Von Znojmo zum Sealsfieldův Kámen

Von Znojmo zum Sealsfieldův Kámen – eine abwechslungsreiche Wanderung entlang der Thaya.

Zug von Wien nach Znojmo

Ein Abstecher zu unseren nördlichen/östlichen Nachbarn ist aufgrund der guten Zug- und Busverbindungen von Wien aus immer lohnend.

Alle zwei Stunden fährt ein Zug von Wien nach Znojmo, also nehme ich den um 8:57 von Wien Mitte. In Hollabrunn steigen zwei Freunde ein, die neugierig auf Znojmo sind, die die Stadt nur von der Durchfahrt kennen.

Znojmo

Wir starten die Wanderung mit einem ausgedehnten Spaziergang durch die schöne Altstadt und picknicken bei der Znaimer Burg mit Blick ins Thayatal.

Die Thaya ist bei Znojmo aufgestaut, aber in einem wesentlich geringeren Ausmaß  als z.B. bei Vranov. Diese Staustufe ist der Ausgangspunkt unserer eigentlichen Wanderung. Diesen erreichen wir, indem wir von der Altstadt gut ausgeschildert einen der romantischen Wege – durch terrassierte Weinberge und an kleinen gemauerten Aussichtsplattformen vorbei – hinunter ins Tal nehmen.

Weg ins Thaya Tal hinunter
Weg ins Thaya Tal hinunter

Da die nähere Brücke gerade renoviert wird, queren wir die Thaya über einen flussabwärts liegenden Steg. An Schrebergärten entlang spazieren wir zum Staudamm.

Nationalpark Podyjí

Der Wanderweg ist gelb markiert und wird als „anspruchsvoll“ bezeichnet, ist aber – zumindest bei Trockenheit – sehr gut zu begehen. Es geht meist einige Meter oberhalb des Ufers entlang, an durch Flechten und Moosen in allen Grüntönen leuchtenden Felsformationen.

Zwei-, drei Mal geht’s runter zum Wasser, dort wo Minifjorde das Ufer einschneiden. Bei einer kurzen Rast stellen wir fest, wie unglaublich ruhig es ist, nur das Klopfen eines Spechts ist zu hören. Wir befinden uns bereits im Nationalpark Podyjí.

Am Ende des größten Fjords, etwa 100 m lang, gehen wir ein kleines Stück (ca. 100m) ins Tal hinein, dort zweigen wir rechts ab und folgen den Hang entlang wieder zurück zum Fjord.

Rückblick Anstieg
Rückblick Anstieg

Ein knackiger Anstieg (gute 100 Höhenmeter)  bringt uns zum ersten (namenlosen) Aussichtspunkt, der uns einen wunderbaren Blick auf das Thayatal bietet. Wie bestellt kommt die Sonne raus und beschert uns eine herrliche Stimmung.

Aussichtspunkt
Aussichtspunkt 1

Nach etwa 100 m erreichen wir den zweiten Aussichtspunkt Sealsfieldův Kámen, der Lieblingsplatz von  Charles Sealsfield, der 1793 als Karl Postl im nahegelegenen Popice geboren wurde, sich später in den USA ein Pseudonym zulegte und weltberühmter Schriftsteller wurde.

Aussichtspunkt Sealsfieldův Kámen
Aussichtspunkt Sealsfieldův Kámen

Die Infotafel informiert uns außerdem, dass die markante in die Thaya abfallende Granitwand, die vom Aussichtspunkt gut sichtbar ist, Býčí skála heisst. Von dort etwa 1 km flussaufwärts sollte eine Staumauer gebaut werden, die zur Überflutung des gesamten Thayatals bis Hardegg geführt hätte. Die „Bürgerinitiative zur Rettung des Thayatales“ verhinderte jedoch den Bau.

Moosschuhe
Moosschuhe

Der weitere Weg führt durch lichten Wald mit grün beschuhten Bäumen und bringt uns nach etwa 2 km nach Popice.

Popice
Popice

Tourdaten

Rückfahrt nach Wien

Wir haben, bis der Bus kommt, noch eine Stunde Zeit, um uns im schräg gegenüber der Bushaltestelle liegenden Wirtshaus U Kloudů ein Starobrno zu genehmigen und uns durch die überschaubare Karte zu kosten.

Pünktlich um 16.30 kommt der Bus 818 (Link zum Fahrplan) und in etwa 20 Minuten erreichen wir den Bahnhof Znojmo, wo bereits der Zug nach Wien wartet.

Variante

Variante
Variante

Da noch ein weiterer Bus (und Zug) zwei Stunden später fährt, könnte man den Stadtspaziergang verkürzen und die Wanderung nach dem Aussichtspunkt Sealsfieldův Kámen verlängern. Der Weg geht wieder zur Thaya runter, den Fluss entlang bis zu einer Wegkreuzung, die wieder nach Popice führt (+ 8,2 km, ca. + 2.30 h, + 169 hm rauf, + 212 hm runter)

 

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2 Kommentare

  1. danke für diesen wunderbaren Tipp ! Werde ich sicher machen… eine meine Lieblingsstrecken ist von Hardegg entlang der Thaya und dann nach Retz ( Geschichte kommt im Sommer ) ! – leider kommt man nach Hardegg am Wochenende nur mit den Taxi. Und schon immer hab ich überlegt wie es auf der anderen Seite aussieht…

    1. Ich würde gerne eine grenzüberschreitende Wanderung anhängen, d.h. von Popice weg entlang der Thaya und dann Richtung Retz abzweigen. Das müsste öffentlich auch gut funktionieren. Nur halt momentan nicht ;-)

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