Von Präbichl zum Grünen See

Der Weg von Präbichl zum Grünen See führt über den Lamingsattel. Wir machen vorher noch einen Abstecher auf die Vordernberger Griesmauer. Die Belohnung ist ein Panorama zum Niederknien!

Anreise


Die Hinfahrt erfolgt mit dem ersten Railjet nach Leoben. Dieser fährt um 6:25 am Wiener Hauptbahnhof ab. Da in der Nacht gerade auf Sommerzeit umgestellt wurde, fällt das Aufstehen schwer. Dementsprechend schlafen wir den größten Teil der Fahrzeit.

In Leoben warten wir noch ein paar Minuten bevor wir in die Buslinie 820 umsteigen. Wir fahren bis zur Station Präbichl Almhäuser. Um 9:16 steigen wir dort aus.

Frühlingsknotenblume

Frühlingsknotenblume

Leobner Hütte


Wir gehen in den Taleinschnitt, den Handlgraben, zwischen Polster und Leobner Mauer hinein.

Würden wir direkt zum Lamingsattel gehen, würden wir uns rechts halten. Wir aber gehen zuerst einmal zur Leobner Hütte hinauf um von dort zur Vordernberger Griesmauer aufzusteigen.

Anmerkung: Ohne den Abstecher auf die Vordernberger Griesmauer verkürzt sich die Dauer um mindestens 2h. Ohne Schnee verkürzt sich die Gehzeit noch mehr.

Der direkte Aufstieg zur Leobner Hütte ist sehr steil. Bei Nässe, wie jetzt bei Schneeschmelze, teilweise unangenehm rutschig. Ich habe an mehreren Stellen das Gefühl, dass die Erde in Bewegung ist.

Kurz unter der Leobner Hütte ist der Eingang zu einem alten Stollen. Beim letzten Mal hatte ich es im Abstieg eilig und konnte nicht hineingehen.

Dieses Mal allerdings, gehen wir hinein. Didi nimmt seine Stirnlampe gar nicht erst mit – er ist nicht optimistisch, dass wir so weit hineinkommen, dass wir sie benötigen könnten. Es geht dann doch weiter rein, als gedacht!

Im alten Stollen unter der Leobner Hütte

Im alten Stollen unter der Leobner Hütte

Leicht angeschmutzt klettern wir über die Schneerampe wieder ins Freie, werfen uns Rucksäcke und Schneeschuhe auf den Rücken und machen uns wieder auf den Weg.

Nach 1:30h kommen wir bei der Leobner Hütte an. Diese hat noch geschlossen – wäre uns eh zu früh um jetzt schon einzukehren.

Im Juli biete ich eine geführte Tour an, bei der wir zuerst den Trenchtling überschreiten und dann in der Leobner Hütte einkehren, bevor wir zum Bus hinuntergehen. Anmeldung Alpenverein Edelweiss

Gleich nach der Leobner Hütte zweigt der Weg zum Hirschecksattel hinauf ab. Wir gehen einfach den Spuren nach.

Aufstieg zum Hirschecksattel

Aufstieg zum Hirschecksattel

Am Hirschecksattel besprechen wir kurz unsere Optionen. Beim Aufstieg hierher haben wir schon gesehen, dass die Querung zum Lamingsattel hinüber im Tiefschnee erfolgen würde. Es herrscht heute Lawinenwarnstufe 1 und es sind alte Lawinenspuren zu sehen. Wir entscheiden uns die Querung später durchzuführen.

Die Alternative wäre gewesen auf den Talgrund abzusteigen und auf der anderen Seite wieder zum Lamingsattel aufzusteigen.

Vordernberger Griesmauer


Der Aufstieg ist in weiten Teilen im Schatten und die Tritte rutschig. Wir haben uns gegen die Mitnahme von Steigeisen entschieden und legen unsere Grödl an.

Damit gehen wir wie auf Schienen auf das Plateau zwischen TAC Spitze und Vordernberger Griesmauer hinauf.

Die TAC Spitze sparen wir uns – die erste Steilstufe steigen wir noch problemlos hinauf. Die Schneelage in der Rinne nach der ersten Felskante sagt uns aber nicht zu.

Daher gehen wir diesmal nur auf die Vordernberger Griesmauer, die ist problemlos zu ersteigen. Das Panorama ist absoluter Wahnsinn heute.

Am Plateau machen wir Pause, jausnen und legen die Basis für einen Sonnenbrand im Gesicht.

Bisher waren wir insgesamt 3h unterwegs.

Lamingsattel


Wir steigen wieder fast bis zum Hirschecksattel ab – allerdings nicht ganz, sondern gehen so früh wie möglich nach links hinaus und laufen über die Schneefläche bis zur geschätzten Höhe des Lamingsattel hinunter.

Dort queren wir hinüber. Daheim, beim Kontrollieren des GPS Tracks, bemerke ich, dass wir fast genau den Weg erwischt haben. Das ist in der Situation vor Ort allerdings purer Zufall, weil wir im tiefen Schnee keinen Weg erkennen können.

Am Weg vom Hirschecksattel zum Lamingsattel.

Am Weg vom Hirschecksattel zum Lamingsattel.

Die Querung geht schneller, als wir gedacht haben. Vom Plateau bis zum Lamingsattel brauchen wir exakt eine Stunde.

Wir sind um 15:00 über dem Lamingsattel. Anstatt hinüber und dort den Weg hinunter zu gehen, der im Schnee eh nicht zu sehen ist, laufen wir direkt im hüfthohen Schnee hinunter. Macht Spaß – ist aber auch anstrengend, wenn man tief einbricht und sich wieder befreien muss.

Direkter Abstieg im Tiefschnee

Direkter Abstieg im Tiefschnee

Sobald wir im etwas flacheren Teil sind, ziehen wir die Schneeschuhe an. Jetzt können wir sie wirklich brauchen. Der Unterschied, nicht dauernd tief einzusinken, ist markant.

Die Strecke ab hier ist eine traumhafte Schneeschuhstrecke. Scheint auch deutlich weniger begangen zu sein, als die andere Seite des Lamingsattels. Es geht laufend leicht bergab, wir gehen durch lichten Wald, der immer wieder mit Lichtungen durchsetzt ist und die Sonne scheint.

Bis nach der Lamingalm gibt es genug Schnee, danach wird es langsam weniger.

Abstieg Lamingsattel über Lamingalm Richtung Grüner See

Abstieg Lamingsattel über Lamingalm Richtung Grüner See

Der Weg bleibt bis zum Schluss in bewaldeten Gebiet. Allerdings wird aus den Steigspuren schließlich ein Pfad, dann ein Forstweg, eine Schotter- und final eine Asphaltstraße.

Im Lamingtal kurz vor dem Ferienheim

Im Lamingtal kurz vor dem Ferienheim

Vom Lamingsattel bis zum Grünen See gehen wir 2h.

Grüner See


Ich war bisher erst einmal am Grünen See. Damals war der Wasserstand deutlich höher. Ich bin etwas enttäuscht, weil ich dachte, dass durch die Schneeschmelze mehr Wasser drinnen sein würde.

Wir gehen trotzdem einmal rundherum und sogar – an einer trocken liegenden Stelle – mitten durch.

Grüner See

Grüner See

Vom Grünen See gehen wir 30min die Straße entlang zum Parkplatz.

Heimreise


Vom Grünen See aus habe ich telefonisch ein Taxi gerufen. Der Bus fährt nämlich nur unter der Woche nach Oberdorf Tragöß. Finanziell ist das zu zweit keine Okkasion – wir bezahlen EUR 68,- bis zum Bahnhof Bruck/Mur (inkl. Umweg über eine Tankstelle um Bier und Radler zu kaufen).

Von Bruck/Mur fahren pro Stunde zwei Züge nach Wien. Zwei Stunden später sind wir damit wieder in Wien.

Wir sitzen in einem ganz neuen 6er Abteil, das viel geräumiger ist, als die, die ich bisher kannte.

Jetzt – nach den Bieren – spielt die öffentliche Anreise ihre ultimative Stärke aus: Wir schlafen wie die Babys bis Wiener Neustadt!

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