Winterwanderung entlang der Kastenmäuer

Vom Seebergsattel über die Aflenzer Staritzen, die Kastenmäuer entlang (mit sensationellem Aus- und Tiefblick!) im nordöstlichen Hochschwab nach Wegscheid.

Die Tage sind im Winter kurz – das ist jedem klar. Die logische Konsequenz ist, dass man vernünftigerweise mit der ersten Verbindung anreist, um noch vor der einbrechenden Dunkelheit aus dem schwierigen Gelände heraus zu sein.

Anreise

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Aufstieg Aflenzer Staritzen

Aufstieg vom Seebergsattel

Uns überholt ein einzelner Wanderer nach den ersten 10 Minuten: Er ist von der Bergrettung. Gut, denke ich mir, brauchen wir im Falle eines Falles nicht extra anzurufen.

Aber der Bergrettungsmann geht gar nicht ganz hinauf. Wir holen ihn ein und unterhalten uns ein bisschen mit ihm. Wir erzählen ihm, dass unser Plan für heute ist, die Aflenzer Staritzen bis zum Jägermayersteig nach vorne zu gehen, dann zur Voisthalerhütte hinunter, um den Baufortschritt zu begutachten und schlußendlich die Dullwitz hinunter nach Seewiesen zu gehen.

Als er uns erzählt, dass der Neubau noch nicht einmal begonnen hat, frage ich mich, ob wir das eigentlich nicht auch früher und selber recherieren hätten können. Wegen des Nebels rät er uns ab, die Staritzen zu gehen. Seine Warnung fällt auf fruchtbaren Boden, weil bei Nebel kennen wir die Aflenzer Staritzen schon und das war nicht so besonders unterhaltsam!

Wir planen also um und nehmen uns vor, über den Kastenriegel nach Wegscheid hinaus zu wandern. Diese Strecke sind wir noch nie gegangen.

Wir verabschieden uns. Er geht hinunter und wir hinauf.

Kurz vor dem Staritzen-Plateau

Oben zweigen wir nach Norden auf den Prinzensteig ab. Dass das die richtige Entscheidung war, sehen wir recht schnell. Der Nebel hängt auf der Staritzen fest. Nördlich davon sehen wir Berge und Sonne.

Bevor wir aus dem Nebel ganz rauskommen, machen wir schnell noch ein Video für Instagram.

Zwei Stunden haben wir für den Aufstieg bis zur Abzweigung Richtung Graualm / Prinzensteig gebraucht.

Prinzensteig

Graualm & Kastenmäuer

Die Graualm liegt sehr malerisch – im Sommer ist es hier sicher sehr schön! Ab hier gehen wir teilweise in direkter Sonnenbestrahlung.

Ist die Graualm einfach sympathisch, sind wir vom Blick auf die Nordseite des Hochschwabs von den steil abfallenden Kastenmäuern überwältigt!

Wo der Nebel hängen geblieben ist, sieht man den Abstieg von der Hochweichsel, den Didi schon so lange gehen will und die Edelbodenalm. Der Aufstieg auf den Ringkamp ist auch recht gut zu erkennen!

Auf den Kastenmäuern
Auf den Kastenmäuern

Steiler Abstieg zum Kastenriegel

Der Abstieg von der Graualm entlang der Kastenmäuer zum Kastenriegel ist mit der leichten Schneeauflage nicht unkritisch zu gehen, weil es doch sehr steil hinunter geht. Diesmal habe sogar ich meine Snowspikes mit und bin sehr froh darüber, weil der Grip dadurch deutlich besser wird. Dadurch sind wir in etwas mehr als einer halben Stunde unten.

Wenn hier mehr Schnee liegen würde, dann halte ich den Weg sowohl im Aufstieg als auch im Abstieg für schwer passierbar. Herauf wäre es eine unglaubliche Wühlerei, die enorme Kräfte kostet und hinunter ist es im tiefen Schnee ebenfalls extrem anstrengend. Kurzum: Bei viel Schnee rate ich von dieser Route ab.

Bei der Jagdhütte setzen wir uns auf die Bank vor dem Haus, rasten & tauschen unsere Jause aus: Didi hat Brot, Käse und Wurst. Ich habe heiße Suppe und Mannerschnitten.

Das Ramertal nach Wegscheid

Wir bleiben ab der Jagdhütte auf der Forststraße. Soweit man von einer Forststraße noch sprechen kann – was die Baumerntemaschinen zurück gelassen haben, sind zwei tiefe, teilweise wassergefüllte Spurrinnen.

Didi und ich sind schon müde und gehen schweigend nebeneinander her. Aus welchem Grund auch immer, gehen wir schnell. Sehr schnell. Ich überlege mir zu sagen, dass ich nicht so schnell gehen will. Sage aber nichts. Als ich später Didi frage, erzählt er mir, dass es ihm ähnlich gegangen ist. So gehen wir in superschnellem Tempo schweigend nebeneinander das Ramertal hinaus, während wir uns still fragen warum wir so schnell gehen müssen.

Vom Kastenriegel bis zur Bushaltestelle in Wegscheid brauchen wir also etwa eine Stunde. In Normalgeschwindigkeit kann man, glaube ich, mit eineinhalb Stunden rechnen.

Warten auf den Bus in Wegscheid

Nachdem wir vorher so „gerannt“ sind, müssen wir jetzt eine dreiviertel Stunde bis 16:35 auf den Bus warten.

Im Glauben, dass das Gasthaus bei der nächsten Haltestelle offen hat und das Warten dort lustiger ist, gehen wir dorthin. Das Warten dort ist nicht lustiger, weil das Gasthaus geschlossen hat. Also gehen wir wieder zurück, weil das Warten an der Abzweigung „Rammertal“ (wie die Haltestelle heißt), bzw. „Ramertal“ (wie das Tal auf meiner Karte bezeichnet ist), geringfügig lustiger ist, als hier an der Abzweigung Aschbach, weil da die ganzen Steirer am Heimweg von Mariazell Richtung Niederalpl vorbei fahren.

Unser Bus kommt schließlich pünktlich, wir steigen in Kapfenberg am Europaplatz aus, essen am Europaplatz in der Pizzeria „Schabanack“, die besser, aber auch weniger lustig ist, als sie vom Namen her erahnen lässt, eine Pizza gemeinsam und begeben uns danach zum Bahnhof hinauf.

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Tourdaten

Die Route in Zahlen: Gehzeit 6h  600HM  1.000HM  13km 

Diese Tour kann mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Wien, Wiener Neustadt, Mürzzuschlag, Leoben, Bruck an der Mur und Graz erreicht werden.