Von der Salzach ins Berchtesgadener Land – eine Zwei-Tages-Tour für Grenzgänger

Foto: Nikolaus Vogl

Im Rahmen unserer Vereinswanderung konnten wir zum ersten Mal eine zweitägige Tour starten. Ganz im Sinne des internationalen Ansatzes von Bahn zum Berg fiel die Wahl auf eine grenzüberschreitende Tour vom Salzachtal ins Berchtesgadener Land, samt Übernachtung wenige Meter neben der österreichisch-bayerischen Grenze. Gipfelziel war für uns dieses Mal das sehr aussichtsreiche Hohe Brett, der kleinere Nachbar des bekannten Hohen Gölls. Erweiterungen und Varianten sind bei dieser Tour leicht möglich, ein Vorschlag dafür findet sich weiter unten.

Verbindungen mit Bahn und Bus von Leoben

Wir empfehlen von Leoben diese Verbindungen für die Hin- und Rückfahrten zur Tour.

Über die Pfeiltasten kannst du nach rechts und links bis 7 Tage in die Zukunft (und retour) blättern. Zum Live-Fahrplan kommst du über die Links mit den Haltestellennamen. Die alternativen Rückfahrmöglichkeiten sind durch hinauf und hinunter wischen anzuzeigen.

Do. 29. Sep. 2022

Leoben Hbf
Golling-Abtenau Bahnhof
Hinterbrand

Fr. 30. Sep. 2022

Leoben Hbf
Golling-Abtenau Bahnhof
Hinterbrand

Sa. 1. Okt. 2022

Leoben Hbf
Golling-Abtenau Bahnhof
Hinterbrand

So. 2. Okt. 2022

Leoben Hbf
Golling-Abtenau Bahnhof
Hinterbrand

Mo. 3. Okt. 2022

Leoben Hbf
Golling-Abtenau Bahnhof
Hinterbrand

Di. 4. Okt. 2022

Leoben Hbf
Golling-Abtenau Bahnhof
Hinterbrand

Mi. 5. Okt. 2022

Leoben Hbf
Golling-Abtenau Bahnhof
Hinterbrand
Lizenzhinweise

Tag 1: Durch das Bluntautal auf das Carl-von-Stahlhaus

Unsere Tour startet am Bahnhof Golling-Abtenau, wenige Fahrminuten südlich von Salzburg. Vom Salzburger Hauptbahnhof verkehren S-Bahnen (S3) sowie Regionalzüge im engen Takt hierher. Vom Bahnhof geht es etwa 500 Meter in südlicher Richtung, dann werden die Gleise unterquert, kurz danach die Salzach überquert. Wir folgen der Beschilderung ins Bluntautal, dessen Beginn wir nach einer guten halben Stunde auch erreichen. Das Bluntautal ist eine wahre Idylle, das etwas laute Salzachtal samt der Tauernautobahn liegt schnell hinter uns.

Im Bluntautal. Foto: Martin Heppner
Im Bluntautal. Foto: Martin Heppner

Wir folgen einem der beiden Wege in das Tal hinein, stets nur kaum ansteigend und erreichen nach einiger Zeit den Talschluss. Der Weg verlässt nunmehr die Fahrstraße und neigt sich stark himmelwärts.

Wir gehen an der Abzweigung den etwas steileren Weg nach links. Rechts ist flacher und weiter. Foto: Martin Heppner
Wir gehen an der Abzweigung den etwas steileren Weg nach links. Rechts ist flacher und weiter. Foto: Martin Heppner

Dichter Bergwald umfängt uns, bevor wir nach einer Stunde die ersten Almwiesen erreichen. Schon bald wird die Jochalm sichtbar, an welcher sich die Gelegenheit zur Jause bietet. Das heutige Ziel ist jetzt noch weit oben am Torrener Joch sichtbar. Der weitere Verlauf des Weges streift Bergwald und Almwiesen und durchquert schließlich den Latschengürtel unterhalb des Torrener Jochs.

Der erste Blick auf das heutige Tagesziel: Das Carl-von-Stahlhaus. Foto: Nikolaus Vogl
Der erste Blick auf das heutige Tagesziel: Das Carl-von-Stahlhaus. Foto: Nikolaus Vogl

Nach letzten anstrengenden Metern ist das Tagesziel am Carl-von-Stahlhaus erreicht. Die gemütliche Hütte des ÖAV Salzburg bietet etwa 100 Übernachtungsgästen Platz, von der Terrasse aus schweift der Blick in die Berchtesgadener Alpen mit dem berühmten Watzmann und ins Steinerne Meer. Mit etwas Glück können von hier aus sogar Steinböcke beobachtet werden. Einem angenehmen Hüttenabend steht nichts mehr im Wege und auch die Nacht gestaltet sich in den gemütlichen Zimmern sehr erholsam.

Carl-von-Stahlhaus. Foto: Nikolaus Vogl
Carl-von-Stahlhaus. Foto: Nikolaus Vogl
Blick zurück nach Österreich, ins Bluntautal. to: Nikolaus Vogl
Blick zurück nach Österreich, ins Bluntautal. to: Nikolaus Vogl

Tag 2: Vom Stahlhaus auf das Hohe Brett

Ausgeruht erwartet uns am nächsten Morgen der zweite Tag in den Berchtesgadener Alpen. Nach einem gemütlichen Frühstück starten wir direkt hinter der Hütte in nördlicher Richtung zum Hohen Brett.

Frühstück. Foto: Martin Heppner
Frühstück. Foto: Martin Heppner
Aufstieg zum Hohen Brett. Foto: Martin Heppner
Aufstieg zum Hohen Brett. Foto: Martin Heppner

Über Bergwiesen und Schrofen sowie ein wenig Fels erreichen wir den Brettriedel, welcher schon eine Art Gipfelebene darstellt. Von dort sind es nur noch wenige Minuten zum flachen Gipfelplateau des heutigen Ziels. Im Norden ist der mächtige Hohe Göll schon ganz nah, das Berchtesgadener Land liegt uns zu Füßen und von gegenüber grüßt „König Watzmann“ samt seiner berühmt-berüchtigten Ostwand.

Foto: Martin Heppner
Foto: Martin Heppner

Aber auch die namhaften Gipfel der Hohen Tauern wie Großvenediger, Großglockner und Hochalmspitze stehen jenseits des Steinernen Meers am Horizont. Etwas näher glänzen die Schneereste auf der Übergossenen Alm (Gletscherleiche) am Hochkönig.

Hoher Göll. Foto: Martin Heppner
Hoher Göll. Foto: Martin Heppner

Varianten und Erweiterungsmöglichkeiten der Tour (Beitrag von Simon Widy)

Wie bereits erwähnt bietet diese zweitägige Tour diverse Erweiterungsmöglichkeiten und Varianten. Zwei Möglichkeiten sind in diesem Beitrag von Simon Widy beschrieben. Der nachfolgend beschriebene Abstieg wäre alternativ auch zum berühmten Königssee möglich. Vom Haltepunkt Kessel besteht die Möglichkeit einer Schifffahrt nach Schönau (Busanschluss nach Berchtesgaden).

Abstieg nach Hinterbrand und Rückfahrt

Wir entscheiden uns heute für den kürzestmöglichen Abstieg in Richtung Berchtesgaden, den wir durch eine Busfahrt um rund 1,5 Stunden verkürzen können. Zunächst folgen wir dem Anstiegsweg über den Brettriedl zurück in Richtung Stahlhaus. Etwa 30 Minuten oberhalb der Hütte zweigt ein Weg nach rechts ab (Beschilderung vorhanden); dieser führt steil bergab zur bereits sichtbaren Mitterkaseralm unterhalb des Jennergipfels (Seilbahnstation), die wir nach einer knappen Stunde erreichen.

Mitterkaseralm. Foto: Martin Heppner
Mitterkaseralm. Foto: Martin Heppner

Von der Mitterkaseralm geht es zunächst einige Zeit auf der Fahrstraße, oberhalb einer winterlichen Seilbahnstation nehmen wir den Krautkaserweg in Richtung Hinterbrand.

Foto: Martin Heppner
Foto: Martin Heppner

Steil geht es bergab, in der Nähe der Jenner-Mittelstation führt eine Straße in wenigen Minuten zum großen Parkplatz Hinterbrand. Am anderen Ende des Parkplatzes befindet sich die Bushaltestelle (RVO Linie 838), welche uns auf einer völlig überdimensionierten Straße (stammt aus dem dritten Reich…!) zum Berchtesgadener Bahnhof bringt. Von dort fährt die Linie 838 direkt zum Salzburger Hauptbahnhof. Alternativ geht es auf der Schiene mit der S4 der Bayerischen Regiobahn über eine der steilsten Bahnstrecken Deutschlands nach Freilassing und von dort weiter in Richtung Salzburg/Westbahnstrecke bzw. München.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   2 Tage Wandern   1.900 HM   1.300 HM   22 km   GPX Track
  • Startbahnhof: Golling-Abtenau
  • Höhe Start: 465 Meter
  • Höhe Ziel: Stahlhaus 1.770 Meter, Hohes Brett 2.340 Meter
  • Höhenmeter bergauf: Golling – Stahlhaus circa 1.300 Höhenmeter, Stahlhaus – Hohes Brett circa 600 Höhenmeter
  • Höhenmeter bergab insgesamt: circa 1.220 Höhenmeter
  • erreichte Gipfel: Hohes Brett (2.340 Meter)
  • Verpflegung unterwegs: Jochalm, Carl-von-Stahlhaus, Mitterkaseralm
  • beste Jahreszeit: Juni-Oktober
  • Startbahnhof Rückfahrt: Hinterbrand, Schönau a. Königssee

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