Stadtwanderweg 3 Neuwaldegg

Historische Obelisken in der Schwarzenbergallee, ob die Kyselak-Inschrift echt ist, wissen wir nicht. Foto Veronika Schöll

Von der Endstation der Straßenbahn 43 in Neuwaldegg durch den Schwarzenbergpark und übers Hameau zurück zum 43er.

Auf diesem Stadtwanderweg begleiten mich Regine und Huntie, und die Geschichtes des Grafen Lacy. Mit der Bim 43 fahren wir bis zur Endstation in Neuwaldegg. Im historischen Wartehäuschen finden wir eine Überblickskarte für unsere heutige Tour.

Endstation - bitte alles aussteigen! Foto Veronika Schöll
Endstation – bitte alles aussteigen! Foto Veronika Schöll

Nach ausgiebigem Studium der Wanderkarte, nur um deren Inhalt sofort wieder zu vergessen, verlassen wir die Straßenbahnhaltestelle. Wir überqueren die Alszeile und gehen diese ein Stück nach Norden hinauf bis links die Waldegghofgasse abzweigt.

Alles was man wissen und sich merken sollte. Foto Veronika Schöll
Alles was man wissen und sich merken sollte. Foto Veronika Schöll

Verirren leicht gemacht

Hier finden wir auch den ersten der auf der ganzen Strecke recht spärlich verteilten Stadtwanderweg-Holzpfeile und einige andere gelbe Wegweiser. Bei der nächsten Kreuzung folgen wir brav der blauen Markierung, die sehr prominent nach links zeigt.

Bitte dem Holzpfeil folgen. Foto Veronika Schöll
Bitte dem Holzpfeil folgen. Foto Veronika Schöll

Nach einiger Zeit fällt mir aber die Wanderkarte im Wartehäuschen wieder ein. Darauf führt der Weg schnurgerade nach Norden und biegt nicht nach Westen ab, so wie wir es gerade getan haben.

Also wieder retour.

Besser gleich merken: Wo die Wegweiser nach links zeigen, geradeaus gehen :-). Überhaupt auf diesem Stadtwanderweg alle Markierungen ignorieren und nur nach den Holzpfeilen Ausschau halten.

Im Schwarzenbergpark

So gelangen wir dann doch in die Schwarzenbergallee, die in einer langen Geraden durch den Schwarzenbergpark zieht. Zuerst aber am Schloss Neuwaldegg vorbei, dessen ehemaliger englischer Landschaftsgarten den heutigen Schwarzenbergpark bildet. Das Schloss befindet sich im Privatbesitz und diente im 18.Jahrhundert Franz Moritz Graf von Lacy als Wohnsitz. Graf von Lacy war ein gefeierter Feldmarshall. Er gehörte zu den engsten Freunden Kaiser Josephs II, wie ein berührender Abschiedsbrief des Kaisers kurz vor seinem Tod an Lacy beweist.

Während Joseph II in der Kapuzinergruft ruht, befindet sich das Grabmal des Grafen, die sogenannte Moritzruhe, auch heute noch im Schwarzenbergpark.

Der Neuwaldegger Park wurde später nach den späteren Besitzern, der Familie Schwarzenberg umbenannt. Wer tiefer in diese Geschichte eintauchen möchte, kann beispielsweise in den Zeitreisen der Wiener Zeitung nachlesen.

Historische Obelisken in der Schwarzenbergallee, ob die Kyselak-Inschrift echt ist, wissen wir nicht. Foto Veronika Schöll
Historische Obelisken in der Schwarzenbergallee, ob die Kyselak-Inschrift echt ist, wissen wir nicht. Foto Veronika Schöll

Aufs Hameau

Wir wandeln also in einer imaginären Robe a la Francaise die Schwarzenbergallee entlang bis zum Parapluieteich, vor dem wir nach rechts abbiegen. Wir kommen an einer schönen Wiese mit hölzernen Liegestühlen vorbei. Dann zu einer Wegkreuzung, an der wir scharf links abbiegen.

Bei der nächsten Weggabelung ignorieren wir die blaue Markierung und halten uns links. Hinauf aufs Hameau (464m) und weiter Richtung Dreimarkstein.

Die blaue Markierung ignorieren wir und halten uns links. Foto Veronika Schöll
Die blaue Markierung ignorieren wir und halten uns links. Foto Veronika Schöll

Am Hameau, dem höchsten Punkt des Schwarzenbergparks, begegnet uns Graf Lacy wieder. Hier befand sich das Holländerdörfl, es diente der Unterbringung von Graf Lacys Gästen. Gebaut nach holländischer Mode, standen hier mehrere – heute würde man Chalets sagen – kleine Holzhäuschen. Jedes mit einem Obstbaum vor der Tür.

Nach Lacys Tod verfiel das künstliche Dörfchen.

Das spätere Waldgasthaus am Hameau war sommers wie winters ein beliebtes Wiener Ausflugsziel. In den 1960ern wurde es abgetragen und nur das gemauerte Hauptgebäude blieb erhalten. Heute wird es von der Naturwacht betreut und dient als Wetterschutzhütte.

Am Hameau, der letzte Rest vom ehemaligen Waldgasthaus. Foto Veronika Schöll
Am Hameau, der letzte Rest vom ehemaligen Waldgasthaus. Foto Veronika Schöll

Wir verlassen die Hameauwiese und wandern nach Osten Richtung Dreimarkstein. Ohne im Häuserl am Roan einzukehren, folgen wir dem Holzpfeil und gehen unter der Höhenstraße durch bis zur Waldrandsiedlung.

Falls man im Häuserl am Roan einkehren möchte, geht es an der Brücke vorbei, sonst unten durch.Foto Veronika Schöll
Falls man im Häuserl am Roan einkehren möchte, geht es an der Brücke vorbei, sonst unten durch.Foto Veronika Schöll

Wir müssen die Keylwerthgasse überqueren. Ob des regen Verkehrs wirklich gut aufpassen! Zwischen Höhenstraße und Michaelerwald, vorbei am Ludwig Gruber Platzerl weiter. Hier saß der Komponist Ludwig Gruber gern und schuf seine schönsten Wienerlieder. Da gab es sicher noch keinen so dichten und lauten Autoverkehr.

Ludwig Gruber Platzerl. Foto Veronika Schöll
Ludwig Gruber Platzerl. Foto Veronika Schöll
Der Weg entlang des Michaelerwaldes ist hübsch, obwohl rechts davon der Verkehr grollt. Foto Veronika Schöll
Der Weg entlang des Michaelerwaldes ist hübsch, obwohl rechts davon der Verkehr grollt. Foto Veronika Schöll

Langsam gelangen wir zurück zum Ausgangpunkt unserer Wanderung. Wir überqueren die Neuwaldeggerstraße und suchen ein aller letztes Mal einen der Holzpfeile. Etwas weiter unten auf der Straße werden wir fündig und kehren zurück in die Schwarzenbergallee.

Runde komplett. Zurück zur Bim.

Hier geht es zurück zum Schwarzenbergpark. Foto Veronika Schöll
Hier geht es zurück zum Schwarzenbergpark. Foto Veronika Schöll

Vielleicht kennst du den Stadtwanderweg 1 noch nicht? Er hat mir wegen der vielen historischen Details auch sehr gut gefallen.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   3:30 Std Wandern   250 HM   250 HM   10 km   GPX Track

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