Bike, Hike and Climb extrem auf die Lamsenspitze

Blick von der Lamssscharte auf die Lamsenjochhütte. Foto: David Kurz

Das Outdoor-Triple Bike, Hike and Climb (engl.) auf einen der imposantesten Felsgipfel des östlichen Teils des Karwendels hat mir ein paar hundert Gramm an Körpergewicht gekostet. Selbst hart gesottene Bergfexen werden aufgrund der Streckenlänge und zurückgelegten Höhenmeter an ihre Grenzen kommen. Die Besteigung der Lamsenspitze vom Bahnhof Schwaz aus hat auch landschaftlich einiges zu bieten. Beeindruckende Felsformationen und Panoramen auf die umliegenden Gipfel und Täler sind die Strapazen auf jeden Fall wert.

Für die Anreise empfehle ich die S-Bahn Nr.: 5, da hier die Radmitnahme am unkompliziertesten ist.

Bergwärts auf die Lamsenspitze

Vom Bahnhof Schwaz kurvt man nach Fiecht über 2 Kreisverkehre, nimmt beim ersten die erste und beim zweiten die zweite Ausfahrt. Ab dann geht es bergauf, unter der Inntal-Autobahn hindurch, dann links abbiegen und weiter immer steiler bergauf durch den Ortsteil Fiecht. Kurz nach Ortsmitte gelangt man an eine Kreuzung, dort rechts halten und der Beschilderung nach Weng, Bauhof bzw. Bärenrast folgen. Nach ca. 2.5 km vom Ausgangspunkt, wenn der Wald lichter und das Gelände kurz flacher wird nach links abbiegen. Kurz danach kommt auf linker Seite ein Parkplatz, auf rechter Seite eine Wiese, am Ende dieser man scharf links abbiegt und somit auf der Asphaltstraße bleibt. Auf rechter Seite würde man nach St. Georgenberg und in die Wolfsklamm kommen. Nach einigen Kurven und Höhenmetern gelangt man zu einem Gehöft. Kurz davor biegt man scharf links in eine Schotterstraße ein, den Beschilderungen zur Stallen Alm bzw. Bärenrast folgend. Ab dem Parkplatz Bärenrast gibt leider KEINE offizielle Genehmigung mit dem Rad über die Stallen Alm zur Lamsenjochhütte aufzufahren, aber viele Einheimische ignorieren dies um die wunderschöne Landschaft des Stallentals erkunden zu können. Im weiteren Verlauf wird der Weg recht schmal und ist von kleinen Bildstöcken an Bäumen gesäumt. Wenn sich der Wald wieder lichtet wird es flacher, von links mündet ein Schotterweg ein, somit hat man den Stallenboden erreicht.

Durchs Stanzertal mit Blick auf den Marzan Schwemmkegel oberhalb der Stallenalm. Foto: David Kurz
Durchs Stanzertal mit Blick auf den Marzan Schwemmkegel oberhalb der Stallenalm. Foto: David Kurz

Mitten im schottrigen Schwemmkegel des Stallenbaches gabelt sich der Weg in Richtung Stallen Alm (rechts) und Richtung Lamsenjochhütte (links) auf. Hier folgt man dem immer steiler werdenden Schotterweg weiter zur Lamsenjochhütte. Mit zunehmender Sonneneinstrahlung, südlicher Exposition und sehr sporadischen Waldstrichen kann es im letzten Abschnitt vor der Lamsenjochhütte sehr schweißtreibend werden. So ist es auch mir ergangen weshalb die ersten Fotos hier auch etwas verschmiert sind.

Erster Blick auf die Lamsenspitze. Foto: David Kurz
Erster Blick auf die Lamsenspitze. Foto: David Kurz

Die erste Plagerei ist es aber wert und man kann beeindruckende Blicke auf die umliegenden Felswände genießen. Auch der erste Blick auf die Lamsenspitze und die Lamsenjochhütte treiben einem das erste Mal richtig die Gänsehaut raus.

Blick ins Stanzer Tal kurz unter der Lamsenjochhütte. Foto: David Kurz
Blick ins Stanzer Tal kurz unter der Lamsenjochhütte. Foto: David Kurz

Entlang der Kalkfelsen wird der abflachende Schotterweg auf dem letzten Metern vor der Lamsenjochhütte zum Genuss. An der Lamsenjochhütten angekommen kettet man sein Rad am Beste unter der Terrasse an einem Holzzaun fest. Nach einer guten Stärkung und Gewandwechsel folgt man dem Weg Richtung Brudertunnel.

Am Fuße der Felswand zieht man sich den Klettergurt und Handschuhe an um vom teilweise spitzen und scharfkantigen Drahtseil des Klettersteiges geschützt zu sein. Nun beginnt der technisch schwierigste Teil dieser Tour. Teilweise senkrechte oder leicht überhängende Felswände der Schwierigkeit C/D oder 5 erfordern Klettersteig-Erfahrung und Schwindelfreiheit.

Wegen der direkten Routenführung des Klettersteigs ist die Felswand in sehr kurzer Zeit überwunden. Bald kann man den einmaligen Blick aus dem Brudertunnel, ein Felsspalt am Ende des Klettersteigs, werfen.

Auf der Westseite des Felsgrates geht es nun am Oberrand eines Schotterfeldes auf den Felsstock der Lamsenspitze zusteuernd weiter. Nach kurzer Zeit erreicht man eine Weggabelung. Dort der Beschilderung links zum Klettersteig zur Lamsenspitze folgen. Nach rechts zweigt der Normalweg zur Lamsenjochhütte ab. Wenige Meter danach beginnt die nächste Drahtseil versicherter Passage.

Blick von der Lamssscharte auf die Lamsenjochhütte. Foto: David Kurz
Blick von der Lamsscharte auf die Lamsenjochhütte. Foto: David Kurz

Nun schuftet man sich etwas gemächlicher mit Schwierigkeit B/C, aber in der prallen Sonne einen Südhang bergauf. Aufgrund des leichteren Geländes muss man in diesem Kletterabschnitt mit mehr Personenverkehr rechnen, was die ganze Sache wieder schwieriger macht. Ordentlich verschwitzt am Gipfel angekommen schnell frisches Gewand anziehen, den Blick in das Karwendel, die Eng, die Berge rund um den Achensee, den Rofan, das Inntal und angrenzenden Zillertaler und Tuxer Alpen genießen. Mit einem ordentlichen Schluck meines obligaten Bergtees und einem Stück Schokolade wiederbelebt kann bald der Abstieg beginnen.

Lamsenspitze Gipfelkreuz mit Trailrunner Kollegen aus Bayern. Foto: David Kurz
Lamsenspitze Gipfelkreuz mit Trailrunner Kollegen aus Bayern. Foto: David Kurz

Talwärts nach Schwaz

Der oberste Abschnitt der Tour, der Klettersteig auf die Lamsenspitze wird nun nochmal von oben kommen bewältigt. Bei der Weggabelung im Schotterfeld biegt man links ab und nimmt den Normalweg zur Lamsenjochhütte. Der Brudertunnel Klettersteig wäre hinunter kein Spaß, vor allem bei Gegenverkehr nicht ratsam. Dieser Abschnitt ist leider im unteren Abschnitt vor der Lamsenjochhütte nicht gut markiert, besser einfach dem ausgetretenen Pfad folgen als erfolglos Markierungen suchen.

Gebirgsstock der Lamsenspitze. Foto: David Kurz
Gebirgsstock der Lamsenspitze. Foto: David Kurz

Bei der Lamsenjochhütte angekommen wird wieder umgesattelt. Auf den Garn aufgesprungen geht es in angemessenem Tempo durch das Stallental, über die Bärenrast nach Fiecht und zum Bahnhof Schwaz.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   12:00 Std Bike & Hike   2.100 HM   2.100 HM   31 km   GPX Track

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