4 Tage in den Dolomiten – von Brixen nach Klausen

Die Dolomiten wollte ich immer schon erwandern und heuer im Juli habe ich es endlich geschafft und ein verlängertes Wochenende dort verbracht. Ich war in der Gegend rund um die Peitlerkofel-Plose-Gruppe und die Puez-Geilser-Gruppe unterwegs, 4 Tage, von Brixen nach Klausen.

Die Wege sind fast durchwegs sehr gut markiert, aber ich hatte trotzdem eine Karte mit (Kompass Dolomiten, Karte 1). Das war vor allem an Tag 4 sehr hilfreich, aber dazu später mehr. Es ist keine allzu herausfordernde Wanderung, aber die Aussichten und Panoramen sind fantastisch. Über 4 Tage geht man knapp 2500 Höhenmeter rauf, 3600 Höhenmeter runter und 71 km. Die Anreise dauert 6 Stunden, vergeht mit guter Begleitung aber wie im Flug. 

Anreise

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Losgefahren bin ich von Wien Hauptbahnhof an einem Donnerstag um 12:20. Meine Begleitung ist in Linz zugestiegen. Gemeinsam sind wir dann bis nach Innsbruck (Ankunft 16:44) und von dort mit der S-Bahn (Abfahrt 16:49) nach Brenner (Ankunft 17:28). Vom Brenner geht der Zug in Richtung Meran (Abfahrt 17:38) und um 18:24 ist man in Brixen.

Proviant kaufen kann man im Supermarkt nahe dem Bahnhof. Frühstück ist bei allen Hütten dabei, Abendessen ist a la carte, aber auch tagsüber wollen wir nicht verhungern. Quellen und Trinkwasser gibt es hier genug, Flaschen können auf den Hütten und unterwegs immer wieder aufgefüllt werden.

Wir haben im Vintlerhof, einem Biobauernhof, der auch ein Sozialprojekt ist und Menschen beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt hilft, geschlafen. Es hat uns sehr gut gefallen.

Vorm zu Bett gehen spazierten wir noch in der Brixner Altstadt und aßen gute Pizza. Am nächsten Morgen ging es wieder zum Bahnhof. Von dort fährt um 08:17 der Bus 401 (Richtung Bruneck) bis Mühlbach. Da die Station zum Umsteigen (Mühlbach Kloster) derzeit (August 2021) eine Baustelle ist, steigt man bei der nächsten aus (Mühlbach Seilbahn), um dann die 2-3 Minuten zum Mühlbach Bahnhof zu gehen. Dort fährt um 09:04 der Bus 415 nach Zumis/Rodenenecker Alm, dem Startpunkt der Tour. Daher: Einfach einsteigen und bis zur Endstation sitzen bleiben. Dort angekommen, haben wir auf einer Bank zuerst einmal gefrühstückt und sind um 10 Uhr losgestartet. Auch wenn die Anreise vielleicht etwas kompliziert klingt, es hat alles super funktioniert und es war auch wirklich einfach. In Südtirol habe ich Südtirolinfo genutzt, um die Bus- und Bahnzeiten zu erfahren.

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Tag 1: Rodenecker Alm bis Maurerberghütte ab Brixen

Es ist leicht regnerisch, aber wir sind trotzdem voller Motivation und Vorfreude. Anfangs gehen wir noch hinter einer Pensionist:innen-Gruppe aus Deutschland, sind aber bald alleine. Das bleibt auch Großteils für die nächsten vier Tage so. Vom Parkplatz gehen wir in Richtung der Rodenecker Alm, deren Dach man über die Gipfel hinwegsieht. Wir folgen dem Weg Nummer 4 und der Beschriftung in Richtung Ronerhütte. Dort wechseln wir auf Weg Nummer 2 in Richtung Starkenfelderhütte.

Wolkenpanorama am Weg zur Ronerhütte. Foto Birgit Matzinger
Wolkenpanorama am Weg zur Ronerhütte. Foto Birgit Matzinger

Kurz nach der Ronerhütte kommt eine Kapelle und ein paar Meter weiter, zweigt links der Weg Nummer 68B ab. Wir haben auf diesen gewechselt, um weg von der Forststraße zu kommen. Denn auch hier gelangt man zur Starkenfelderhütte. Nach der Hütte gehen wir auch dem Weg 67 zum Astjoch. Das Astjoch, auch Burgstall genannt, ist mit 2194 m der höchste Gipfelpunkt der Lüsner Berge.

Wer nicht hoch gehen will, kann am Weg 10 rechts daran vorbeigehen in Richtung Jakobsstöckl. Wir wählen den Weg über das Astjoch und werden aufgrund der Wolken zwar mit keinem Panorama belohnt aber schön ist es trotzdem. Nach dem Astjoch kann man zum Ellner Kreuz weitergehen und von dort zum Jakobsstöckl. Es beginnt zu regnen, daher steigen wir am Weg 12 ab, dieser trifft wieder auf den Weg 10, sobald man etwas weiter unten ist.

Tiroler Grauvieh. Foto Birgit Matzinger
Tiroler Grauvieh. Foto Birgit Matzinger

Immer der Markierung Richtung Jakobsstöckl folgend, kommen wir ebendort an und werden von zwei sehr dicken Ponys bedrängt 🙂

Zwei dicke Ponys. Foto Brigit Matzinger
Zwei dicke Ponys. Foto Brigit Matzinger

Diese sind es wohl gewohnt, dass sie gefüttert werden. Wir tun es zwar nicht, aber sie geben erst auf, als wir nach dem Jakobsstöckl leicht bergauf dem Weg 10 Richtung Wieseralm folgen. Der Anstieg war den beiden wohl etwas zu schwer. Bald ist dann auch der Glittner See schon angeschrieben, ein Bergsee, der auch zwei Schwäne beherbergt.

Glittner See. Foto Brigit Matzinger
Glittner See. Foto Brigit Matzinger

Hier bietet sich, wie auch beim Jakobsstöckl, eine kurze Rast an. Am Weg 1 geht es dann schon Richtung Maurerberghütte. Um ca. 17 Uhr kommen wir bei der Hütte an. Es gibt eine warme Dusche und wirklich gutes Essen.

Maurerberghütte. Foto Birgit Matzinger
Maurerberghütte. Foto Birgit Matzinger

Tag 2: Mauererberghütte bis Schlüterhütte

Am Tag 2 gehen wir nach dem Frühstück um acht Uhr los, und zwar begab auf dem Weg Nummer 2 zur Ütia de Pecol (Berhütte) und dann immer Richtung Pe de Börz.

Blick von der Maurerberghütte. Foto Birgit Matzinger
Blick von der Maurerberghütte. Foto Birgit Matzinger

Von dort folgen wir dem Weg 1 zum Würzjoch. Hier treffen wir wieder mehr Menschen, denn dorthin kann man mit dem Auto fahren. Je weiter man sich vom Parkplatz Pe de Börz entfernt, desto ruhiger wird es wieder. Wir folgen jedenfalls dem Weg 8B (Rundweg Peitlerkofel) in Richtung Ütia de Göma (Gömahütte) und dann dem Weg 35 in Richtung Ütia Vaciara.

Auf diesem Weg kommen wir dann auch zum Kreuzkofeljoch, wo gleich die Schlüterhütte ist. Dort kommen wir schon um 14 Uhr an, trinken Tee und beziehen unser Zimmer. Nur mit Wasserflasche und Regenjacke ausgerüstet, gehen wir dann auf den Zendleser Kofel (2422m). Das dauert auch nur ca. 15 Minuten.

Von dort gehen wir den Weg wieder ein Stück zurück, aber nicht wieder runter, sondern folgen dem Zaun auf einem unmarkierten Weg. Nach einiger Zeit kommen wir zu einer Kreuzung, bei der die Schlüterhütte wieder angeschrieben ist.

Blick von der Schlüterhütte. Foto Birgit Matzinger
Blick von der Schlüterhütte. Foto Birgit Matzinger

Wir folgen dem Weg 2 wieder zurück zur Hütte. Man kann am Abend hinter der Hütte den Sonnenuntergang bewundern.

Sonnenuntergang Schlüterhütte. Foto Birgit Matzinger
Sonnenuntergang Schlüterhütte. Foto Birgit Matzinger

Tag 3: Schlüterhütte bis Raschötzhütte

Gestärkt starten wir um halb Neun und wählen den steilen Abstieg zur Gampenalm. Es gibt auch eine Forststraße, die wohl weniger Knieschmerzen verursacht. Wir bleiben immer am Weg 35, der nach einiger Zeit dann Adolf-Munkel-Weg heißt, und wirklich schön ist.

Bis zur Brogleshütte dauert es knapp dreieinhalb Stunden. Immer weiter gehen wir am 35er Weg, der nun Grödner Höhenweg heißt, und weiterhin wunderbare Panoramen bietet. Nach ca. 1,5-2 Stunden biegen wir auf den Weg Nummer 31 rechts ab und gehen wieder auf einem Steig dahin bis zur Raschötzhütte. Das ist wohl die Hütte mit dem schönsten Panorama auf dieser Tour.

Panorama nahe der Raschötzhütte. Fotos Birgit Matzinger
Panorama nahe der Raschötzhütte. Fotos Birgit Matzinger

Bei der Raschötzhütte kommen wir um etwa halb drei an. Auch hier machen wir uns nach einem Tee wieder mit Jacke und Wasser auf den Weg, um noch ein (etwas unübliches) Gipfelkreuz, und zwar das der Außerraschötz (2264m), zu erklimmen. Das ist wirklich nicht weit und hauptsächlich verbringen wir den Nachmittag damit, die vor uns liegenden Gipfel zu bestaunen, die Babykatze der Raschötzhütte zu streicheln und Pferden und Kühen zuzuschauen.

Babykatze Grisu. Foto Birgit Matzinger
Babykatze Grisu. Foto Birgit Matzinger

Tag 4: Raschötzhütte bis Klausen (oder besser: Lajen)

Nach dem Frühstück gehen wir wieder um etwa halb neun los und haben eine halbe Tagesetappe vor uns.

Auf Wiedersehen Raschötzhütte. Foto Brigit Matzinger
Auf Wiedersehen Raschötzhütte. Foto Brigit Matzinger

Der Abstieg von der Hütte ist sehr schön und auch nachher bleibt Landschaft wunderhübsch, mit viel Wald und Wiesen.

Panorama beim Abstieg nach Klausen. Foto Birgit Matzinger
Panorama beim Abstieg nach Klausen. Foto Birgit Matzinger

Die Etappe ist auch recht kurz, sodass man am Nachmittag bereits Richtung heimwärts fahren kann.

Auf dieser Etappe sollte man, meiner Meinung nach, besser nach Lajen und nicht nach Klausen gehen, immer dem Weg 35 folgend. Wir haben uns auf der Karte Wege nach Klausen gesucht, sind dann aber hauptsächlich auf unmarkierten Wegen und quer durch den Wald gegangen, da aufgrund von Stürmen und Holzarbeiten die Markierungen gefehlt haben und Wege oft nicht ganz ersichtlich waren. Es war eine Kombination aus Wanderkarte und Google Maps notwendig, um uns dorthin zu bringen, wohin wir wollten. Naja, dafür finden wir immerhin viele Eierschwammerl.

Der ersehnte Wegweiser nach Klausen. Foto Birgit Matzinger
Der ersehnte Wegweiser nach Klausen. Foto Birgit Matzinger

Alternativ nach Lajen

Da die letzte Etappe wie wir sie gegangen sind, meiner Ansicht nach, nicht empfehlenswert ist, sollte man am besten einfach den Wegweisern nach Lajen folgen, diese beginnen schon bei der Raschötzhütte und sind wirklich zahlreich.

Man braucht dorthin 2-2,5 Stunden. Von dort könnte man mit dem Bus 351 um 12.00 oder 13:00 nach Klausen zum Bahnhof fahren oder am Weg 5 dorthin gehen. Um 12:25 und um 13:35 kann man von Klausen bis nach Brenner fahren und sich so von dort wieder auf den Heimweg begeben.

Beim Bahnhof in Klausen gibt es eine Bäckerei, damit man auf der Rückfahrt nicht verhungern muss. Wir nehmen den Zug um 13:25 und steigen um 14:22 bei der Endstation Brenner wieder aus. Um 14:33 fährt der Zug vom Gleis TRN (Ja so kann ein Gleis tatsächlich auch heißen!) nach Innsbruck. Hier hat man nur 3 Minuten zum Umsteigen (15:11-15:14). Das hat bei mir einmal geklappt (im Juni, aus Bozen kommend) und diesmal leider nicht. Dafür habe ich eine Stunde Zeit und besichtige das Goldene Dachl in Innsbruck. Auch nicht schlecht.

Zwischenstopp Goldenes Dachl. Foto Birgit Matzinger
Zwischenstopp Goldenes Dachl. Foto Birgit Matzinger

Statt um 15:14, fahre ich also um 16:17 nach Wien und komme um 20:33 in Wien Meidling an.

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Tourdaten

Die Route in Zahlen: Gehzeit 28h  2.500HM  3.600HM  73km  GPX Track

Fazit

Eine wirklich schöne Wanderung, die mit den Öffis gut erreichbar ist und bei der man in sehr schönen Hütten nächtigt. Der Vorteil ist, dass keine abgeschlossene Runde gegangen werden muss. Da fast stündlich Züge zurück fahren, ist man auch wirklich sehr flexibel.

Noch mehr Dolomiten? Lies Konrad Gwiggers Tourenbeschreibung: 7 Tage in den Dolomiten und Peter Backés Beschreibung der Belluneser Dolomiten, die allerdings nicht in Südtirol sondern in der Provinz Belluno liegen.


Diese Tour kann mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Feldkirch, Innsbruck, Linz, München, Salzburg, St. Pölten und Wien erreicht werden.