Auf den Großen Sonnleitstein

Gipfelfoto Großer Sonnleitstein, Blick auf Schneealpe. Foto: Petra Jens

Wenn es dich in die Berge auf einen Gipfel zieht, du aber keine Lust auf eine richtig lange Wanderung hast, dann ist der Große Sonnleitstein genau das Richtige. Der Berg steht etwas im Schatten seiner prominenten Nachbarn Rax, Schneealm und Schneeberg, auf die man vom Gipfel eine herrliche Aussicht hat. Nicht umsonst führt ein „Kaisersteig“ hinauf. Man kann annehmen, der vornehme Herr wollte sich ebenfalls nicht überanstrengen.

Wegweiser. Foto: Petra Jens
Wegweiser. Foto: Petra Jens

Abfahrt von Wien Hauptbahnhof um 7:18 mit dem REX 1979 Richtung Mürzzuschlag. Umsteigen in Payerbach/Reichenau in den Bus Richtung Schwarzau/Gebirge. Aussteigen bei Station Hinternaßwald Wendestelle.

Allein die Busfahrt durch das Höllental nach Hinternaßwald ist einen Ausflug wert. Wenn zwischen Hinternaßwald und Wanderparkplatz die Schlucht so eng wird, dass die Felswände wenige Zentimeter an die Fenster herankommen, schiebt sich der Busfahrer nur mehr im Schneckentempo vorwärts. Man ist beinahe geneigt zu applaudieren, wenn die Passage überstanden ist.

Am Weg nach Hinternaßwald. Foto: Petra Jens
Am Weg nach Hinternaßwald. Foto: Petra Jens

Tour

Ein großer Wegweiserbaum am Ausgang des Parkplatzes zeigt die Tour auf den Großen Sonnleitstein mit drei Stunden an. Der Aufstieg erfolgt über den Franz-Jonas-Steig, der Abstieg über die Ameisalm. Zuerst geht es über einen Schotterweg Richtung Wasseralm, dort sehen wir morgendliche Nebel über der Wiese aufsteigen.

Morgendlicher Nebel über der Wiese. Foto: Petra Jens
Morgendlicher Nebel über der Wiese. Foto: Petra Jens

Aufstieg

Die Sonne scheint uns genau ins Gesicht. Wir wenden uns auf der Forststraße nach rechts, bald führen Holzstufen in den Wald hinein. Es geht steil bergauf durch einen Buchenwald. Hinter uns präsentiert sich Stück für Stück das Raxplateau.

Beim Betriegel angekommen wird der Weg etwas flacher. Hier beginnt der Franz-Jonas-Steig. Der Gipfel ist bereits zu sehen, wirkt aber etwas unspektakulär. Umso schöner ist der Blick auf den Schneeberg.

Blick auf den Schneeberg am Fuße des Franz-Jonas-Steigs. Foto: Petra Jens
Blick auf den Schneeberg am Fuße des Franz-Jonas-Steigs. Foto: Petra Jens

Der Weg wird nun etwas rutschig, im Schatten der Bäume liegt schon etwas Schnee (es ist Ende September). Von den Fichten tropft es ordentlich auf uns herab – fast möchte ich mir die Regenjacke anziehen. Ich lasse das bleiben und versuche den tropfnassen Wald schnell hinter mich zu bringen. Der Gipfel sieht von der Westseite wesentlich imposanter aus mit seinem zackigen Felsenkamm.

Gipfelanstieg von Westen. Foto: Petra Jens
Gipfelanstieg von Westen. Foto: Petra Jens

Oben angekommen fühlt man sich fast hochalpin, dabei waren wir gerade noch im Wald. Schneealm, Rax und Schneeberg sind gut zu überblicken. Man könnte von hier aus die nächsten Touren anpeilen…

Gipfelfoto Großer Sonnleitstein, Blick auf Schneealpe. Foto: Petra Jens
Gipfelfoto Großer Sonnleitstein, Blick auf Schneealpe. Foto: Petra Jens

Abstieg

Der Abstieg erfolgt über denselben Steig bis zur Abzweigung „Ameisalm“. Auf der Ameisalm steht eine Forsthütte der Stadt Wien. Das Klo ist leider versperrt, dafür lädt die sonnige Terrasse zu einer Pause ein. Weiter geht es abwärts durch den Wald, linker Hand taucht irgendwann ein Wasserfall auf. Damit hätte ich nicht gerechnet!

Forsthaus der Stadt Wien auf der Ameisalm. Foto: Petra Jens
Forsthaus der Stadt Wien auf der Ameisalm. Foto: Petra Jens

Der Wanderweg endet auf einer Forststraße, auf der wir wieder hinunter zum Ausgangspunkt der Wanderung gelangen. Die ganze Runde hat circa drei Stunden gedauert. Da es für den Bus noch zu früh ist, wandern wir der Wiener Wasserleitung entlang bis nach Naßwald und gönnen uns im „Gasthaus zum Raxkönig“ noch eine Mahlzeit.

Abstieg vom Großen Sonnleitstein. Foto: Petra Jens
Abstieg vom Großen Sonnleitstein. Foto: Petra Jens

Die Geschichte des Naßtals ist ein Stück österreichischer Toleranz- und Holzwirtschaftgeschichte. Die Kolonie evangelischer Holzknechte erlang trotz Widerspenstigkeit die Sympathie Kaiser Josefs II, der den Unternehmer und Holzwirt Georg Hubmer seinen „Raxkönig“ nannte. Wer noch etwas Zeit im Naßtal verbringen möchte, empfehle ich einen Besuch der evangelischen Kirche und der Hubmer Gedächtnisstätte.

Lesetipp: Ottokar JanetschekDer Raxkönig. 1929. (Neuauflage: Heimat Verlag, 2002, ISBN 3-9501643-3-2)

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   5:00 Std Wandern   925 HM   925 HM   10 km   GPX Track

Ein Kommentar

  1. Hallo Petra. Hier sollte es auch einen alten Tunnel geben. Hast du davon schon was gehört. MFG Josef

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