Wer von Heiligenstadt auf Wiens höchsten Punkt aufsteigen will, ohne dabei zu lange im Stadtgebiet herumzulatschen, und beim Abstieg etwas Abwechslung will, sollte sich diese Tour anschauen.

Ein nebliger Novembertag und 11 motivierte BzBler:innen
Wir haben diese Wanderung als BzB-Mitgliederwanderung (alle aktuellen Öffi-Wandertermine findest du hier: https://verein.bahn-zum-berg.at/blog/eventr/gemeinsame-oeffi-wanderungen-2025/) ausgeschrieben und starten zu elft an einem nebligen Novembertag um 9 Uhr am Bahnhof Heiligenstadt, gehen durch den Karl-Marx-Hof und überqueren die Heiligenstädter Straße zu einer Fußgängerpassage hinauf zum Hohe-Warte-Stadion. In diesem fanden übrigens in den 1920er-Jahren als größtem und modernstem Fußballstadion Kontinentaleuropas Spiele mit bis zu 80.000 Zuseher:innen statt – heute kaum mehr denkbar.

Auf Geheimwegen zur Bellevue
Wir gehen durch das Döblinger Villenviertel und biegen nach knapp 30 Minuten in der Daringergasse rechts in einen unscheinbaren schmalen Weg (den im Titel schon erwähnten Geheimweg!), der dann in weiteren circa 30 Minuten leichten Anstiegs durch Schrebergärten und Weingärten zu Bellevue-Wiese aufsteigt, auf der wir unmittelbar auf einem der schönsten Ausblicke über Wiens stehen – alleine der Bellevue-Blick ist den Aufstieg wert.


Bei der Bellevue-Wiese findet sich die Hütte am Bellevue, ein kleiner unscheinbarer Heuriger mit tollem Blick über die Weinberge (sofern jahreszeitenbedingt offen).

Im November ist natürlich keine Heurigenzeit, also nutzen wir die Pause für Gruppenfotos, gemeinsames Jausnen und Plaudern. Die Sonne schafft es heute sowieso nicht mehr durch den Nebel, das ist schon relativ klar.


Apfelmus oder Hollerkoch?
Doch wir lassen uns nicht von der Sonnenlosigkeit entmutigen – weiter geht’s an der Himmelswiese vorbei, wir queren die Höhenstraße und erreichen nach einer weiteren Dreiviertelstunde die Jägerwiese mit dem netten Ausflugsgasthaus am Agnesbrünnl. Dieses bietet sowohl im netten Innenbereich, umso mehr aber auf der sonnigen Terrasse wunderbares regionales und saisonales Essen. Da es am Tag unserer Mitgliederwanderung aber eh keine Aussicht auf Sonne gibt, wird es der nette Innenraum.
Heißer Tipp im Agnesbrünnl: Die hausgemachten Mohnnudeln (wahlweise mit Apfelmus oder Hollerkoch!) ebenso wie die frischen Marmeladen mit besonders tollen Sorten wie Paw-Paw Banane, Felsenbirne oder Quitte-Ingwer. Erhältlich direkt in der Hütte in der Marmeladenvitrine.

Auf den höchsten Berg Wiens
Von hier aus bietet sich ein Abstecher auf den Hermannskogel mit der Habsburgwarte an, die uns (sofern geöffnet, 1 Euro Eintritt) einen grandiosen Blick in den Alpenraum bietet. Auch die Habsburgwarte ist einen eigenen Ausflug wert, da der Hermannskogel der höchste Punkt Wiens ist und die Warte auch architektonisch interessant ist – ganz abgesehen von der liebevollen Ausgestaltung der Eingangsbereichs. Dort wartet nämlich zum Beispiel eine alte Kasse zum Inkasso des Eintrittspreises auf die Besucher:innen- mit Klingel! Netterweise wird einem auch ein Fernglas angeboten, welches man nicht ablehnen sollte – der Blick von der Aussichtsplattform ist – gerade an klaren Tagen – wirklich toll. (Nicht heute, aber das haben wir jetzt schon oft genug erwähnt.)

Einige von uns machen den Abstecher zum Hermannskogel noch, die anderen drei sitzen in der Zwischenzeit bei der Hütte und tüfteln, ob sie die Mohnnudeln lieber mit Hollerkoch oder Apfelmus nehmen sollen.

Abenteuer am Weidlingbach
Gestärkt steigen wir von der Jägerwiese nach unserer Mittagspause über den Karl Johann Grünberger Steig nach Weidling ab, von wo aus wir noch circa 45 Minuten entlang des Weidlingbaches bis zum Bahnhof Klosterneuburg-Weidling wandern.

Das letzte Stück etwas wild direkt am Bachbett – „Seid ihr bereit für Abenteuer?“, hat unser BzB-Mitglied, das die Wanderung organisiert hat, an dieser Stelle gefragt – und ein Nicken von allen bekommen.

Vom Bahnhof aus gibt es mehrere Möglichkeiten für eine Rückfahrt nach Wien – mit der S-Bahn halbstündlich bis Heiligenstadt, Spittelau oder zum Franz-Josephs-Bahnhof) oder mit dem Bus regelmäßiger nach Heiligenstadt. In jedem Fall ist die Rückfahrt nach Wien bequem in circa 15 Minuten möglich.

Fazit
Insgesamt sollte man für die gesamte Tour mit 3 Stunden 15 Minuten rechnen, plus einer Dreiviertelstunde extra, wenn man den Hermannskogel mitnimmt. Plus natürlich die Zeit, die man im Gasthaus sinnvoll für Labsal einplanen sollte – gerade in der warmen Jahreszeit ist die Terrasse mit Blick auf die Jägerwiese ein sehr einladendes Ziel.
Wir sind uns also trotz des Nebels einig: BzB-Mitgliederwanderungen machen Freude und diese Halbtageswanderung mit den hübschen Geheimwegen ist ein super Tipp für alle, die kurz einmal der Stadt entfliehen wollen. Ob mit Sonne, oder ohne.





