Von Rodaun nach Kaltenleutgeben

Direkt vor den Toren von Wien gibt es diese herrliche Wanderstrecke im Wienerwald um das Naturschutzgebiet Teufelstein-Fischerwiesen. Am Anfang eine für unkonditionierte Wanderer wie mich etwas fordernde Wanderung, die einen aber mit herrlichen Ausblicken und schönen Waldstrecken belohnt. Diese Tour verzeiht auch die eine oder andere Abweichung vom ursprünglich geplanten Weg, da es viele parallel verlaufende Wege in dieselbe Richtung gibt. Als Unterstützung sollte man die Strecke jedoch zumindest auf dem Handy mit haben, damit man sich auch mal spontan für einen anderen Seitenweg entscheiden kann, sofern er in dieselbe Richtung führt und schlussendlich wieder bei einer Kreuzung auf den Ursprungsplan stößt.

Anreise nach Rodaun

Direkt vor der Liesinger Schnellbahnstation nehmen wir den Bus der Linie 255 und fahren mit diesen 3 Stationen bis nach Rodaun (Ketzergasse).

Zur Perchtoldsdorfer Heide – Zieselschutzgebiet

Zieselschutzgebiet. Foto: Birgit Fuchsbichler.
Zieselschutzgebiet. Foto: Birgit Fuchsbichler.

Von der Busstation aus folgen wir zuerst ein kurzes Stück der Ketzergasse, um dann bald in die Willergasse einzubiegen. Ich habe die Tour im Voraus mittels einer App geplant und diese schickt uns ein bisschen auf Irrwege. Wir folgen der Kaltenleutgebnerstraße, überqueren die Schienen der Kaltenleutgebner Bahn – die, wie mir mein Mann (ein leidenschaftlicher Zugfahrer) gleich erzählt, nur noch für Sonderfahrten genutzt wird – und klettern ein kurzes Stück einen mit Brombeeren überwucherten Trampelpfad hoch. Wer dieses Erlebnis nicht selbst machen möchte, kann viel einfacher die Bahntrasse gleich am Ende der Willergasse überqueren und dann nach rechts in die Waldmühlgasse einbiegen.

Bei erster Gelegenheit schlagen wir uns ins Grüne und machen uns daran, Höhe zu gewinnen, um die Perchtoldsdorfer Heide zu erreichen. Die Kernzone des Zieselschutzgebiets ist durch seine Einzäunung nicht zu übersehen. Sie soll sicherstellen, dass diese bedrohte Tierart (Spermophilus citellus) nicht durch Wanderer gestört und von mitgeführten Hunden bedroht wird. Nach dem heftigen, morgendlichen Regenguss scheinen die Tierchen jedoch leider nicht motiviert, sich zu zeigen. Stattdessen treffen wir auf die Schafherde, die für die Beweidung der Perchtoldsdorfer Heide eingesetzt wird. Auch diese scheinen Morgenmuffel zu sein. Wir gehen ein bisschen quer über die Heidelandschaft und genießen den schönen Ausblick auf Wien.

Beweidung durch Schafherde. Foto: Birgit Fuchsbichler.
Beweidung durch Schafherde. Foto: Birgit Fuchsbichler.
Ausblick Richtung Wien. Foto: Birgit Fuchsbichler.
Ausblick Richtung Wien. Foto: Birgit Fuchsbichler.

Zum Teufelsklippenstollen

Felsenklippe beim Teufelsklippenstollen. Foto: Birgit Fuchsbichler.
Felsenklippe beim Teufelsklippenstollen. Foto: Birgit Fuchsbichler.

Von der offenen Heide geht es nun in den etwas kühleren, noch regennassen Wald. Für weitere 2 km geht es kontinuierlich bergauf, was meine fehlende Kondition etwas fordert. Am Ende des Anstiegs erwartet uns das Franz Ferdinand Schutzhaus. Auch wenn dort schon gearbeitet wird, wirkt es noch nicht wirklich geöffnet. Später lesen wir nach, dass das Schutzhaus wegen eines kürzlich passierten Brandes derzeit nur einen limitierten Betrieb führt.

Wir wollen aber sowieso noch ein bisschen Strecke hinter uns lassen, bevor wir einkehren, und machen uns auf die Suche nach dem nahegelegenen Teufelsklippenstollen. Der Weg zum Teufelsklippenstollen ist jedoch sehr steil und durch den Regen sehr rutschig, sodass wir beschließen, dass wir lieber sicher sind und uns der Blick von Oben reicht. Auch von dort ist der Anblick beeindruckend – vor allem, wenn man wie ich nicht schwindelfrei ist.

Zur Josefswarte

Stattdessen folgen wir ein Stück dem Wiener Wallfahrerweg und machen uns weiter bergauf auf den Weg Richtung Josefswarte. Dabei nehmen wir, sobald es uns der Wegweiser linksseitig anzeigt, die etwas steilere, aber kürzere Abzweigung direkt zur Kammersteinerhütte. Dort endlich erlauben wir uns einen kurzen Einkehrschwung. Wir freuen uns sehr, dass die Warte geöffnet ist und steigen die wenigen Stufen nach oben. Belohnt werden wir durch einen traumhaften Rundumblick und machen die nette Bekanntschaft eines Pärchens aus der Steiermark. Gemeinsam rätseln wir ein bisschen, was man außer dem deutlich erkennbaren Wien noch so alles entdecken kann.

Traumhafter Ausblick auf den Wienerwald. Foto: Birgit Fuchsbichler.
Traumhafter Ausblick auf den Wienerwald. Foto: Birgit Fuchsbichler.

Zu der Eisgrabenhöhle

Nach unserer Rast folgen wir der Schotterstraße bergab Richtung Teufelsteinhütte. Da wir aber so kurz danach keine weitere Rast benötigen, folgen wir der rosa Wandermarkierung und biegen bei der Kreuzung links auf den Weg ein. Wir stolpern nach einer kurzen Strecke beinahe über ein Bründl und folgen dem Rinnsal bis wir vom Pfad auf die Gegenseite geleitet werden. Dort müssen wir leider wieder ein Stückchen in die Richtung gehen, aus der wir gekommen sind, bevor der Weg uns nach rechts zur Muglhöhe und am Salzstanglwirt vorbei weiter bis zur Hochstraße führt.  Wir beschließen, dass wir noch einmal vorbeikommen müssen, um den Wirt auszuprobieren, denn der Duft, der uns eine Zeit begleitet, ist sehr verlockend.

Beim Seewiesewirt biegen wir rechts ab und nach einer kurzen Strecke gleich noch einmal direkt in den Eisgraben. Hier geht es ziemlich steil bergab bis wir einen guten Blick auf die Höhle bekommen. Im Vorfeld habe ich über die historische Bedeutung dieser Höhle am Ende des 2. Weltkrieges gelesen und diese jetzt zu sehen, gibt mir ein noch besseres Verständnis dafür, wie es damals gewesen sein könnte.

Retour durch den Wald über den Eichkogel

Am Ende des Eisgrabens stoßen wir direkt auf Kaltenleutgeben. Wer das letzte Stück nicht mehr gehen möchte, hat hier bereits die Möglichkeit, in den Bus 255 Richtung Liesing zu steigen. Wir aber beschließen, weiter zu gehen, und folgen der Hauptstraße ein ordentliches Stück, bis uns ein Wegweiser des Wanderwegs 04 wieder in den Wald lotst. Es geht noch ein letztes Stück bergauf, um den Eichkogel zu umwandern und anschließend ein Teilstück des stark frequentierten Stadtwanderwegs 6 zurück zur Ketzergasse. Von dort ist es nur noch ein Katzensprung mit dem Bus 255 zurück nach Liesing zum Ausgangspunkt unserer Tour.

Rückfahrt in die Stadt

Tourdaten

2 Kommentare

  1. Ich bin begeistert über all diese Wanderungen,
    die du gemacht hast

    Tolle Beschilderung

    Den einen oder anderen werd ich machen
    Der leichter für mich ist

    Ganz lieben ❤️ lichen Dank

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