Gehen wir morgen auf’s Pfoner Kreuzjöchl?

Gipfelkreuz. Foto: Protect Our Winters Austria

“Gehen wir morgen auf’s Pfoner Kreuzjöchl? Hab gehört, es soll gut gehen!”

“Ja gerne! Was hältst du davon, wenn wir von Pfons aus dem Ort starten?”

“Warum nicht aus dem Arztal?” – “Weil das alle können!” …

Und das konnten wirklich alle, denn an diesem Samstag war unser Ziel sehr gut besucht; um auf den kleinen Gipfelaufbau zu kommen musste man sogar kurz warten. Unsere Aufstiegs- bzw. Abfahrtsroute wählten allerdings nur zwei andere Gruppen, wodurch wir, bis kurz vor Schluss, unsere Einsamkeit in der unverspurten weißen Einöde um die Ochsenalm genießen durften!

Pfons liegt neben Matrei am Brenner an der Ostseite des Wipptals. Mit der Buslinie 4141 gelangt man entweder vom Innsbrucker Hbf oder vom Bahnhof Matrei zum Ausgangspunkt, der Haltestelle “Pfons Gh Fuchs”. Durch die gute Erreichbarkeit von 2 Seiten ergeben sich von Innsbruck aus zwei Verbindungen im Stundentakt. Zehn Minuten nach dem Direktbus fährt die S-Bahn nach Matrei ab.

Aufstieg

Zum Aufwärmen müssen wir die Ski noch etwas tragen. (Allerdings deutlich weniger weit als bei der Öffi-Variante über das vorhin genannte Arztal.) Die Tragepassage durch die Siedlung auf der Asphaltstraße, beginnend an der “Garage Gh Fuchs” und dann rechts, oberhalb der Kirche, weiter Richtung Wald, ist aber schnell bezwungen. Für den Aufstieg hat die hier beginnende Forstraße von unten weg genug Schnee, Abkürzungen durch den Wald vermeiden wir zuerst aber aufgrund der Schneelage und der Vielzahl an Jungbaum-Gruppen.

Erst etwas weniger als eine Stunde nach dem Start, auf Höhe einer größeren Heuhütte, die am Rand einer benachbarten Wiese steht, können wir eine direktere Linie durch den ausgewachsenen Fichtenwald wählen. Einmal kreuzen wir die Forststraße, als wir sie das zweite Mal wieder erreichen, folgen wir ihr aber bis zur nächsten Kehre Richtung Norden. Ab hier ziehen wir unsere Spur durch den Wald, unter anderem vorbei an einer eingezäunten Wasserfassung.

Gerade genug Schnee für einen Aufstieg zwischen den Bäumen, trotzdem eine angenehme Abwechslung zur Forststraße. Foto: Protect Our Winters Austria
Gerade genug Schnee für einen Aufstieg zwischen den Bäumen, trotzdem eine angenehme Abwechslung zur Forststraße. Foto: Protect Our Winters Austria

Nach etwa 150 Höhenmetern erreichen wir eine gerodete Böschung, an deren Oberseite der Zaun einer Weide steht. Kurz darauf spüren wir das erste Mal an diesem kühlen Morgen die Sonne auf unserer Haut. Der Wald wird lichter, das Gelände etwas flacher. Wiederum entdecken wir eine große Heuhütte, hier folgen wir der abzweigenden Forststraße nach links.

Wir biegen an dem Stadl scharf links ab und steigen über freieres Gelände weiter auf. Foto: Protect Our Winters Austria
Wir biegen an dem Stadl scharf links ab und steigen über freieres Gelände weiter auf. Foto: Protect Our Winters Austria

Bis wir den Wald ganz hinter uns gelassen haben, behalten wir die Richtung in etwa bei. Mit den ersten Ausblicken auf freies Gelände südöstlich von uns steuern wir dieses gleich an. Nachdem wir um eine kleine Böschung herumgekommen sind, stellt sich die Frage, ob wir den breiten Gratrücken ansteuern oder “querfeldein” über die Ochsenalm zum Gipfelhang zusteigen. Unsere Wahl fällt auf die zweite Option, da uns der Wind schon auf unserer weniger exponierten Position ungemütlich lästig ist. Somit heißt es: “Immer der Nase nach!”, bzw. einfach geradeaus! (Achtung: Diese Route führt nicht entlang eines Sommerweges, und der Zustieg zum Grat am Ende des breiten Kessels erfordert sichere Verhältnisse. Zwar gibt es eine flache Stelle, die man auch von Weitem erkennt, die Flanke des Rückens hat aber Potential abzurutschen. Wir entdecken sogar eine alte Lockerschneelawine.)

Wir stehen schon neben der Ochsenalm, die Entscheidung zwischen Grat oder Kessel liegt bereits hinter uns. Hätten wir uns anders entschieden, würden wir jetzt von oben auf die gemütliche Hütte schauen. Foto: Protect Our Winters Austria
Wir stehen schon neben der Ochsenalm, die Entscheidung zwischen Grat oder Kessel liegt bereits hinter uns. Hätten wir uns anders entschieden, würden wir jetzt von oben auf die gemütliche Hütte schauen. Foto: Protect Our Winters Austria
Vor uns liegt herrliches Skigelände, daneben der Gipfelgrat mit Miselkopf am westlichen Beginn und Pfoner Kreuzjöchl am östlichen Rand des sichtbaren Teils. Foto: Protect Our Winters Austria
Vor uns liegt herrliches Skigelände, daneben der Gipfelgrat mit Miselkopf am westlichen Beginn und Pfoner Kreuzjöchl am östlichen Rand des sichtbaren Teils. Foto: Protect Our Winters Austria

Kommt man an der Ochsenalm vorbei, die übrigens im Sommer ein beliebtes Ziel für Wander- und Biketouren ist, hat man etwa die Hälfte des flachen Stückes hinter sich gelassen. Der Gipfelhang ist nicht mehr weit, unser Einstieg befindet sich rechts von einem kleinem Gupf. Wie erwartet wird nach Meistern der ersten Höhenmeter der Wind etwas stärker. Trotzdem befinden wir uns plötzlich inmitten von anderen Skitourenbegeisterten, einige von ihnen kündigen sich durch das Rasseln der Harscheisen am windgepressten Schnee an. Hat man aber noch genügend Kraft in den Füßen, um den eigenen Tritten zu vertrauen, schafft man die letzten 200 Höhenmeter auch problemlos ohne Harscheisen.

Das Ziel vor Augen kämpfen wir gegen den Wind an, und werden bald dafür belohnt… Foto: Protect Our Winters Austria
Das Ziel vor Augen kämpfen wir gegen den Wind an, und werden bald dafür belohnt… Foto: Protect Our Winters Austria

An einer breiten Stelle des Gipfelkammes werden die Ski zurückgelassen. Hier treffen wir noch auf die dritte Aufstiegsvariante zum Pfoner Kreuzjöchl aus dem Navistal. Ein paar wenige Schritte später stehen wir neben dem Gipfelfelsen, auf dem das schöne Kreuz seinen Platz gefunden hat. Glücklich und ein klein wenig ausgelaugt nach dem langen Aufstieg schaffen wir es auch noch dort hinauf für ein Gipfelfoto, und viel wichtiger, den herrlichen Ausblick vom Gipfel!

Gipfelkreuz. Foto: Protect Our Winters Austria
Gipfelkreuz. Foto: Protect Our Winters Austria

Abfahrt

Wiederum stellt sich die Frage, ob man dem Gratrücken hinunter folgt oder eine Variante über den Kessel fährt. Und wiederum entscheiden wir uns für die zweite Option. Damit nutzen wir noch herrliches Skigelände, bevor wir über die Forstraße die vielen Höhenmeter durch den Wald abfahren. Achtung, in der Mitte des Kessels fließt ein Bach. Hält man sich westlich davon, orientiert man sich für die Abfahrt zuerst am besten an der Ochsenalm. Fährt man östlich des Baches ab, ist es wichtig, nachher die Bachquerung bei einer Forstraße nicht zu versäumen! Über diesen Weg gelangt man auch wieder auf die Forstraßen Richtung Pfons, denen wir bis ins Tal folgen. Glücklicherweise kommen wir an unserem Einstieg auch wieder an, und haben sogar noch Zeit, bis der Bus kommt, um in der Sonne unsere Sachen zu packen und den Rest der köstlichen Gipfeljause zu verspeißen!

Heimreise

Nachdem wir über Matrei angereist sind, fahren wir mit dem Direktbus zurück nach Innsbruck und schließen damit die Runde. Die Taktung ist die gleiche.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   6:00 Std Skitour   1.600 HM   1.600 HM   19 km   GPX Track

Anmerkung: Der GPX-Track ist leider nur nachgebaut, da die Sportuhr kurz nach der Ochsenalm ausgefallen ist. Vor allem beim Aufstieg vom Kessel auf den Gratrücken und bei der Abfahrt ist Vorsicht geboten!

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