Filbling Überschreitung

Blick vom Gipfel. Foto: Karl Plohovich

Eine kleine Tour, die in circa 3 ½  – 4 Stunden Gehzeit zu schaffen ist. Sie lässt sich sehr gut mit Öffis (Bus 150 von Salzburg) machen. Der Blick auf den Fuschlsee und der kleine, versteckte Filblingsee geben der Wanderung ihr Gepräge.

Leider konnten wir innerhalb der nächsten 6 Tage keine Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Feldkirch zu dieser Tour für dich finden.

Der Bus 150 – er kommt vom Salzburger Hauptbahnhof – ist bei der Haltestelle „Mirabellplatz“ schon gut besetzt. Wie sollen all die wartenden Ausflügler (vor allem Seniorengruppen; ich höre oft das Wort „Zauner“ – die Kaiser-Konditorei in Bad Ischl) da noch hinein? Ganz hinten, in der letzten Reihe sind noch mehrere Sitzplätze für mich frei. Doch bei der Station „Gnigl S-Bahn“ bekomme auch ich Nachbarinnen. Körperkontakt lässt sich nun nicht vermeiden, und auch die Gespräche kann man, ohne zu lauschen, mitverfolgen. Dazwischen lese ich, was (vermutlich) Schüler auf die Rückseite der Sitzlehnen gekrizelt haben… (Wenig hat sich seit meiner Jugend geändert…)

Im Bus. Foto: Karl Plohovich
Im Bus. Foto: Karl Plohovich

Als die Stimme „Nächste Station: Alte Tanne“ ansagt, deute ich meinen plaudernden Nachbarinnen, dass es allmählich für mich Zeit wird, auszusteigen. Das Manöver gelingt. Als „Oberbrunn“ am Display erscheint, drücke ich die Halt-Taste.

Tour

Start. Foto: Karl Plohovich
Start. Foto: Karl Plohovich

Als einziger verlasse ich den Bus, orientiere mich an den gelben Hinweisschildern und bald bin ich im Wald. Gute Luft; Lärm von der stark befahrenen Straße ist noch länger zu hören.

Der Weg zum Filblingsee ist eine Forststraße, teilweise ausgewaschen, gut begehbar, aber alles andere als kinderwagentauglich. Mir kommt der Gedanke, dass man hier auch einen Berglauf machen könnte… Da kommt mir schon eine Läuferin – ich werde im Laufe der Tour noch anderen, übrigens immer Frauen, begegnen – entgegen. 

Windbruch wird aufgearbeitet. Der Blick zum Schafberg ist frei. 

Filblingsee. Foto: Karl Plohovich
Filblingsee. Foto: Karl Plohovich

Bald ist der Filblingsee erreicht. Hier ist es still, nur die Kröten und eine Amsel lassen ihre Stimmen hören. Die WasserbewohnerInnen sind offenbar – wenn man es mit menschlichen Worten sagen darf – in Vorfreude auf intime Begegnungen.

Kröten-Freuden. Foto: Karl Plohovich
Kröten-Freuden. Foto: Karl Plohovich

Ich folge der Markierung. Der Fahrweg wird zum Steig und erreicht den Kamm. Hier fasziniert der Blick auf schneebedeckte Berge. Besonders der Göll tut sich hervor.

Göll. Foto: Karl Plohovich
Göll. Foto: Karl Plohovich

Dem Wind, der von der Fuschlsee-Seite her weht, entziehe ich mich, indem ich mich links der Kammschneid halte – und schon bin ich am „First“, dort, wo steile Wiesen mit ihren Schneeresten nach Nordosten abfallen. 

So gemütlich sich der Filblingsee für eine Rast empfiehlt, so eng und steil ist der Gipfel. Nur beim Kreuz ist ein Bankerl, das allerdings schon besetzt ist. Ich finde einen Absatz, breite den Biwaksack aus, und halte genüsslich eine Stunde Rast in der wärmenden, fast schon heißen Sonne. In wenigen Wochen wird hier eine Brennnessel – Himbeerwildnis sein…

Beim Abstieg vom Gipfel stehe ich mit offenem Mund vor einem, von Spechten arg zugerichtetem Baum. Die Höhlen erfreuen sich einer „Nachnutzung“ durch andere Vögel und Kleinsäuger.

Specht-Baum. Foto: Karl Plohovich
Specht-Baum. Foto: Karl Plohovich

Ursprünglich hatte ich vor, einfach am Kamm weiterzugehen – und dies ist wohl auch die schönste Linie. Doch die 600 Höhenmeter sind mir zu wenig, es ist noch Zeit und so mache ich einen Abstecher auf Filblings Nachbarn, das Schmiedhorn, 1.224 Meter. Der Vorteil: Hier ist man allein, der Gipfel ist Rast-freundlicher, beeindruckende Baumriesen (Buchen) und ein verspieltes „Eigenbau-Gipfelkreuz“ mit Blick nach Faistenau, und nochmal 150Hm.

Schmiedhorn-Gipfelkreuz. Foto: Karl Plohovich
Schmiedhorn-Gipfelkreuz. Foto: Karl Plohovich

Auf Forststraßen und ein kleines Stück wild durch den Wald erreiche ich wieder den Weg Nummer 40, der mich zur Bushaltestelle „Abzw. Schloss Fuschl“ leitet. Der See winkt mir mit freundlicher Gelassenheit zum Abschied zu.

Abschieds-Seeblick. Foto: Karl Plohovich
Abschieds-Seeblick. Foto: Karl Plohovich

Fazit

Diese Tour scheint mir für Familien geeignet (kurz, leichte Wege, Filblingsee, interessante Bäume, Ausblick…); der Halbstundentakt nach Salzburg ist bemerkenswert! Sie ist ganzjährig bei (fast) jedem Wetter machbar, in beiden Richtungen, sicher auch mit Schneeschuhen. Es sind mehrere Varianten denkbar, etwa auch die Überschreitung nach Faistenau. Das „zermahlene“ Buchenlaub lässt darauf schließen, dass man am Hauptweg (Arnoweg, BergeSeenTrail) immer wieder mit „Gegenverkehr“ rechnen muss. Eine gemütliche Almwiese zum Rasten? Nein. – Dafür der Seeblick! Man kann eben nicht alles haben.

P.S.: Bei der Heimfahrt musste ich im Bus stehen. Dies klärte sich auf: Es lag wohl nicht nur am herrlichen Wetter: Am Freitag sind die ÖFFIS im Salzburg bis Ende Juni gratis!

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   4:00 Std Wandern   800 HM   800 HM   12 km   GPX Track

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