Spaziergang um den Bockhartsee

Blick in die Goldbergguppe. Foto Veronika Schöll

Kurze, wunderschöne Runde um den Unteren Bockhartsee in Sportgastein. Traumhafte Ausblicke und gemütliche Almeinkehr inklusive.

Eine Regenpause für ein paar Stunden. Auf Zuugle haben wir eine schöne Wanderung über die alte Straße ins Nassfeld gefunden, von Altböckstein nach Sportgastein. Mit dem Bus fahren wir deshalb vom Bahnhof in Bad Gastein nach Altböckstein. Es zahlt sich aus, den historischen Ort und das Montanmuseum zu besuchen. Wunderschön.

Es ist erst kurz nach der Schneeschmelze und die alte Straße ist leider noch geschlossen. Sie führt durch eine tiefe Schlucht, die die Nassfelder Ache ins Gebirge gegraben hat. Von den steilen Felswänden winken hohe Schneewechten, man weiß nicht, wann und ob sie abbrechen.

In Böckstein komme die Sonne raus und es wird warm. Foto Veronika Schöll
In Böckstein kommt die Sonne raus und es wird warm. Foto Veronika Schöll

Wir disponieren um und fahren mit dem nächsten Bus nach Sportgstein. Vom Valeriehaus (1598m), wo die Busstrecke endet und wir aussteigen, wollen wir eine Runde um den Bockhartsee wandern und dann noch in der Nassfeldalm einkehren. Das sollte sich trockenen Fußes ausgehen.

Für die Busstrecke, die ab dem Gasteiner Heilstollen über eine Mautstraße führt, habe ich trotz Klimatickets 2 € aufgezahlt.

Goldbergpanorama. Foto Veronika Schöll
Goldbergpanorama. Foto Veronika Schöll

Im Bockharttal

Das Hochtal liegt wie eine Arena vor uns, umrahmt von der Goldberggruppe mit einigen Dreitausendern im Angebot. Die weitläufige Almfläche beherbergt sehr viele urige historische Almhütten, es lohnt sich ganz nach hinten zur Veitbaueralm auf ein Butterbrot und einen Almkaffee zu wandern. Heute ist diese Alm aber noch geschlossen.

Die Nassfelder Ache und zahlreichen andere Gebirgsbäche und Wasserfälle werden aus Schmelz- und Regenwasser gespeist. Besonders auffällig ein Wasserfall, der über eine Felsklippe beim Sparangerkopf heruntertost, dort auf kalten Fels trifft und dort dabei einen großen Eiskegel bildet.

Eis! Foto Veronika Schöll
Eis! Foto Veronika Schöll

So knapp nach der Schneeschmelze wandern wir durch ein Meer von Alpenblumen. Großer und kleiner Enzian leuchten in der Sonne besonders intensiv blau, die vielen Bächlein sind gesäumt von gelben Dotterblumen. Küchenschellen, Veilchen und Steinnelken bringen lila Farbtupfer ins Grün der Almwiesen. Der Almrausch steht kurz vor der Blüte.

Blau, blau, blau ... Foto Veronika Schöll
Blau, blau, blau … Foto Veronika Schöll

Das Gebiet zwischen Rauriser Tal, Gasteiner Tal und Mallnitz zeichnet sich durch viel historisch interessante Detail aus: Gold-, Silber-, Arsen-, Bleibergbau, Handelsrouten aus der Römerzeit, Funde aus der Keltenzeit, wer mehr darüber wissen möchte, kann auf Salzburgwiki nachlesen.

Am Weg zum Bockhartsee. Foto Veronika Schöll
Am Weg zum Bockhartsee. Foto Veronika Schöll

Zum Bockhartsee

Bockhartseen gibt es eigentlich zwei. Den Oberen und den Unteren (1872m). Der Obere Bockhartsee ist ein natürlicher See, der Untere ein Speichersee. Etwas mehr als dreihundert Höhemeter überwinden wir auf einem schönen, aber steilen Pfad, der rechts vom Valeriehaus abgeht, bis zur Staumauer des Sees. Wer es gemütlicher haben möchte, kann auch auf der schmalen Schotterstraße hinaufwandern.

Weg um den Vorderen Bockhartsee, hinten der Silberpfennig. Foto Veronika Schöll
Weg um den Unteren Bockhartsee, hinten der Silberpfennig. Foto Veronika Schöll

Dann geht es knapp über dem Wasserspiegel auf einem schmalen Weg rund um den See. Wer möchte kann zum Oberen Bockhartsee weiter wandern. Wir sehen uns lieber die Wetterkarte genau an und beschließen, doch umzukehren um in der Nassfeldalm einzukehren. Die Bockhartseehütte etwas oberhalb des Sees hat noch geschlossen.

Nassfeldalm

Blick ins Gasteiner Tal. Foto Veronika Schöll
Blick ins Gasteiner Tal. Foto Veronika Schöll

Vom unteren See kann man auf der kleinen Schotterstraße oder auf dem Wanderweg zum Valeriehaus zurück kehren. Von dort ist es nicht weit bis zur Nassfeldalm und wir freuen uns auf eine zünftige Jause. Es schmeckt wunderbar. Die Alm bietet auch viele herrliche Almprodukte zum Mitnehmen: Käse, Butter, Brot, Liköre, Sirupe und Marmeladen. Es ist also gut, ein Plätzchen im Rucksack zu reservieren. Widerstand zwecklos, zumindest bei mir 🙂

Als wir dann nach einer längeren Pause aus der Alm treten, regnet es bereits wieder ein wenig. Wir wandern zurück zur Bushaltestelle beim Valeriehaus.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   4:00 Std Wandern   400 HM   400 HM   10 km   GPX Track

Tipp

Sportgastein ist der schon recht hoch gelegene Startpunkt für zahlreiche Touren in den Hohen Tauern. Überschreitungen aus Mallnitz über den Korntauern oder die Hagener Hütte, ins Raurisertal, über das Niedersachsenhaus, Gipfelglück am Silberpfennig und noch vieles mehr!

2 Kommentare

  1. Liebe Veronika,
    da ist euch doch etwas Herrliches gelungen! Die Fotos mit dem Neuschnee – einfach super!
    Karl

    1. Dort ist es paradiesisch 😉 und ich kannte Sportgastein nur im Nebel als wir nach der Tauern- Überschreitung aus Mallnitz dort ankamen. Leider ermöglichte uns das kurze regenfreie Fenster nur eine kleine Tour, aber da gibt es sehr viel Verlockendes!

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