Winterwanderrunde auf den Sonnwendstein

Von Semmering Bahnhof über den Almweg auf den Sonnwendstein und weiter über den Erzkogel zum Hirschenkogel. Wunderschön einsame Runde mit einem Seilbahnzuckerl für müde Wanderer zum Schluss.

Mit dem EC zum Semmering

Die Anreise per Bahn zum Semmering ist äußerst komfortabel. Von Wien Hauptbahnhof oder Wien Meidling fährt der Railjet oder Eurocity stündlich Richtung Graz und bringt uns, ohne Umsteigen, in 1 Stunde und 16 Minuten, zur Station Semmering Bahnhof.

Carola und ich nehmen den EC um 7:58 Uhr vom Hauptbahnhof – und fühlen uns prompt in die 90iger zurückversetzt. Die ÖBB hat für diese Fahrt das antike Zugmaterial ausgegraben, komplett mit den klassisch blaugemusterten Sitzbezügen und 6erAbteilwagen. Dem Himmel sei Dank, gibt es aber auch zwei Großraumwagen und auch die WCs wurden von Plumpsklo auf geschlossene Systeme nachgerüstet.

Außerdem erleben wir an diesem Tag die zwei freundlichsten Schaffner des gesamten Konzerns! Da nehmen wir es der ÖBB auch nicht krumm, dass wir wegen einer Weichenstörung einen 15-Minuten Umweg über die Pottendorfer Strecke in Kauf nehmen müssen. Kurz nach Wiener Neustadt reißt außerdem die Nebeldecke auf und wir baden seelig in den erhofften Sonnenstrahlen.

Von Semmering auf den Sonnwendstein

Unsere Tour startet direkt beim Bahnhof Semmering und wir folgen den gelben Schildern, zuerst über ein steiles Wegerl, dann entlang der Straße durch schneidend kalten Wind zur Passhöhe Semmering.

Auf dem Parkplatz der Zauberbergseilbahn ist es kurz etwas trubelig, aber wir schleichen links an der Seilbahnstation vorbei, Richtung „Maria Schutz“, und nach wenigen hundert Metern und dem Hotel Panhans kehrt schlagartig völlige Ruhe und Windstille ein.

Hier gibt es eine Abzweigung an der es in beide Richtungen zu Sonnwendstein/Pollereshütte geht. Nach kurzer Diskussion nehmen wir den (richtigen) Weg geradeaus. Der Weg schlängelt sich relativ flach durch den Wald und führt einmal sogar ein längeres Stück bergab bis wir dann an eine markante Abzweigung kommen und rechts Richtung Sonnwendstein abbiegen.

Nun geht es stetig bergauf durch den Wald, zuerst steiler, dann etwas flacher. Hie und da liegt Schnee und es ist auch immer wieder eisig. Wir sind froh, dass wir unsere Stöcke mithaben. Nach etwa 2 Stunden endet der Wald und wir stapfen über ein kurzes Stück verschneite Wiese mit Blick auf den Sender auf die private Hütte unterhalb der Pollereshütte zu. Jetzt ist erstmal eine kräftige Jause angesagt und wir genießen die Sonne in vollen Zügen.

Vom Sonnwendstein ins Nirwana

Frisch gestärkt schlagen wir den ebenen Weg zum Erzkogel ein, hier oben liegt nun durchgehend Schnee, der Weg ist aber überall gut gespurt und teilweise sogar präpariert. Als der Weg nach etwa zehn Minuten Richtung „Erzkogel“ abzweigt, entscheiden wir uns für den anderen Weg links, weil wir, schon ein wenig faul, den Gipfel umgehen wollen.

Es geht gleich schön und stetig bergab, was uns aber leider nicht zu denken gibt. Erst bei der nächsten Abzweigung, die so gar nicht mehr mit unserer Karte übereinstimmt, kommen wir drauf, dass wir uns kräftig vergangen haben. Es hilft also nichts, wir müssen 200 Höhenmeter wieder zurück hinaufgehen. Schnauf. Nach gut einer halben Stunde „Ehrenrunde“ gehen wir bei der Abzweigung nun Richtung Erzkogel und umrunden ihn diesmal rechts.

Vom Erzkogel zum Hirschenkogel

Nun wird der Weg zum Panoramaweg und wir genießen einen tollen Ausblick. Weniger genießen wir den Wind, der uns hier auf dem Kamm wieder um die Ohren pfeift, aber dick eingepackt mit Kapuze lässt es sich dann ganz gut aushalten.

Wir nehmen den rechten Weg, der gut ausgetreten, meist leicht abfallend über verschneite Almwiesen führt. Nach etwa einer halben Stunde geht es dann steiler bergab durch den Wald. Hier ist es teilweise wieder ziemlich rutschig und wir sind ganz froh, als wir nach etwa 4 Stunden, 15 Minuten Gehzeit aus dem einsamen Wald auf die belebte Skipiste des Hirschenkogels purzeln.

Laut Karte sind wir leider etwas zu tief für die Bergstation der Seilbahn und so heißt es nochmal ein paar Reserven mobilisieren und 15 Minuten steil bergauf am Rand der Skipiste hinaufstapfen. Dafür schweben wir dann ganz entspannt mit der Gondel ins Tal und sparen uns die letzte Dreiviertelstunde Bergabhatscher.

Rückfahrt

Unten angekommen, setzen wir uns gegen 14.30 noch gemütlich in die Zauberbar auf einen Kakao, denn aus unerfindlichen Gründen fährt der direkte Zug zurück nach Wien nur um 13.47 und um 15.47 aber nicht um 14.47. Wir haben also Zeit. Auch schön. Um 15:25 kaufen wir uns noch einen Schaumbecher (Kindheitserinnerung!) und machen uns auf den Weg hinunter zum Bahnhof. Pünktlich bringt uns der diesmal etwas zeitgemäßere Railjet wieder zurück nach Wien, wo wir kurz vor Meidling um 17.05  aus einem gemütlichen Schlummer aufwachen.

Tourdaten

 

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