Sepp Larch Panoramaweg

Sehr schöne Wanderung im unteren Ennstal, das sehr gut öffentlich erreichbar ist! Die Gegend ist mehr als malerisch und zeichnet sich durch unzählige Tourenmöglichkeiten aus! Absolute Empfehlung!

Ein schöner Frühlingstag – von der Intensität der Sonnenstrahlung wie ein Sommertag, nur die Luft ist kühler. Ein herrlicher Tag für eine Wanderung unterhalb der Baumgrenze, um keinen Sonnenbrand zu riskieren. Nett wäre etwas mit Aussicht oben, zumindest am Gipfel. Das Ennstal bietet hier schöne Touren!

Nebenbei: Die Idee den Tag ohne Sonnenbrand abzuschließen war gut. Die Ausführung weniger. Meine Unterschenkel werden am Abend krebsrot sein…

Anreise

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Vom Bahnhof Weyer gehe ich über die Brücke (Gaflenzbach), um nach rechts ins Ortszentrum von Weyer hinein zu gelangen.

Nach dem Rathaus macht es Sinn, nach links abzubiegen, denn das Ziel ist es, westlich des Dürnbachs den Bergrücken hinauf zu gehen.

Tipp: In der Seitenstraße vor dem Rathaus ist ein sehr gepflegtes öffentliches WC – wer’s braucht.

Aufstieg am Sepp Larch Panoramaweg

Das erste Zwischenziel ist die Kirche mit dem Friedhof von Weyer. An dieser führt mein Weg vorbei und der Asphaltstraße folge ich bergauf.

Friedhof Weyer. Foto: Martin Heppner
Friedhof Weyer. Foto: Martin Heppner

Hier oben sehe ich schon eines der beiden Tagesziele – das Rapoldeck. Dort werde ich später herunterkommen. Es ist recht idyllisch hier, muss ich sagen. Rundum Wiesen mit soviel blühendem Löwenzahn, es leuchtet grün und gelb.

Hier hat ja jeder Bauernhof einen Namen: Laut meiner Kompass-Karte gehe ich über das Staudeck zum Pöller hinauf zum Wald. Dort trennt sich Hin- und Rückweg. Ich möchte der Bergflanke entlang, zuerst über den Schrabachauerkogel gehen und wähle daher den unteren, rechten Abzweiger, der flach in den Wald hineinführt.

Wer war Sepp Larch? Wikipedia klärt darüber auf, dass Josef Larch in der 50er Jahren ein erfolgreicher Alpinist war, der einige Routen als Erster durchklettert hat. Im Jahr 2011 ist er in Weyer gestorben.

Das erste Waldstück wird dominiert von Waldreben (Clematis). Diese Lianen sind teilweise richtig verholzt und armstark. Wenn die austreiben und zu blühen beginnen, ist das sicher sehenswert!

Waldweg. Foto: Martin Heppner
Waldweg. Foto: Martin Heppner
Waldreben. Foto: Martin Heppner
Waldreben. Foto: Martin Heppner

Der Weg wechselt immer wieder zwischen Pfaden und Forststraßen. Meistens sind die Markierungen an den Bäumen gut zu sehen und die gelben Wegweiser sind auch überwiegend gut aufgestellt.

An mindestens zwei Stellen gibt es eine Gabelung oder eine scharfe Abzweigung, die für mich nicht sofort erkennbar ist. Lustigerweise stehen dort jeweils Jägerstände. Daher lautet mein Tipp: Bei einem Jägerstand immer achtsam sein, dann sieht man die nächste Wegmarkierung gleich und kann wieder zügig weitergehen!

Aufstieg Schrabachauerkogel. Foto: Martin Heppner
Aufstieg Schrabachauerkogel. Foto: Martin Heppner

Schließlich quere ich eine ganz neue Forststraße direkt unter einer netten kleinen Jagdhütte mit Futterkrippe. Die Jagdhütte steht auf einer sehr schönen Wiese, auf deren oberen Ende ich später meine Pause machen werde.

Oben führt der Weg nach rechts, also nach Süden, auf den Schrabachauerkogel. Dieses Teilstück muss man nach dem Besuch am Gipfel auch wieder zurück gehen.

Ich finde es hier auf der Wiese viel gemütlicher für eine Pause, als am Gipfel und würde daher empfehlen, den Rucksack hier zu lassen und nur das Notwendigste mit auf den Gipfel zu nehmen.

Hütte & Fütterstelle. Foto: Martin Heppner
Hütte & Fütterstelle. Foto: Martin Heppner

Schrabachauerkogel

Der Aufstieg vom Bahnhof bis zur Abzweigung hier auf der Wiese über der Jagdhütte hat mich bisher 3h gekostet – ohne mich groß beeilt zu haben. Der Wegweiser sagt mir, dass ich 20 Minuten bis zum Gipfel des Schrabachauerkogels brauchen werde.

Das stimmt auch fast, weil ich zuerst glaube schon am Gipfel zu stehen, als ich das Gipfelbuch in der Metallbox erreiche. Der eigentlich höchste Punkt des Schrabachauerkogels (1.321m) ist aber erst erreicht, wenn man noch einmal kurz absteigt und am Grat weitergeht. Danach komme ich erst zum Gipfel, der durch einen Steinmann mit Stock in der Mitte gekennzeichnet ist.

Ein provisorisches, aber nicht ungemütliches Bankerl bietet Platz und Ausblick ins Tal und auf die Bergwelt.

Grat zum Schrabachauerkogel hinüber. Foto: Martin Heppner
Grat zum Schrabachauerkogel hinüber. Foto: Martin Heppner
Gipfelbank mit Aussicht am Schrabachauerkogel. Foto: Martin Heppner
Gipfelbank mit Aussicht am Schrabachauerkogel. Foto: Martin Heppner

Der Schrabachauerkogel gehört zu den Ybbstaler Alpen, weil er sich östlich der Enns befindet. Auf der anderen, westlichen Seite der Enns befinden sich die Berge der oberösterreichischen Voralpen. Und wenn ich direkt nach Westen hinüberschaue, sehe ich den Almkogel, dem ich im November mit Veronika und Peter einen Besuch abgestattet habe!

Im Süden, hinter den Bäumen versteckt, ragen die Berge des Gesäuses hoch, im Südwesten sieht man sehr schön auf das Tote Gebirge! Meine App Peakfinder sagt mir, dass man ganz hinten auch den Hohen Dachstein sehen würde, aber den erkenne ich weder mit freiem Auge, noch auf den Fotos!

Totes Gebirge. Foto: Martin Heppner
Totes Gebirge. Foto: Martin Heppner

Rapoldeck

Nach dem Abstieg vom Schrabachauerkogel raste ich einmal ausgiebig auf der vorher schon erwähnten Wiese. Ich bin sehr versucht, hier im Schatten ein kleines Nickerchen zu machen, breche dann aber doch auf, weil ich nicht zu spät nach Hause zu meinem Sohnemann kommen will.

Almwiese. Foto: Martin Heppner
Almwiese. Foto: Martin Heppner

Der Weg zum Rapoldeck hinüber ist beinahe flach und führt am Grat des Berges entlang. Wald und Lichtungen wechseln sich ab. Ein besonders üppig blühender Seidelbast fällt mir ins Auge.

Seidelbast. Foto: Martin Heppner
Seidelbast. Foto: Martin Heppner
Am Grat zum Rapoldeck. Foto: Martin Heppner
Am Grat zum Rapoldeck. Foto: Martin Heppner

Am Rapoldeck (1.195m) steht ein Gipfelkreuz und eine weniger provisorische Bank. Mehrere sogar.

Von der Wiese bis hierher gehe ich etwa eine halbe Stunde. Wer also nicht am Boden sitzen mag, kann sein Picknick auch hierher verlegen.

Rapoldeck. Foto: Martin Heppner
Rapoldeck. Foto: Martin Heppner

Als ich das Gipfelkreuz hinter mir lasse, scheint es mir, als ob irgendeine verlorene Seele einen Bahn-zum-Berg Sticker auf die metallene Gipfelbuchbox geklebt hätte. Ich könnte schwören, dass der noch nicht da war, als ich angekommen war!

Abstieg nach Weyer

Der Abstieg erfolgt direkt vor dem Gipfelkreuz und ist doch recht steil. Ich bin deshalb sehr zufrieden mit meiner bisherigen Routenwahl. Es ist aber sowohl unschwierig, als auch ungefährlich, hier hinunter zu gehen. Es herrscht weder Absturzgefahr, noch ist es unangenehm zu gehen. Es ist ein überwiegend weicher Waldabstieg.

Steiler Abstieg vom Rapoldeck nach Weyer. Foto: Martin Heppner
Steiler Abstieg vom Rapoldeck nach Weyer. Foto: Martin Heppner
Waldweg. Foto: Martin Heppner
Waldweg. Foto: Martin Heppner

Der Weg ist hier ganz deutlich ausgeprägt und markiert. Verirren ist nicht möglich. Erst recht weit unten komme ich wieder zu einer Forststraße und schließlich aus dem Wald heraus.

Für den Abstieg vom Gipfelkreuz des Rapoldecks bis zur Wiese beim Pöller, wo ich auf den Aufstiegsweg treffe, brauche ich exakt eine Stunde.

Den Weg von hier bis zum Bahnhof kann man in 30 Minuten wahrscheinlich auch gehen – sofern man sich beeilt. Das tu ich aber nicht, weil ich bis zum nächsten Zug sowieso genug Zeit habe.

Die verbleibende Zeit nütze ich aus, da ich ausnahmsweise an einem Wochentag unterwegs bin: Gegenüber dem Bahnhof, an der Hauptstraße, ist ein Lebensmittelgeschäft. Dort kaufe ich mir etwas zu trinken und gehe dann zum Bahnhof hinüber.

Bahnhof Weyer. Foto: Martin Heppner

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Tourdaten

Die Route in Zahlen: Gehzeit 6h  900HM  900HM  17km  GPX Track

Diese Tour kann mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Wien und Linz erreicht werden.