Mit Öffis auf die Hohe Wand

Schneeberg und Hohe Wand vom Zug aus

Ich stelle hier vier Wander-Routen auf die Hohe Wand vor – von ganz gemütlich bis zu steil und ausgesetzt: Pfarrersteig, Grafenbergweg, Springlessteig und Wagnersteig.

Die Hohe Wand hat ja nicht nur eine hohe Hüttendichte, sondern es führen auch unglaublich viele Aufstiege hinauf. Ganz gemütliche Wanderwege, steile Aufstiege, Steiglein mit Kraxelstücken, Klettersteige und unzählige Kletterrouten.

Mit dem Zug zur Hohen Wand

Alle vier Aufstiege sind im Süden der Hohen Wand vom Bahnhof Grünbach am Schneeberg aus zu erreichen. Man könnte auch eine Station früher, in Unterhöflein, aussteigen, um weiter östlich zu starten, was sich eventuell für den Springlessteig anbieten würde.

Ich finde den Start in Grünbach aber schöner, weil ich da sehr schnell von den Asphaltstraßen weg und auf der grünen Wiese bin.

Leider konnten wir innerhalb der nächsten 6 Tage keine Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Braunau zu dieser Tour für dich finden.

Tipp: Der Norden der Hohen Wand schaut ganz anders aus und gefällt mir auch sehr gut. Diese Route kann ich z.B. empfehlen.

Zustieg

In allen vier Fällen starte ich am Bahnhof Grünbach am Schneeberg.

Direkt vor dem Bahnhof liegt ein Bahnübergang, dessen Schranken sich geschlossen haben, als der Zug in den Bahnhof eingefahren ist. Über diesen quere ich die Schienen, nachdem sich die Schranken wieder geöffnet haben.

Der Straße folge ich für kurze Zeit, um dann beim ersten Wegweiser nach links zur Wiese hinauf abzubiegen. Die Schilder zeigen alle zum Seiser Toni (Apartmentpension). Das ist praktisch, weil dort will ich vorbeigehen.

Parkplatz Seiser Toni: Pfarrersteig und Grafenbergweg führen nach links, Wagnersteig und Springlessteig gerade aus.
Parkplatz Seiser Toni: Pfarrersteig und Grafenbergweg führen nach links, Wagnersteig und Springlessteig gerade aus.

Bis zum Seiser Toni gehe ich sehr gemütlich (um mich aufzuwärmen und den Schneeberg zu fotografieren) etwa 30 min.

Dauer Aufstieg ab Seiser Toni: Die Aufstiegszeit ohne Pausen beträgt für alle vier Steige gleich lang – nämlich etwa 1h.

Pfarrersteig

Der Pfarrersteig ist der einfachste Aufstieg von den vier vorgestellten.

Hohe Wand: Pfarrersteig
Hohe Wand: Pfarrersteig

Der Pfarrersteig zweigt bei einer Bank vom Grafenbergweg (noch vor der Forststraße) im Aufstieg links ab – Foto des dortigen Wegweisers oben.

Dass der Hinweis auf die Forstarbeiten noch immer dort steht, führe ich auf einen „Irrtum“ zurück. Es gibt sicher immer wieder Forstarbeiten im Wald – allerdings ist dieses Schild jetzt schon viele Monate dort.

Der Pfarrersteig ist jedoch nicht mehr durchgängig gepflegt. Er wird mehrmals von der Forststraße durchkreuzt. Das führt dazu, dass man sich im Aufstieg teilweise mühsam über die lockere Böschung der Straße hinaufarbeiten muss.

Im Abstieg muss man den Weg ab und zu etwas suchen, weil man von der Kante der Straße aus hinunterschauen muss, um zu sehen wo der Weg weitergeht.

Prinzipiell führt der Pfarrersteig bis zum Plackles hinauf durch den Wald. Außer den Straßenböschungen wartet der Steig mit keinerlei technischen Schwierigkeiten auf.

Der Pfarrersteig ist durchgängig ein Waldsteig.
Der Pfarrersteig ist durchgängig ein Waldsteig.
Leider ist der Pfarrersteig mehrmals durch dieses Juwel unterbrochen.
Leider ist der Pfarrersteig mehrmals durch dieses Juwel unterbrochen.
Man muss sich daher öfter über solche Abhänge kämpfen.
Man muss sich daher öfter über solche Abhänge kämpfen.
Berghaus Plackles. Das war früher die Bergstation des Lifts.
Berghaus Plackles. Das war früher die Bergstation des Lifts.

Pfarrersteig:

Grafenbergweg

Der Grafenbergweg führt zur Eicherthütte hinauf und beinhaltet keinerlei technische Schwierigkeiten.

Der erste Teil der Strecke ist für Pfarrersteig und Grafenbergweg der gleiche Weg. Ab Seiser Toni ist der Grafenbergweg angeschrieben.

Der Grafenbergweg wird durch die Forststraße auch einmal gekreuzt. Bei dieser Bank führt der Weg hinauf.
Der Grafenbergweg wird durch die Forststraße auch einmal gekreuzt. Bei dieser Bank führt der Weg hinauf.
Hohe Wand: Grafenbergweg
Hohe Wand: Grafenbergweg
Betonsockel des alten Sessellifts, der auf den Plackles geführt hat.
Betonsockel des alten Sessellifts, der auf den Plackles geführt hat.

In der Hälfte des steilen Stücks ist die Grafenbergbank, die zu einer Pause einlädt.

Kurz vor der Grafenbergbank ist eine Schautafel mit der Geschichte von Alois Wildenauer. Hat man diese gelesen, erschließt sich einem warum es einen Pfarrersteig oder einen Wildenauer-Steig gibt!

Schautafel, hinten Grafenbergbank
Schautafel, hinten Grafenbergbank

Der Grafenbergweg endet bei der Wilhelm-Eichert-Hütte.

Wilhelm-Eichert Hütte
Wilhelm-Eichert Hütte

Grafenbergweg:

Springlessteig

Der Springlessteig führt zum Hubertushaus hinauf.

Vom Parkplatz Seiser Toni geht man geradeaus weiter. Zuerst auf der Asphaltstraße, dann gerade weiter auf der Forststraße.

Zuerst zweigt der Wagnersteig, dann der Gebirgsvereinsteig nach links ab. Schließlich zeigen Schilder den Weg zum Springlessteig an – siehe nächstes Foto.

Hohe Wand: Springlessteig
Hohe Wand: Springlessteig

Da es oben gespannte Stahlseile zum Anhalten und eine 3m lange Stahlleiter zum Überwinden einer Steilstufe gibt, gilt der Springlessteig als Klettersteig der Schwierigkeit A.
Ganz oben ist er für eine kurze Zeit sogar leicht ausgesetzt.

Ab dem Wandfusssteig wird es steil.
Ab dem Wandfusssteig wird es steil.
Die einzige Leiter im Springlessteig.
Die einzige Leiter im Springlessteig.
Blick zurück, kurz vor dem Ausstieg zum Hubertushaus.
Blick zurück, kurz vor dem Ausstieg zum Hubertushaus.

Den Springlessteig bin ich mit meinen Kindern oft gegangen, als sie noch klein waren. So lange sie vom Gewicht her leicht waren, habe ich sie an ein kurzes Sicherungsseil genommen. Später sind sie den Steig unversichert gegangen.

Die Mitnahme von Handschuhen zahlt sich auf jeden Fall aus, weil man sich dann an den Stahlseilen nicht weh tun kann.

Hubertushaus
Hubertushaus

Springlessteig:

Wagnersteig

Der Wagnersteig gefällt mir persönlich sehr gut, weil er abwechslungsreich ist. So wie der Springlessteig gilt auch der Wagnersteig als Klettersteig der Schwierigkeit A. Er ist ein Stück steiler und ausgesetzter als der Springlessteig.

Hohe Wand: Wagnersteig
Hohe Wand: Wagnersteig

Vom Seiser Toni geht man geradeaus um nach relativ kurzer Zeit dem Schild nach links zur Wand hin zu folgen.

Wagnersteig ist sehr gut gelb markiert.
Wagnersteig ist sehr gut gelb markiert.
Am Wagnersteig gibt es mehrere Leitern.
Am Wagnersteig gibt es mehrere Leitern.
Wagnersteig mit versicherter Querung
Wagnersteig mit versicherter Querung

Als meine Kinder noch kleiner waren, habe ich sie an ein kurzes Seil genommen bzw. habe ihnen ein Klettersteigset verpasst. Damit ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie ausrutschen und abstürzen minimiert.

Generell ist es so, dass ein Sturz, bei dem man eine Fallstrecke zurücklegt, in einem Klettersteiggelände immer schwere Verletzungen nach sich ziehen kann. Im Gegensatz zum Klettern baumelt man ja nicht an einer senkrechten, oder überhängenden Felswand, sondern geht über Felsenstufen hinauf. Diese touchiert man beim Sturz natürlich.

Das letzte Stück ist ausgesetzt und sehr aussichtsreich.
Das letzte Stück ist ausgesetzt und sehr aussichtsreich.

Man kommt direkt unter der Wilhelm-Eichert-Hütte heraus (Foto siehe oben beim Grafenbergweg).

Wagnersteig:

Fazit

Die Hohe Wand ist ein lohnendes Wandergebiet, das mit öffentlichen Verkehrsmitteln schnell und einfach zu erreichen ist!

Neben diesen vier gut markierten Steigen von Grünbach aus, gibt es noch unzählige andere, die ich hier nicht angeführt habe (Klettersteige wie den Gebirgsvereinsteig, Steiglein wie den „Wir zwa Steig“ oder das „Perchersteiglein“, etc)!

17 Kommentare

  1. Schneller als ich dachte: Ab sofort sind die GPX Track – auf eigene Gefahr und Verantwortung – downloadbar. Der Link befindet sich rechts über der Karte auf jedem Beitrag, wo es einen GPX Track gibt.

    Einschränkung: Hier auf diesem Beitrag gilt das ausnahmsweise nicht, weil diese Tracks manuell eingebunden sind. Sorry. Auf allen anderen Seiten ist der Download möglich.

    1. Hallo Martin,
      super, vielen Dank! Das ist wirklich praktisch. Habe mir im Ape Map die Kompass Wanderkarten für ganz Österreich freigeschalten und wenn ich mir das gpx drüberlege, dann kann ich die Tour genau nachgehen oder bei Bedarf anpassen.
      lg, Emanuel

  2. Hallo Emanuel,
    die Frage nach dem gpx Track bekommen wir öfter. Es ist sich beim letzten Update nicht mehr ausgegangen – steht aber definitiv am Plan. Voraussichtlich wird dieses Feature noch dieses Jahr live gehen.

  3. Liebes Bahn zum Berg Team,
    bin heute zum ersten Mal auf Eure Seite gestoßen und finde Eure Ideen wirklich toll. Habe mir die öffentlich erreichbaren Touren bis jetzt immer mühsam im Bergfex zusammengesucht, aber hier sind noch mehr feine Anregungen. Eine Frage dazu, da ich immer mit App wandere: Kann man die Touren als gpx runterladen?
    Liebe Grüße Emanuel

  4. Hallo Katy,
    also die Aufstiege auf dieser Seite sind alle ohne Klettererfahrung machbar. Ich bin gestern den Wagnersteig hinauf und den Springlessteig hinunter gegangen.
    Ohne etwas über dich zu wissen, ist ein Ratschlag nicht wirklich möglich. Allgemein kann ich sagen, dass es Sinn macht, hinunter einen einfacheren Weg zu gehen, als hinauf. Es könnte daher eventuell passen, wenn du den Grafenberg rauf und runter, oder den Wagnersteig rauf und den Grafenbergweg runter gehst. Führen beide zur Eicherthütte.

  5. Lieber Martin,

    tolle Homepage. Kam gleich auf meine Favoritenliste 🙂
    Wir wollen morgen öffentlich auf die hohe Wand, in erster Linie da ich das zahme Wild und den Streichelzoo besuchen möchte.
    Wir haben keinerlei Klettererfahrung, deshalb wollte ich fragen welchen Weg du uns rauf und auch wieder runter empfehlen würdest?

  6. Hallo Desiree,
    wenn du die Frage auf genau die zwei beschränkst, dann lautet meine Empfehlung: Grafenbergweg hinauf und Pfarrersteig hinunter. Warum? Weil der Pfarrersteig durch die Forststraßen zerteilt wird und man die weitere Wegführung von oben besser sieht.

    Wenn du es aber etwas alpiner haben möchtest, dann würde ich dir Wagnersteig hinauf und Grafenbergweg hinunter empfehlen!
    lg, Martin

  7. Hallo!
    Ich wollte fragen, ob sich der Pfarrersteig oder der Grafenbergweg besser zum wieder Runtergehen eignet.
    Ich dachte mir nämlich man könnte vielleicht einen der beiden rauf bei der jeweiligen Hütte einkehren, zur nächsten weiter und dann von dort den jeweils anderen Weg wieder runtergehen.
    Danke im Voraus.
    LG

  8. Wir wollten heute über den Grafenbergweg hinauf, bei der Bank war abgesperrt: ein Schild wies auf Forstarbeiten bis 20.Dezember hin. Auch der Pfarrersteig ist gesperrt. Wir hätten es fast trotzdem versucht als uns zufällig ein anderer Wanderer entgegen kam, der es genauso probiert hat und nach zwei Drittel des Weges umkehren musste, da oben schweres Gerät und Seilwinden im Einsatz sind. Leider ist weder am Bahnhof noch am Parkplatz dazu etwas angeschrieben.
    Sind dann über den Springelssteig hinauf und den Wagnersteig hinunter.

  9. Danke Martin für deinen Blog. Besuche jetzt schon lange immer wieder gerne deine Homepage um mich neu inspirieren zu lassen. Dein Blog ist übersichtlich, motiviert, fasziniert. Danke dafür!

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