Kurz vor der Hütte, bzw. dem Gipfel des Eisensteins. So sieht Schneeschuhwandern aus!

Schneeschuhwanderung Eisenstein

Einsame Schneeschuhwanderung von Türnitz auf den Eisenstein mit Hütteneinkehr am Gipfel. Erst kurz vor dem Ziel treffen wir auf Schitourengeher. Die Hütte ist gut besucht, aber nicht übervoll. Minus: Kein Schweinsbraten.

Anreise

Es gibt zwei Möglichkeiten: Einfach oder schnell. Die einfache Variante ist, in den Bus (Linie 552) am Wiener Hauptbahnhof Richtung Mariazell einzusteigen und Türnitz Ortsmitte auszusteigen. Die schnelle startet eine halbe Stunde später in Wien, führt über St. Pölten Hauptbahnhof und Lilienfeld Bahnhof (jeweils zum Umsteigen), ebenfalls mit der Buslinie 552 nach Türnitz Ortsmitte. Fahrzeit: 1:30h. Die einfache dauert eine halbe Stunde länger.

Wir wählen die schnelle Variante. Nach St.Pölten fährt man ja mittlerweile nur mehr 30 Minuten. Dort steigen wir in das Regionalzügelchen Richtung Schrammbach um. Der Bus 552 wartet in Lilienfeld auf den Zug. Wir steigen um und sind um 09:09 in Türnitz.

Aufstieg auf den Eisenstein

Nachdem wir uns vor dem Gasthaus zum goldenen Löwen abmarschbereit gemacht und uns den Löwen für später geistig notiert haben, gehen wir los.

„Los gehen“ bedeutet einmal ein Stück zurück, bei der Kirche links abbiegen und über die Stufen hinunter zu gehen. Wir gehen durch Türnitz nach Norden. Auf richtig eisigen Straßen. So eisig, dass wir mit den harten Bergschuhen ausrutschen und nicht bergauf gehen können. Dass die schwierigen Stellen der heutigen Tour gleich zu Beginn kommen, habe ich nicht antizipiert.

Zwischen den Häusern von Türnitz
Zwischen den Häusern von Türnitz
Rückblick Richtung Türnitz
Rückblick Richtung Türnitz

Nach 25 Minuten kommen wir zu der Stelle, an der der Wanderweg von der Straße nach rechts abzweigt. Die Julius-Seitner-Hütte ist hier mit 2,5h angeschrieben. Wir werden, inklusive aller Pausen, 3,5h brauchen.

Abzweigung von der Asphaltstraße. Ab hier beginnt der Wanderweg.
Abzweigung von der Asphaltstraße. Ab hier beginnt der Wanderweg.

Der Weg ist ab jetzt fast durchgängig moderat steigend. Steile Zwischenstücke gibt es zwischendurch immer wieder – diese sind aber durchwegs kurz. Flaches Gelände ist für Schneeschuhwanderer sowieso das bevorzugte Terrain.

Da es von der Strecke her schon deutlich weiter ist, als vom Knedelhof, oder gar vom Ortbauern aus, ist hier kein Mensch unterwegs. Didi spurt den gesamten Weg und muss trotzdem immer wieder auf mich warten.

Die Tour ist bis knapp unter den Gipfel ein Waldanstieg. Zuerst Laubwald...
Die Tour ist bis knapp unter den Gipfel ein Waldanstieg. Zuerst Laubwald…
...dann Nadelwald.
…dann Nadelwald.

Obwohl vor uns keine Spuren sind und doch recht viel Schnee liegt, ist der Weg immer gut zu finden, weil die Bäume markiert sind. Von der Orientierung her ist der Anstieg also ganz einfach zu finden.

Wald mit viel Schnee am Boden und auf den Bäumen.
Wald mit viel Schnee am Boden und auf den Bäumen.
Wald mit Triebschnee-Bodenwellen.
Wald mit Triebschnee-Bodenwellen.

Kurz bevor wir aus dem Wald heraus kommen, müssen wir eine längere Flanke queren. Wenn es so wie hier dabei leicht bergauf geht, kann man beim talseitigen Schneeschuh die Steighilfe ausklappen und so den Höhenunterschied zwischen den Tritten ausgleichen. Geht es bergab, ist das allerdings kontraproduktiv, weil man dann noch mehr nach vorne rutscht.

Schließlich gibt der Wald den Blick rundum frei. Hier auf den Ötscher.
Schließlich gibt der Wald den Blick rundum frei. Hier auf den Ötscher.

Das Stück nach dem Wald ist absolut traumhaft! Die Sonne scheint, wir haben Ausblick auf das Bergpanorama um uns herum: Gippel und Göller links von uns, Gemeindealpe und Ötscher vor uns.

Auf der großen Wiese vor uns sehen wir Schitourengeher und die Abfahrtsspuren im Schnee. Umso mehr genießen wir die unberührte Schneedecke auf unserem Zustieg – so oft hat man das nicht!

Kurz vor der Hütte, bzw. dem Gipfel des Eisensteins. So sieht Schneeschuhwandern aus!
Kurz vor der Hütte, bzw. dem Gipfel des Eisensteins. So sieht Schneeschuhwandern aus!

Nach 4 Stunden Gehzeit kommen wir in der Julius-Seitner-Hütte an. Da wir auf der letzten Querung eine längere Pause gemacht haben, sind 3,5 Stunden auch locker möglich.

Die Julius-Seitner Hütte liegt direkt neben dem Gipfelkreuz. Die Tische sind alle belegt und wir setzen uns an einem dazu. Der zweite Gastraum ist aber noch geschlossen – Platznot gäbe es also nicht. Es herrscht Selbstbedienung. Ist eine gut gepflegte Hütte mit gutem Essen, das man rasch bekommt. Wie eingangs schon erwähnt: Schweinsbraten hat es keinen gegeben. Damit gibt es natürlich auch keine Erwähnung in meinem Schweinsbratenindex.

Julius-Seitner-Hütte
Julius-Seitner-Hütte
Das Gipfelkreuz, direkt neben der Hütte, des Eisensteins.
Das Gipfelkreuz, direkt neben der Hütte, des Eisensteins.

Eine Stunde rasten wir in der Hütte, um 14:30 brechen wir wieder auf, um Richtung Knedlbauer abzusteigen. Die Navigation gestaltet sich beim Abstieg noch einfacher, als beim Aufstieg: Wir halten uns einfach an die Aufstiegsspuren der Tourengeher.

Abstieg über den Schihang
Abstieg über den Schihang

Der erste Abfahrtshang ist schnell vorbei, danach kommt ein Hohlweg, wo Schifahrer und Schneeschuhwanderer zusammen kommen. Nach dem Hohlweg geht es prinzipiell über Forststraßen hinunter – Abkürzungen sind dazwischen mit Schneeschuhen möglich.

Nach etwa einer dreiviertel Stunde gehen wir beim Ortbauern vorbei. Dort beginnt wieder eine Straße. Jetzt wo soviel Schnee liegt und es so eisig ist, stehen hier oben nur ganz wenige Autos.

Entlang der Straße im Mühlhofgraben bis zum Knedelhof.
Entlang der Straße im Mühlhofgraben bis zum Knedelhof.

Wir gehen hinunter bis zum Knedelhof, der zwischen der Abzweigung des Wanderwegs nach Türnitz und der Bundesstraße mit dem großen Parkplatz liegt.

Heimreise

Will man noch nach Türnitz zurück gehen, wird man mit Schneeschuhen sicher noch 1,5 bis 2 Stunden einrechnen müssen. Ich bin heute nicht so fit. Daher fragen wir ein nettes Ehepaar, das uns mit ihrem Auto nach Türnitz mitnimmt.

Dadurch können wir uns noch fast eine Stunde in das Gasthaus zum goldenen Löwen setzen, bis der Bus um 16:50 kommt.

Wir finden heraus, dass es am Besten ist, in der Station Lilienfeld Krankenhaus in den Regionalzug nach St. Pölten umzusteigen, weil wir schon vorher umsteigen. Da liegen aber Bushaltestelle und Zughaltestelle relativ weit von einander entfernt, was uns veranlasst zu laufen, um den Zug nicht zu verpassen. „Station Lilienfeld Krankenhaus“ also.

Schlussendlich sind wir um 18:30 wieder in Wien!

Tourdaten

Ich verwende zur Aufzeichnung des GPX Tracks eine Garmin fenix 3. Ich denke darüber nach die Garmin Fenix 5X Plus Saphir (Amazon Link) zu kaufen, weil das neue Modell Karten darstellen kann.

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