Wasserfallklettersteig im Montafon

Unterwegs auf der ersten Seilbrücke, in Richtung Wasserfall. Foto: Alice Frischherz

Ein schön angelegter, nicht zu schwieriger Klettersteig im Tal mit kurzem Zustieg vom Bahnhof St. Anton im Montafon.

Ende September 2022 reise ich aus der Oststeiermark in den Westen. Mein ursprüngliches Ziel ist der Arlberger Klettersteig in St. Anton am Arlberg. Warum ich diesen Steig zum damaligen Zeitpunkt nicht begehe, liegt am Wetter. Schon ein paar Tage vorher entscheide ich, dass mir die Tour zu riskant ist, weil in dem Jahr bereits Mitte September der erste Schnee in der Gegend fällt. Ein Jahr später sollte das dann nachgeholt werden. 🙂 Den Nachtzug nach Tirol habe ich bereits ein paar Wochen zuvor reserviert und so kommt es, dass ich mir in der Umgebung ein Alternativprogramm suche. Zufällig erfahre ich vom Wasserfallklettersteig im namensverwandten St. Anton im Montafon in Vorarlberg, einem Klettersteig, der im Tal liegt und somit wettertechnisch sicher sein sollte.

Die Ortschaft ist gut ans Bahnnetz angeschlossen, was die öffentliche Anreise aus vielen Orten in Vorarlberg und Tirol unkompliziert machen dürfte. Meine Hinfahrt vom Hotel in St. Anton am Arlberg besteht aus zwei Zugfahrten: zuerst nach Bludenz und dann mit der S-Bahn in Richtung Schruns bis zur Haltestelle St. Anton im Montafon. Bei meiner Ankunft ist der Himmel etwas bedeckt.

Bahnhof St. Anton im Montafon. Foto: Alice Frischherz
Bahnhof St. Anton im Montafon. Foto: Alice Frischherz

Zustieg

Vom Bahnhof gehe ich zunächst zum Wanderparkplatz, an welchem ich meine Klettersteigpartnerin Grace treffe. Von dort gehen wir ein Stück durch den Ort, meist am Bach entlang. Wir sehen am Weg bereits Wegweiser zum Wasserfall bzw. zum Klettersteig. Nach den letzten Häusern geht’s kurz durch den Wald, einen teilweise steilen Pfad entlang. Direkt beim Wasserfall befindet sich der Einstieg des Klettersteigs.

Links: Im Zustieg zum Klettersteig durch den Wald – den Wasserfall sieht man bereits. Rechts: Einstiegsstelle in den Klettersteig, direkt neben dem Wasserfall. Fotos: Alice Frischherz

Klettersteig

Nach etwa 30 Minuten ab dem Bahnhof stehen wir am Fuße des Wasserfalls und freuen uns auf die Kletterei. Wasserfallklettersteige finde ich immer besonders schön. Der Blick nach oben ist traumhaft, genauso wie das schöne Herbstwetter an diesem Tag, denn die Wolken haben sich ein bisschen verzogen. Wir ziehen uns die Kletterausrüstung an und putzen uns im Wasser noch ein bisschen die Schuhe ab, die gatschig geworden sind. Dann beginnt schon die Kletterei am steilen Fels, welche wir jedoch aufgrund von Eisentritten neben dem Wasserfall als nicht allzu schwierig empfinden. Im Verlauf des Klettersteigs klettern wir dann ein paar C-Stellen, die mir ebenso als nicht zu schwierig in Erinnerung geblieben sind.

Links: Traumhafter Blick nach oben auf blauen Himmel, Wasserfall und Fels. Foto: Alice Frischherz Rechts: Die ersten paar Metern neben dem Wasserfall. Foto: Grace König

Blick nach unten auf Trittstufen. Foto: Alice Frischherz
Blick nach unten auf Trittstufen. Foto: Alice Frischherz

Als nächstes gelangen wir zur Abzweigung zu den zwei Seilbrücken, welche auch ausgelassen werden können. Wir begeben uns jedoch auf die beiden 3-Seilbrücken. Die erste Brücke überqueren wir einzeln in Richtung eines weiteren sehr schönen Wasserfalls. Dort angekommen klettern wir am Felsen ein kurzes Stück hoch zum Beginn der zweiten Brücke, die wieder retour in Richtung Tal blickend überquert wird. Auch der Blick ins Tal ist sehr reizvoll. Ich empfehle die beiden Seilbrücken nicht auszulassen oder zumindest den Blick zum Wasserfall anzusehen.

Links: Unterwegs auf der ersten Seilbrücke, in Richtung Wasserfall. Rechts: Fast am Ende der ersten Seilbrücke angelangt. Fotos: Alice Frischherz

Links: Perspektivenwechsel auf die erste Seilbrücke mit der Ortschaft und dem Tal im Hintergrund. Rechts: Auf der zweiten Seilbrücke, nochmals mit dem schönen Wasserfallblick. Fotos: Grace König

Nach dem Abstecher über die Seilbrücken gelangen wir wieder zum Steigverlauf zurück. Laut Topo gibt es hier zwei C/D-Stellen, die ich ebenfalls nicht als zu schwierig in Erinnerung habe – das soll jedoch nicht heißen, dass der Klettersteig für Ungeübte bzw. Anfänger leicht ist. Die Einschätzung der Schwierigkeit hängt meiner Meinung nach mit Erfahrung, Routine und Tagesverfassung zusammen. An der Felswand geht es nochmals eher steil hinauf.

Links: Blick hinunter an der Felswand nach den Seilbrücken. Rechts: Ende des Klettersteigs. Fotos: Grace König

Gegen Ende des Steiges kommen dann auch wieder leichte Stellen. Oben angekommen machen wir eine kurze Pause in der angenehmen Herbstsonne.

Abstieg

Der Abstieg führt durch den Wald bergab und wir gelangen wieder auf denselben Weg, den wir bereits hinaufgegangen sind. Durch die Ortschaft zum Bahnhof zurück ist es dann auch nicht mehr weit. Für mich geht die Rückfahrt wieder zurück zum Hotel und am nächsten Tag mit Bahn und Bus nach Hause in den Osten.

Fazit

Eine sehr schöne Tour, die durch die Lage des Bahnhofs (und dessen gute Anbindung) sowie die Lage im Tal – denke ich – relativ lange im Jahr begangen werden kann.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   2:30 Std Klettersteig   300 HM   300 HM   4 km   GPX Track

– Zustieg 30 Minuten
– Klettern 1 Stunde
– Pause 15 Minuten
– Abstieg 45 Minuten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert