Goldener Herbst im Gütenbachtal

Foto: Barbara Wanzenböck

Von Laab im Walde nach Wien Mauer

Die wunderbare kleine Wanderung am südwestlichen Stadtrand von Wien bietet abseits der großen Trampelpfade ein idyllisches Landschaftserlebnis, das ganz vergessen lässt, dass man sich im unmittelbaren Nahbereich einer Großstadt befindet.

Start bei der Haltestelle Tiergartenstraße. Foto: Barbara Wanzenböck
Start bei der Haltestelle Tiergartenstraße. Foto: Barbara Wanzenböck

Da ich unsere Wanderungen immer nach dem Prinzip anlege, bei jenem Punkt zu starten, der die spärlicheren Öffi-Verbindungen anbietet, beginnen wir unsere kleine Wanderung in Laab im Walde. Der Bus der Linie 253 fährt stündlich, startet in Liesing beim Busbahnhof und bringt uns in 22 Minuten nach „Laab – Tiergartenstraße“. Gleich nach der Bushaltestelle biegen wir rechts ab in die Mauerwaldgasse und folgen ihr bis ans Ende und dort beginnt auch schon der schöne Feldweg.

Am Ortsrand von Laab im Walde. Foto: Barbara Wanzenböck
Am Ortsrand von Laab im Walde. Foto: Barbara Wanzenböck

Kurz bevor wir das Waldgebiet erreichen, bietet sich auf der rechten Seite der erste schöne Weitblick. Bei der Wasserfläche links im Bild handelt es sich aber nur um eine große Lacke vom gestrigen Regen.

Erster Ausblick in Richtung Süden. Foto: Barbara Wanzenböck
Erster Ausblick in Richtung Süden. Foto: Barbara Wanzenböck

Bald erreichen wir die erste Wegkreuzung, bei der der Weg zum Laaber Tor des Lainzer Tiergartens nach links abzweigt. Wir gehen aber geradeaus weiter und folgen vorerst der Mountainbikestrecke „Pappelteich“. Aber schon bei der nächsten Abzweigung halten wir uns links und folgen dem kleineren Weg, der uns in der Nähe des eindrucksvollen Wasserleitungsaquädukts durch den „Diebsgraben“ führt.

Durch den Diebsgraben. Foto: Barbara Wanzenböck
Durch den Diebsgraben. Foto: Barbara Wanzenböck

Wir befinden uns jetzt auf dem sogenannten Planetenweg, der hier um den Lainzer Tiergarten herumführt. Kurz nachdem wir die Außenecke der Mauer (die an dieser Stelle durch einen Zaun ersetzt wurde) passiert haben, zweigt rechts ein kleines Wegerl ab, das im Laub kaum zu erkennen, aber zum Glück rot markiert ist.

Hier muss man abzweigen. Foto: Barbara Wanzenböck
Hier muss man abzweigen. Foto: Barbara Wanzenböck

Ab jetzt geht’s leicht bergauf auf einem schönen kleinen Waldweg, der uns durch den Mischwald des vorderen und hinteren Kaufbergs führt – wobei „Berg“ die Übertreibung des Tages ist. Es muss sich keiner Sorgen machen, diesen Hügel nicht bezwingen zu können.

Erster Blick auf die Eichwiese. Foto: Barbara Wanzenböck
Erster Blick auf die Eichwiese. Foto: Barbara Wanzenböck

Nach einer halben Stunde erreichen wir die wunderschöne Eichwiese und begegnen hier den ersten anderen Spaziergängern. Dieser Wiesenrücken hat zu jeder Jahreszeit seine Reize, aber an einem solchen Herbsttag erstrahlt alles in voller Pracht.

Foto: Barbara Wanzenböck
Foto: Barbara Wanzenböck

Nach einem kurzen Stück über einen breiteren Weg biegen wir bei der Informationstafel links ab auf einen kleinen Wiesenpfad, der uns jetzt leicht bergab in das Gütenbachtal hinunterführt. Der idyllische Fernblick auf den gegenüberliegenden Maurer Wald lässt nicht vermuten, dass direkt dahinter die Großstadt beginnt.

Blick von der Eichwiese auf den Maurer Wald. Foto: Barbara Wanzenböck
Blick von der Eichwiese auf den Maurer Wald. Foto: Barbara Wanzenböck

Im Talgrund überqueren wir das kleine Straßerl, das zum Gütenbachtor führt und biegen unmittelbar danach rechts ab auf den Wiesenpfad, der parallel zur Straße verläuft.

Wiesenpfad im Gütenbachtal. Foto: Barbara Wanzenböck
Wiesenpfad im Gütenbachtal. Foto: Barbara Wanzenböck

Ihm folgen wir, bis der Weg sich gabelt in einen breiteren Weg links und einen schmalen Fußpfad rechts. Wir wählen den kleineren Weg, der einen schönen Ausblick ins Gütenbachtal bietet und uns ganz sanft ansteigend zur Sterndlwiese führt.

Wegerl mit Aussicht ins Gütenbachtal. Foto: Barbara Wanzenböck
Wegerl mit Aussicht ins Gütenbachtal. Foto: Barbara Wanzenböck

Schon nach wenigen Höhenmetern haben wir die Sterndlwiese erreicht und folgen dem kleinen Wiesenpfad immer am Waldrand entlang.

Blick auf die Sterndlwiese. Foto: Barbara Wanzenböck
Blick auf die Sterndlwiese. Foto: Barbara Wanzenböck

Am anderen Ende der Wiese erreichen wir wieder ein kleines Waldstück mit einem sehr schönen alten Baumbestand. Hier verliere ich kurz den Weg, der durch einen umgefallenen Baum verlegt ist, aber ein schneller Blick auf die Karte führt uns wieder auf die richtige Spur.

Foto: Barbara Wanzenböck
Foto: Barbara Wanzenböck

Nach wenigen Metern erreichen wir schon die Todtenwiese, die sehr viel schöner ist, als ihr Name vermuten lässt. Wir queren sie schräg auf einem kleinen Wiesenpfad um in der Sonne gehen zu können, aber man kann auch am unteren Waldrand entlang in Richtung Pappelteich weitergehen.

Foto: Barbara Wanzenböck
Foto: Barbara Wanzenböck

Doch unser Ziel ist diesmal das Gasthaus „Schießstätte“ und wir biegen daher am Ende der Wiese nach links ab und folgen den Waldwegen in Richtung Norden. Es gibt hier unzählige Wege und es lohnt sich der Blick auf den Track, um das Ziel möglichst ohne Umwege zu erreichen.

Foto: Barbara Wanzenböck
Foto: Barbara Wanzenböck

Andererseits ist der Wald so schön, dass ein kleiner Umweg auch kein Beinbruch ist, und so entdecken wir ganz zufällig einen neolithischen Steinbruch. Schließlich haben wir es doch zum Gasthof geschafft, aber leider werden wir etwas rüde abgewimmelt, weil die Küche schon überlastet sei.

Foto: Barbara Wanzenböck
Foto: Barbara Wanzenböck

Doch wir sind ohnehin schon fast am Ende unserer kleinen Wanderung angelangt, deshalb biegen wir gleich rechts ab auf das kleine Straßerl, dass uns in knapp 2 Kilometern bis zur Haltestelle „Maurer-Lange-Gasse“ der Straßenbahnlinie 60 führen würde. Wir sind aber faul und hungrig und steigen schon vorher bei der Kaserngasse in die Buslinie 60A ein, die uns zum Maurer Hauptplatz und in ein anderes Lokal führt, in dem wir willkommen sind.

Fazit

Sehr attraktive kleine Halbtagswanderung mit Einkehrmöglichkeit gegen Ende der Strecke. Auch wenn es sich um ein – zu Recht – sehr beliebtes Gebiet für Spaziergänge handelt, und auf den breiten Hauptstrecken dementsprechend viel los ist, schafft man es mühelos, auf kleine Wege auszuweichen, und kann so die wunderschöne Natur in Ruhe genießen. Das dichte Wegenetz erlaubt einem auch, die Wanderung beliebig zu erweitern oder zu variieren. So liegen zum Beispiel auch der Pappelteich oder die Wotrubakirche in der Nähe der Strecke.

Die Anreise ist im Stundentakt möglich, die Abreise mit Bus oder Straßenbahn sowieso ganz unkompliziert. Wir waren mit einer kurzen Pause ca. 2,5 Stunden unterwegs.

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   2:30 Std Wandern   175 HM   225 HM   8.5 km   GPX Track

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