Erkundungen im Waldviertel

Querung des Pottschachbaches. Foto: Birgit Reiter

Wir wollen ein Juliwochenende mit Wandern und Schwimmen um die Kampstauseen verbringen. Die VOR-Recherche zeigt, dass alle Busse, die Ortschaften am Kamp zwischen Ottenstein und Rosenburg anfahren, nur Montag bis Freitag unterwegs sind – sehr schade…

Es heißt also kreativ sein und so beschließen wir, mit dem Bus 170 von Krems nach Gföhl (gut abgestimmt mit dem Zug aus Wien) zu fahren und uns von dort zum Kamp zu wandern. Es gibt zwar keinen durchgängig markierten Wanderweg, aber mit der Outdoor-App ist schnell ein Weg erstellt.

Gföhl hat ein recht schönes Ortszentrum mit schön restaurierten Häusern, nach einem kurzen Rundgang genehmigen wir uns noch einen Kaffee im Stadtcafe Prinz.

Von Gföhl nach Krumau/Kamp

Am Hauptplatz nehmen wir die Straße Richtung Norden und zweigen bald rechts auf ein Wegerl, gesäumt mit 14 aus Holz geschnitzten Notheiligen, ab. Nach einem Feld geht’s unter der Bundesstraße nach Jaidhof, das einerseits ein beeindruckendes Schloss als auch etliche Gebäude der Gutsverwaltung Gutmann – ebenfalls sehr schön revitalisiert – umfasst.

Wir folgen dem Öko-Dorf-Weg Nr. 91, nach einem Stück am Waldrand entlang erreichen wir eine Lichtung; dort, wo der markierte Weg wieder in den Wald führt, biegen wir jedoch links ab.

Landschaft im Waldviertel. Foto: Birgit Reiter
Landschaft im Waldviertel. Foto: Birgit Reiter

Hier beginnt der unmarkierte Weg, der nun großteils durch Wald führt und auf dem man hin und wieder den Pottschachbach quert.

Querung des Pottschachbaches. Foto: Birgit Reiter
Querung des Pottschachbaches. Foto: Birgit Reiter

Bei einer Brücke angelangt sieht man linkerhand das Forsthaus Pottschachhof. Hier sind wir geradeaus den Bach entlang weitergewandert – leider ist der in der App eingezeichnete Weg wenig später so verwachsen (oder wir haben den richtigen nicht gefunden), deshalb empfiehlt es sich, am Forsthaus vorbei links zur Landstraße (L7048, Eisengraberamt) rauf zu gehen und dieser bis nach Krumau am Kamp zu folgen, auf halbem Weg vorbei an einem großen Fischteich.

Ziemliche Kaliber im Fischteich. Foto: Birgit Reiter
Ziemliche Kaliber im Fischteich. Foto: Birgit Reiter

Wir sind auf unserem unwegsamen Pfad bei diesem Teich herausgekommen und dann ebenfalls die Straße entlanggegangen – dort war sehr wenig Verkehr.

Wir erreichen Krumau, es ist Feuerwehrfest und dementsprechend viel los.

Kamp mit Burg Krumau. Foto: Birgit Reiter
Kamp mit Burg Krumau. Foto: Birgit Reiter

Von der Ortsmitte gelangt man rechts über eine schmale Gasse zum Kamp hinunter, über eine Fußgängerbrücke erreicht man den Campingplatz. Wir haben nicht reserviert, aber mit unserem Minizelt hoffen wir, ein kleines Platzerl zu ergattern. Die größte Fläche nehmen die Dauercamper ein, man muss ganz zurück zum Seestüberl um sich anzumelden. Der nette Inhaber bringt uns persönlich mit dem Golfwagerl zu unserem Zeltplatz. Von der Terrasse des Seestüberls hat man einen wunderschönen Blick auf den Kamp, der hier aufgrund der weiter östlich liegenden Thurnberger Staumauer schon wieder breiter wird. Beim letzten Abendlicht genehmigen wir uns einen sehr köstlichen Karpfen aus einem der umliegenden Teiche und ein Achterl Weißwein.

Blick vom Seestüberl auf den Kamp. Foto: Birgit Reiter
Blick vom Seestüberl auf den Kamp. Foto: Birgit Reiter

Wir sind Mitte Juli unterwegs und haben deshalb nur den Sommerschlafsack mit. In der Nacht ist es dann aber doch recht kalt, es kühlt auf unter 10°C ab und die Nähe zum Wasser tut wohl sein Übriges.

Tourdaten Tag 1:

  • 3-3,5 Stunden
  • 13 Kilometer
  • 40 Höhenmeter

Entlang des Kamps nach Ottenstein

In der Früh wird es in der Morgensonne dann aber gleich so warm, dass wir die ersten beim Frühstück im Seestüberl sind. Ich muss meine Neugier befriedigen und folge vorher noch dem Pfad am Lokal vorbei, der Richtung Thurnberg führt. Da wird’s steiler und felsiger, ein Stück ist sogar mit Seil versichert – jedenfalls ein Teaser für eine zukünftige Wanderung!

Der Kampseen-Wanderweg beginnt in Krumau City und führt über ein Sträßchen mit hübschen kleinen Häusern rauf zur Burg Kamp (die Burg ist Privatbesitz, man kann nur den Burgvorhof betreten), dann geht’s gleich wieder zum Kamp hinunter.

Gässchen zur Burg hinauf. Foto: Birgit Reiter
Gässchen zur Burg hinauf. Foto: Birgit Reiter

Der Pfad ist anfangs zum Teil recht verwachsen, aber die Markierungen sind gut sichtbar. Das ist der einzige Teil der ganzen Strecke, der etwas „wilder“ ist, dann ist man nur noch auf Schotter- und Asphaltstraßen unterwegs.

Der wildeste Teil der Etappe. Foto: Birgit Reiter
Der wildeste Teil der Etappe. Foto: Birgit Reiter

Der Weg führt weiter durch die Ortschaft Schmerbach, dann eine Allee entlang zum Schloss Wetzlas, die Straße im Wald hinunter und bei der folgenden Kreuzung rechts hinauf nach Reichhalms.

Alle zwischen Schmerbach und Schloss Wetzlas. Foto: Birgit Reiter
Alle zwischen Schmerbach und Schloss Wetzlas. Foto: Birgit Reiter

Dann erwartet uns ein Forststraßenhatscher von etwa 5 Kilometer. Der Kamp ist hier relativ weit entfernt, man bekommt ihn bis zum Schloss Waldreichs nur kurz durch die Bäume zu sehen.

Schloss Waldreichs. Foto: Birgit Reiter
Schloss Waldreichs. Foto: Birgit Reiter

Eine Stärkung im Schlossstüberl kommt gerade recht, der vegetarische Linseneintopf ist leider aus (der Wirt meinte ganz verwundert, dass sie eh schon jeden Tag einen Riesentopf machen, der aber immer so schnell aus ist. Wo kommen da bloß all die VegetarierInnen her??). Das Schloss Waldreichs beherbergt eine Greifvogelstation und der Besucherandrang für die Schau um 15:00 ist recht groß.

Am Schlossteich (mit Unterwasser-Fischbeobachtungsstation) vorbei und recht bald in den Wald hinein gelangen wir endlich ganz zum Kamp hinunter und beim erstbesten Zugang hupfen wir ins Wasser, auf der restlichen Strecke Richtung Ottenstein kommen uns dann doch noch einige Leute entgegen, die sich hier einen nachmittäglichen Schwumm gönnen.

Wir queren die Brücke unterhalb der Staumauer des Ottensteiner Stausees und biegen dann gleich rechts ein, am Kraftwerk vorbei gelangt man zur Straße und zum völlig überfüllten Parkplatz des Ottensteiner Stausees. Ein Bus fährt leider nicht hierher, deshalb müssen wir noch über die Einfamilienhaussiedlung Peygarten-Ottenstein bis nach Rastenfeld marschieren. In Rastenfeld gibt es einen großen Park-and Ride Parkplatz beim Busbahnhof. Mit dem Bus 170 sind wir ruck-zuck in Krems und die 8 Minuten Umsteigezeit in den Zug nach Wien gehen sich genau aus, um uns noch ein köstliches Eis von der Eisbiene (neben dem Bahnhof Krems) zu genehmigen.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   2 Tage Wandern   600 HM   600 HM   30 km   GPX Track

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