mitgebrachte Jause und döse in der Sonne.

Dann gehe ich weiter Richtung Puchberg und komme wieder ins Sierningtal von wo ich gestartet bin.

Rückfahrt nach Wien

Der Zug von Puchberg geht stündlich nach Wiener Neustadt mit direktem Anschluss nach Wien. Falls man zeitlich ungünstig in Puchberg ankommt, kann man sich dort noch ein wenig die Zeit vertreiben. Man könnte den Tag bei einem Eiskaffee oder Radler ruhig und gemütlich ausklingen lassen, wenn das Park-Cafe Langegger wieder geöffnet ist. Oder man kostet sich durch die köstliche Vielfalt des Puchberger Eierlikörs.

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Tourdaten

Die Route in Zahlen: Gehzeit 6h  880HM  880HM  20km 

Diese Tour kann mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Wien und Wiener Neustadt erreicht werden.