Xeis

Drei Tage frei – Wetter gut – der Berg, die Ennstaler Alpen, das Gesäuse, das Xeis, lockt!

Unser Plan, von Admont über die Haller Mauern  nach Großraming zu gehen, klappt leider nicht, da die Übernachtungsmöglichkeiten ausgebucht sind. Aber es gibt von Admont ja in die andere Richtung auch schöne Wege.

Ich war noch nie im Gesäuse. Meine Mama meint dazu: „Achtung, das Gesäuse hat sein eigenes Wetter!“ und Mr Gehlebt Martin schreibt: „Wenn es zu steil ist, bist du zu schwach.“

Achtung Spoiler : Beides irgendwie wahr …

Johnsbacher Höhenweg
Johnsbacher Höhenweg

Ich reserviere jedenfalls zwei Nachtquartiere mitten im Xeis – auf der Klinke Hütte und in Johnsbach.

Anreise

Admont – Oberst-Klinke Hütte

Tag 1 im Xeis: 4 Stunden Gehzeit, 9 Kilometer, 1.300 Höhenmeter im Aufstieg

Am Freitag Vormittag machen wir uns direkt vom Bahnhof in Admont auf den Weg. Da es bis zur Klinkehütte keine Labestelle mehr gibt, besuchen wir noch schnell den kleinen Adeg Markt, der 5 Minuten vom Bahnhof fast auf dem Weg liegt. Die Rucksäcke sind voll – also die Jause bescheiden.

Wir wandern aus Admont hinaus Richtung Kematen und lassen die letzten Häuschen hinter uns.

Es geht in den Wald, eine Schotterstraße kreuzt den Weg und man sollte hier aufpassen und nicht telefonieren und tratschen (ich) sonst ist man schnell im Out und übersieht die Abzweigung in den Wald. (1 Bonuskilometer)

Es wird  steil, und damit meine ich richtig steil, die 1000 Höhenmeter bis zur Scheiblegger Hochalm müssen auf ein paar Kilometern untergebracht werden. Ich muss einige Male anhalten.

Scheiblegger Hochalm
Scheiblegger Hochalm

Vorbei am Hahnstein, einem pitoresken Gipfel, den ich das nächste Mal sicher mitnehmen werde, erreichen wir die Hochalmfläche.

Es ist wunderschön, einsam,  bietet traumhafte Ausblicke – Jausenzeit.

Alpsteig
Alpsteig

Zum Absteigen Richtung Kaiserau wählen wir den Alpsteig (steil und bröselig) und nicht den Jägersteig (noch steiler und noch bröseliger).

Bevor wir ganz unten landen, dreht der Weg aber und es geht Richtung Oberst-Klinke Hütte – erraten! – natürlich steil hinauf.

Wir machen es uns im Garten der Oberst-Klinke Hütte gemütlich, nehmen eine Dusche (Dusche im Zimmer – Luxus) und bleiben dann laaaaange sitzen.

Mmmmh, mit köstlichen Schlipfkraperln werden die Energiereserven wieder aufgefüllt (der freundliche Hüttenwirt ist Osttiroler).

Während wir schlafen, besucht – laut dem Osttiroler Hüttenwirt – ein Wolf die Hütte. Wir bekommen weder Wolf, noch – obwohl am Luchstrail – einen Luchs zu sehen.

Oberst-Klinke Hütte – GH Ödsteinblick

Tag 2 im Xeis: 6 Stunden Gehzeit, 16 Kilometer, 900 Höhenmeter

Morgens, nach dem Frühstück geht’s Richtung Mödlinger Hütte, zuerst hoch zum Kalblinggatterl, dann runter und quer und wieder rauf durch einen schönen Hochwald mit Heidelbeeren, Wandergeschwindigkeit geht gegen Null.

Die Mödlingerhütte mit dem Admonter Reichenstein im Hintergrund (Titelfoto) ist ein perfektes Fotomotiv. Wir löschen unsern Durst mit Hollersaftl, die frisch gebackenen Strudel sehen sehr verführerisch aus. Noch verführerischer erscheint uns aber auf der Karte der kleine Bergsee in der Nähe der Hütte zu sein.

Wir gehen daher, vor unserem eigentlichen Ziel dem Johnsbacher Höhenweg, schnell Richtung Reichenstein zum Heldenkreuz und erwarten Abkühlung.

Ein See ist aber leider nirgends zu sehen. Ein einheimischer Wanderer lacht und deutet auf einen kleinen Moortümpel am Weg: „Hupfts eini in die Froschlockn!“ Das war wohl nix ….

OK, retour zur Mödlinger Hütte und weiter über den Johnsbacher Höhenweg. Rauf und runter, rauf und runter, Gipfelchen und Höhenmeter sammeln.

Am Johnsbacher Höhenweg
Am Johnsbacher Höhenweg

Wir befinden uns auf der Aussichtsterrasse des Gesäuses, 360-Grad-Rundum-Fernsicht, unzählige Berge in allen Richtungen.

Wir besetzen den Spiegelkogel Gipfel und können uns nicht satt sehen. Dann den Anhartskogel und dann den Niederberg. Hier dreht der Weg und geht über die private Wölgeralm und den Sebringgraben hinaus nach Johnsbach.

Ein Bächlein am Weg dient zur Abkühlung der Füße, es zischt.

Im engen Graben erwischt uns dann ein Gewitter mit Hagelkörnchen. Da war aber nix am Wetterradar…

Als wir in Johnsbach ankommen, ist auch schon wieder vorbei.

Wir checken im Gasthaus Ödsteinblick ein und lassen uns Eierschwammerlsauce, Gemüseauflauf und Topfenstrudel auf der Terrasse unter alten Kastanienbäumen schmecken.

Da wir müde sind und es draussen rasch abkühlt, endet dieser Abend vor der Flimmerkiste mit zwei Belohnungsachterln.

GH Ödsteinblick – Parkplatz Haindlkarhütte

Tag 3 im Xeis: 4 ½ Stunden Gehzeit, 11 Kilometer, 700 Höhenmeter

Gestärkt von einem guten Frühstück geht’s wieder raus.

Wir gehen Richtung Gstatterboden. Die Sonne blinzelt schüchtern durch die Wolken. Der Talweg geht durch Johnsbach und dann durch den Wald entlang des Baches Richtung Ennstal. Nach circa einer Stunde können wir entscheiden, ob wir im Tal weiter gehen oder durchs Gseng auf die Haindlkarhütte.

Die Wolken reißen genau zu diesem Zeitpunkt auf, weshalb wir uns für den Weg über die Haindlkarhütte entscheiden.

Was jetzt kommt: steil, schottrig, schwitz – der Weg ist nicht ohne und manche Schotterfeld- Querungen so der Witterung ausgesetzt, dass sie trotz Instandsetzung Anfang Juni bröselig und schmal sind und volle Konzentration erfordern.

Gseng
Gseng

Es gibt aber auch lustige Stellen, ein paar große Felsbrocken, die so liegen, dass man entweder auf dem Bauch mit dem Rucksack im Schlepptau unten durchkriechen (wir, nicht sehr elegant, leicht unter Körpergröße 1,70m) oder oben drüber kraxeln kann (leichter ab Körpergröße 1,70m).

Kurz vor der Gsengscharte dann noch ein Stück an der Kette und mittels Klampfen ein paar Meter über blanken Fels.

Vor lauter Wegaufpassen merken wir nicht, dass die Wolken schon wieder zu machen.

Haindlkar mit Haindlkarhütte
Haindlkar mit Haindlkarhütte

Auf der Scharte angekommen, tut sich vor uns eine gewaltige Felsarena auf, in deren Manege die Haindlkarhütte steht. Durch Latschen und über Schotter geht’s runter zur Hütte und ran an den Heidelbeerkuchen! Nach so einer Konzentrationsübung braucht mein Hirn Zucker.

Vor dem Abstieg ins Ennstal bestellen wir  das Xeistaxi zum Parkplatz Haindlkarhütte. Das Taxi bringt und holt dich im Gesäuse um 9,80 € pro Person.

Es beginnt zu nieseln. Am Weg nach unten ist trotz Regen viel Verkehr, übrigens das einzige Stück (außer auf den Hütten) wo uns in den drei Tagen Menschen begegnet sind. Sehr angenehm.

Wir fahren zurück zum Bahnhof in Admont! Abschied vom Xeis.

Heimfahrt

Tourdaten

Resümee

Ein traumhafte Runde, gut markiert mit dem Luchstrail – Zeichen. Nette Wirtsleute, gutes Essen, sehr abwechslungsreiche Wege und Pfade! Und Traumausblicke. Perfekt, um das Xeis (das Gesäuse) kennen zu lernen – Einstiegsdroge!

Zusammenfassung von Dani : Aufi-obi-aufi-obi-aufi-obi…

2 Kommentare

    1. Hallo Bernhard!
      Unter der Überschrift „Anreise“ (https://www.bahn-zum-berg.at/2019/07/xeis/#Anreise) findest du oben den Fahrplan und die textuelle Beschreibung wie Veronika die Anreise vorschlägt.

      Ich kenne z.B. auch die Möglichkeit mit dem Zug nach Selzthal zu fahren und dann mit der Gseispur an den Ausgangspunkt der Wanderung zu fahren.

      Welche Variante für dich passt, hängt auch vom Wochentag und dem an diesem Tag gültigen Fahrplan ab.
      LG, Martin

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.