Skitour von Mieders übers Koppeneck nach Matrei

Rodel-Skiabfahrt. Foto Karl Plohovich

Diese herrliche Skitour auf das Koppeneck ist Tag 1 der Wipptaler Winterdurchquerung, du kannst sie aber auch unabhängig davon machen. Sie ist öffentlich super erreichbar.

Als Basislager habe ich das Parkhotel in Matrei am Brenner gewählt. Es liegt gleich gegenüber des Bahnhofs. Deshalb beginnt meine Skitour nach dem Frühstück. Weil ich in der Gruppe unterwegs bin, bringt uns der Hausherr mit dem Taxi zum Startpunkt. Wenn du am gleichen Tag öffentlich anreist kannst du den Bus vom Bahnhof nach Mieders zur Talstation der Serlesbahn nehmen.

Ab Sieben Uhr gibt es Frühstück, und das ist köstlich.
Um Neun Uhr sind wir pünktlich, Felle an den Skiern, vor dem Hotel. Flo (Florian, der Hotelier) lässt uns in den Kleinbus einsteigen. Georg nimmt mit seinem Mikrofon am Beifahrersitz Platz und macht das erste Interview für den Bayerischen Rundfunk. Flo kennt die Strecke, beruhige ich mich. Wenn ich Fragen hören und beantworten sollte, ich könnte nicht auch noch lenken.

Interview im Kleinbus. Foto Karl Plohovich
Interview im Kleinbus. Foto Karl Plohovich

Aufstieg aufs Koppeneck

Am Parkplatz der Serles-Gondelbahn lernen die Steigfelle den hart gewalzten Pisten-Kunstschnee kennen. Peter, unser heutiger Bergführer, wählt unseren Aufstieg entlang der Skipiste. Die Gruppe mischt sich durch, Gespräche entstehen, gute Gespräche. 

Start über die Skipiste. Foto Karl Plohovich
Start über die Skipiste. Foto Karl Plohovich

Es ist bei jeder Skitour ein besonderer Moment, wenn das erste Mal wärmendes Sonnenlicht das Gesicht bescheint und die schwarze, nun sonnengewärmte Tourenhose die Oberschenkel berührt.

In die Sonne und hinauf aus koppeneck. Foto Karl Plohovich
In die Sonne und hinauf aus koppeneck. Foto Karl Plohovich

Unser gemütliches Tempo lässt genügend Raum für Beobachtungen: Diese Skiläuferin scheint stolz auf ihre elegante Haltung zu sein, und jener genießt die Geschwindigkeit.

Der Schlussläufer der von einem Skilehrer angeführten Schlange stürzt; er weiß nicht, wie er wieder auf die Beine kommen soll. Will er sich aufrichten, machen sich die Skier erneut selbständig, rutschen weg und er liegt wieder da. Schließlich kann er sich doch aufrichten und der nächste Stemmbogen (so jedenfalls hat man dies zu meiner Zeit genannt) gelingt.
Ein Kind, mit durchgestreckten Knien, gibt sich selbstbewusst die Abfahrt. In welche Welt fährt dieses Kind? Ich meine jetzt nicht die aktuelle politische Situation. Wir haben über Schnee, Schneeproduktion und die Folgen des Treibhaus-Effekts gesprochen, die wir in unserer Lebenszeit beobachten konnten. In weiteren 20 Jahren – wie wird die Winterwelt dann aussehen? – Wir gehen schweigend weiter.

Am Koppeneck

Bei der Bergstation am Koppeneck wartet schon Nicole vom Tourismusverband Wipptal auf uns. Wiedersehensfreude und Freude über das herrliche Wetter und das Panorama.

Blick ins Reich der Franz-Sennhütte. Foto Karl Plohovich
Blick ins Reich der Franz-Sennhütte. Foto Karl Plohovich

Die Berge im Westen gehören zum Reich der Franz Senn Hütte, mit Ruderhofspitze & Co. Südwestlich beherrscht die Serles, von Goethe als Hochaltar der Alpen tituliert, das Panorama und unsere Fantasie, von Peters Beschreibung der Abfahrt durch die Nordrinne beflügel.

Serles mit Nordrinne. Foto Karl Plohovich
Serles mit Nordrinne. Foto Karl Plohovich

Mittagspause im Kloster Maria Waldrast

Nach ausgiebiger Pause geht es nun auf einer Forststraße/Langlaufloipe/Winterwanderroute Richtung Maria Waldrast. Die Kapellen am Wegesrand erzählen in Wort und Bild von den Geheimnissen des Rosenkranzes (fälschlich oft als Kreuzwegstationen bezeichnet).

Station am Rosenkranzweg. Foto Karl Plohovich
Station am Rosenkranzweg. Foto Karl Plohovich

Der Gnadenort geht auf die Entdeckung einer aus Holz gewachsenen Marienstatue zurück, die Hirtenknaben 1407 fanden. Seit 1429 gibt es eine Kapelle. Das Servitenkloster (seit 1621) wurde zwei Mal aufgehoben (unter Josef II. und in der NS-Zeit). Doch das Gnadenbild fand immer wieder zurück. Eine bewegte Geschichte – ja, so ist das Leben.

Nicole hat für uns – trotz des montäglichen Ruhetags der Gastwirtschaft – ein Mittagessen organisiert: reichlich und köstlich!

Maria Waldrast. Foto Karl Plohovich
Maria Waldrast. Foto Karl Plohovich
Unwiderstehlich...Foto Karl Plohovich
Unwiderstehlich…Foto Karl Plohovich

Georg macht Interviews.

Abfahrt nach Matrei am Brenner

Die Abfahrt nun bietet Ungewöhnliches, oder hast Du schon mal eine Rodelbahn als Tourenabfahrt „missbraucht“? 

Rodel-Skiabfahrt. Foto Karl Plohovich
Rodel-Skiabfahrt. Foto Karl Plohovich

Mit Schwüngen und – wo es mir zu schnell wird – im Pflug komme ich wohlbehalten beim Zielhäuschen in Mühlbachl an. 

Eindrucksvoll die schöne Zimmermannsarbeit an einem der Häuser…Foto Karl Plohovich
Eindrucksvoll die schöne Zimmermannsarbeit an einem der Häuser…Foto Karl Plohovich
… und die Stützen der Brenner-Autobahn. Foto Karl Plohovich
… und die Stützen der Brenner-Autobahn. Foto Karl Plohovich
Schöne, historische Fassaden in Matrei. Foto Karl Plohovich
Schöne, historische Fassaden in Matrei. Foto Karl Plohovich

Peter marschiert in flottem Schritt mit uns nach Matrei und zurück zum Parkhotel, das wir aufgrund der ausführlichen Rasten erst gegen 15 Uhr erreichen.  Als der Rucksack mit den Skiern am Rücken zu drücken beginnt, unterhalte ich mich mit kunstvollen Malereien und Hauszeichen.

Zum Bahnhof ist es nur mehr ein kurzes Stück.

Detail an einer Fassade. Foto Karl Plohovich
Detail an einer Fassade. Foto Karl Plohovich

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   5:00 Std Skitour   800 HM   900 HM   11 km   GPX Track

Resumee

Diese Tour ist der Einstieg in die Wipptaler Winterdurchquerung. Der Aufstieg könnte – statt auf der Skipiste – wohl auch über Forststraßen geführt werde, wenn man das Gefühl der Stille und Nähe zum Wald stärker erfahrbar machen möchte. Falls die Gastronomie in Maria Waldrast geschlossen ist, entgeht einem einiges, allerdings nicht die Einnahme einer mitgebrachten Jause auf der (Sonnen) Terrasse. Die Abfahrt über die Rodelbahn ist flott und verlangt kontrolliertes Fahren. (Falls sich die Rodelbahn als Eiskanal darbietet, könnte man „vierrädrige Hilfe“ vom Parkhotel anfordern.)

Tag 2 der Wipptaler Winterdurchquerung

Diese Tour gelingt nur mit Taxi-Unterstützung ab Bahnhof Matrei, deshalb ist sie keine „Öffi-Tour“ im eigentlichen Sinn. Alle Informationen dazu findest du in folgendem Beitrag.

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