Von Hernals nach Wördern

Wenn man Wanderungen unter Verwendung öffentlicher Verkehrsmittel plant, hat man zwar den Nachteil, dass man meistens etwas länger für die An- und Abreise braucht, man hat aber auch einen wichtigen Vorteil: Man ist bei der Tourenplanung nicht darauf angewiesen, wieder zum Startpunkt zurückkehren zu müssen, sondern man ist frei, seine Wanderung auch an ganz anderen Orten beenden zu können. Man kann wunderbare Querungen machen und letztendlich auch ganz spontan unterwegs entscheiden, wo die Reise letztendlich hingehen soll. Dadurch entsteht ein ganz besonderes Gefühl der Freiheit, das ich sehr schätze. Und genau aus diesem Grund habe ich heute eine Tour ausgewählt, auf der man in moderaten 5 Stunden von Wien aus bis nach St. Andrä-Wördern marschieren und dabei einige Höhepunkte des nördlichen Wienerwalds mitnehmen kann.

Anreise

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Über den Exelberg zur Sophiealpe

Die Tour beginnt bei der Endstation der Straßenbahnlinie 43 in Wien-Neuwaldegg – wer mag, kann natürlich auch von der S 45-Station Hernals über die Alszeile anmarschieren, so richtig schön wird der Weg aber erst in Neuwaldegg. Wir folgen dem Wanderweg links hinauf, vorbei am wunderschön renovierten Schloss Neuwaldegg, und folgen der Schwarzenbergallee zwischen Bärlauchstauden und dem Eckbach bis zum Ende der Allee. Dann biegen wir nach links ab und folgen der blauen Markierung stetig bergauf Richtung Exelberg. Nicht vergessen, sich dabei immer wieder umzudrehen, hier gibt es schöne Blicke in Richtung Wien!

Am Exelberg queren wir die Straße und folgen dem Weg Richtung Sophienalpe. Auf der folgenden Wiese erwartet uns an klaren Tagen ein atemberaubender Blick in die Wiener Alpen von Schneeberg bis Ötscher, und einen guten Rastplatz bietet die Wiese obendrein. Wir folgen dem Weg zur Sophienalpe und freuen uns, wenn der dortige Wirt wieder einmal geöffnet haben wird.

Über den Scheiblingstein nach Unterkirchbach

Vor dem Wirt folgen wir dem Weg nach rechts Richtung Scheiblingstein, welcher ohne große Steigungen zwar in Hörweite der gut befahrenen Exelberg-Straße liegt, aber dennoch nicht direkt an der Straße verläuft und überraschend kurzweilig und schön ist. Erst, wenn wir Scheiblingstein erreichen, müssen wir kurz entlang der Straße gehen, bevor wir auf der rechten Seite der Straße wieder auf einen Pfad in Richtung Steinriegl einbiegen können. Auch am Ortsanfang von Steinriegl müssen wir nicht der Straße folgen, sondern können links der Straße durch einen netten Nadelwald gehen.

In Steinriegl biegen wir links entlang der Straße ab und biegen nach etwa 600 Metern abermals links Richtung Unterkirchbach ab. Der Weg nach Unterkirchbach ist wunderschön und kaum begangen; gerade an sonnigen Frühlingstagen eine wirklich großartige Strecke.

In Unterkirchbach angekommen folgen wir dem Straßenverlauf in den Ort hinein – die Querung von Unterkirchbach ist leider kein Höhepunkt der Strecke, da man circa 1 Kilometer der teils stark befahrenen Straße folgen muss. In Unterkirchbach besteht sowohl beim Marienhof, als auch beim Wirtshaus Hauser die Möglichkeit einer Einkehr (der Marienhof hat derzeit corona-bedingt Coffee und andere Dinge to go anzubieten, Hauser war heute leider zu). Am unteren Ende von Unterkirchbach biegen wir links Richtung Hagenbachklamm ab, wobei wir einen sehr netten Naturspielplatz und später die Greifvogelstation passieren.

Unterkirchbach. Foto: Johann Fischer
Unterkirchbach. Foto: Johann Fischer

Durch die Hagenbachklamm nach St. Andrä-Wördern

Die Hagenbachklamm gehört zu den Höhepunkten des nördlichen Wienerwaldes, was sich leider schon ziemlich herumgesprochen hat. Sowohl von unten (Wördern), als auch von oben (Unterkirchbach) fahren am Wochenende ziemlich viele Wanderer und Familien zu, sodass die bisherige Einsamkeit der Wanderung schlagartig zu Ende ist – für wen hier zu viele Leute unterwegs sind, kann circa 400 Meter nach der Greifvogelstation nach links ausweichen und einen auch sehr schönen, aber einsameren Weg zur Kirche nach St. Andrä-Wördern nehmen. Ich habe mich heute für die Klamm entschieden, die gerade im Frühling wunderbare Stellen aufzuweisen hat. Die Klamm folgt laufend dem Hagenbach, hat einige Brücken und Stege anzubieten und man kann sich wahlweise in den Bärlauch setzen, die Füße ins Wasser stecken oder auch die im untersten Bereich angelegten Wasserfälle genießen. Die Hagenbachklamm ist für mich keine eigene Anreise wert, als Teil eines langen Wanderweges ist sie aber jedenfalls ein Erlebnis.

Am unteren Ende der Klamm überquert man die stark befahrene S 14 und geht den Wanderweg etwas oberhalb der Straße weiter bis Wördern. Hier hat man auch einige Möglichkeiten für eine Einkehr vor der Rückfahrt – zum Beospiel den Eisfux und das Gartencafe auf der Greifensteinerstraße. Der schönste Weg zum Bahnhof führt verkehrsberuhigt am Hagenbach entlang, wo man ebenfalls noch eine schöne Abschlusspause machen kann.

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Tourdaten

Die Route in Zahlen: Gehzeit 5h  350HM  450HM  18km  GPX Track