3 Tage Südsteiermark – Rundwanderung

Im Herbst des Corona-Jahres 2020 hat mich plötzlich das Fernweh gepackt. Deshalb ging es statt in die Wiener Hausberge in die Südsteiermark – denn im südsteirische Weinland erinnert so manche Aussicht ein wenig an die Toskana. Die mehrtägige Wanderung ist inspiriert von der Route „Vom Gletscher zum Wein„, gesehen beim Steirischen Tourismusverband. Daraus wurde schließlich eine Rundwanderung durch’s südsteirische Weinland, mit Start und Ziel in Leibnitz.

Südsteiermark im Herbst - eine Bilderbuchlandschaft. Foto: Petra Jens
Südsteiermark im Herbst – eine Bilderbuchlandschaft. Foto: Petra Jens

Öffentliche An- und Abreise von Leoben (7 Tage)

Sa. 27. Nov. 2021

Leoben Hbf
Leibnitz Bahnhof
Leibnitz Bahnhof
Leibnitz Bahnhof
Leibnitz Bahnhof

So. 28. Nov. 2021

Leoben Hbf
Leibnitz Bahnhof
Leibnitz Bahnhof
Leibnitz Bahnhof
Leibnitz Bahnhof

Mo. 29. Nov. 2021

Leoben Hbf
Leibnitz Bahnhof
Leibnitz Bahnhof
Leibnitz Bahnhof
Leibnitz Bahnhof

Di. 30. Nov. 2021

Leoben Hbf
Leibnitz Bahnhof
Leibnitz Bahnhof
Leibnitz Bahnhof
Leibnitz Bahnhof

Mi. 1. Dez. 2021

Leoben Hbf
Leibnitz Bahnhof
Leibnitz Bahnhof
Leibnitz Bahnhof
Leibnitz Bahnhof

Do. 2. Dez. 2021

Leoben Hbf
Leibnitz Bahnhof
Leibnitz Bahnhof
Leibnitz Bahnhof
Leibnitz Bahnhof

Fr. 3. Dez. 2021

Leoben Hbf
Leibnitz Bahnhof
Leibnitz Bahnhof
Leibnitz Bahnhof
Leibnitz Bahnhof
Lizenzhinweise

1. Tag: Von Leibnitz nach Leutschach

Vom Bahnhof Leibnitz wandern wir nach Westen, gelangen über den schönen Hauptplatz und verlassen das Ortsgebiet Richtung Seggauberg. Das Schloss Seggau lassen wir rechter Hand und wenden uns auf dem Bergrücken nach Süden, dem wir eine Weile folgen. Auf dem Weg liegt das Tempelmuseum Frauenberg mit archäologischen Ausgrabungen aus der Kelten- und Römerzeit.

Kurz vor Rettenbach biegt der Weg nach Südwesten. Es geht durch Weingärten immer leicht bergauf und bergab. Kurz vor Leutschach sehen wir noch einen wunderschönen Sonnenuntergang. Dann geht es hinunter in die Ortschaft, wo wir ein Quartier für die Übernachtung finden.

2. Tag: Von Leutschach nach Ratsch

Der zweite Tag führt uns bis an die slowenische Grenze. Nach einem ausgiebigen Frühstück verlassen wir Leutschach Richtung Osten und steigen bald einen bewaldeten Hügel bergauf. Bald geht es wieder auf einem Bergrücken durch Weingärten dahin. Immer wieder bleiben wir stehen, um die zahlreichen Infotafeln zu studieren, die uns über die Besonderheiten der hier wachsenden Reben und der daraus gekelterten Weine näher bringen. Zwischendurch erfährt man auch Historisches über die Gegend. Beim Eorykogel gibt es einen hübschen Aussichtspunkt mit einer riesigen, gläsernen Weintraube. (Angeblich ist es die größte Weintraube der Welt.) Aufgrund der Warteschlange an Ausflüglern, die sich für ein Selfie anstellen, habe ich vom Fotografieren Abstand genommen. Die Sehenswürdigkeit ist ohnehin bestens dokumentiert.

Weiter geht es vorbei an idyllischen Buschenschanken, die mit liebevollen Details zum Verweilen einladen. Besonders gefallen hat mir ein Schild, das auf charmante Weise über das Fehlen eines WIFI informiert. Die Landschaft wird immer idyllischer, entlang der Weinstraße tummeln sich immer mehr Menschen (und hin und wieder ein Auto). An der slowenischen Grenze lädt ein besonderer Rastplatz zur Völkerverständigung ein: Der Grenztisch.

Wir durchqueren das Sulztal, steigen noch einmal zur Weinstraße hinauf und genießen die letzten Sonnenstrahlen. Dann geht es hinunter in die Ortschaft Ratsch, auch hier findet sich ohne Mühe ein Quartier. Ich probiere meinen ersten Heidensterz, der mit Schwammerlsuppe übergossen, gnossen wird.

3. Tag: Von Ratsch nach Leibnitz

Diese Etappe wurde etwas länger als geplant. Vorgesehen war eine Nächtigung in Ehrenhausen, geworden ist es ein Tagesmarsch von beinahe 30 Kilometern. Aber eins nach dem anderen.

Von Ratsch führt der Weg weiter Richtung Osten. Noch einmal führt er bis an die Grenze, auf den Platschberg. Auf diesem Berg befinden sich Reste bronze- und eisenzeitlicher Siedlungen sowie die Platschbergwarte, von der man weit in die Steiermark und nach Slowenien sieht. Auch den berüchtigten Grenzzaun gibt es hier zu sehen, der 2015 im Zuge der Flüchtlingskrise errichtet wurde. Mit 509 Metern ist der Platschberg der höchste Punkt der gesamten Tour. Ab nun geht es bergab.

Der Weg führt jetzt nach Norden. Die Gegend wird „zivilisierter“ und weniger romantisch. Nach einigen Stunden erreichen wir Ehrenhausen. Ich schaue kurz in die hübsche Barockkirche, ansonsten hält uns hier nicht viel. Mitten durch den Ort führt eine stark befahrene Straße. Es ist noch zu früh, um ein Quartier zu suchen, also beschließen wir weiter zu wandern. Als es zu dämmern beginnt müssen wir allerdings feststellen, dass alle Gasthöfe geschlossen haben. Weder in Retznei, noch in Aflenz gibt es ein Zimmer für uns. Es ist der Tag vor dem zweiten Lockdown. Wir klopfen noch an ein paar Privatpensionen, aber niemand möchte uns noch aufnehmen. So gehen wir immer weiter, bis Rettenbach hinter uns liegt und wir uns wieder auf dem Seggauer Berg befinden. Jetzt ist es auch nicht mehr weit bis Leibnitz! Im Mondlicht wandern wir schließlich bis zum Gasthaus Moser am Frauenberg und stärken uns erst mal bei einem ausgiebigen Abendessen. Man empfiehlt uns das Hotel Post in Leibnitz. Nach einem Blick auf den Fahrplan entscheiden wir aber dann, mit dem letzten Zug nach Wien zurück zu fahren. So geht ein langer Wandertag zu Ende.

Abendstimmung oberhalb von Ratsch. Foto: Petra Jens
Abendstimmung oberhalb von Ratsch. Foto: Petra Jens
Es ist der pure Genuss, durch das südsteirische Weinland zu wandern. Foto: Petra Jens
Es ist der pure Genuss, durch das südsteirische Weinland zu wandern. Foto: Petra Jens

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   3 Tage Wandern   600 HM   300 HM   64 km   GPX Track

Diese Tour kann mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Bischofshofen, Bruck an der Mur, Graz, Klagenfurt, Leoben, Linz, Mürzzuschlag, Salzburg, St. Pölten, Wien und Wiener Neustadt erreicht werden.