Im Naturpark Eichenhain, herrlich grün!

Eine entspannte Wald- und Wiesen Wanderung im Naturpark Eichenhain von Neustift am Walde über die Windischhütte nach Klosterneuburg. Mit oder ohne Einkehr.

Das Gute liegt oft so nah. Wie wahr das ist! Es muss nicht immer eine längere Anreise und eine spektakuläre Wanderung sein, wie meine letzte in Oberösterreich. Es gibt in Wien so viele tolle Wanderwege. Gerade für den Anfang empfehle ich die Stadtwanderwege. Und manchmal ist es schön, einfach im sanften Licht des Waldes dahin zu schreiten und die Seele baumeln zu lassen. Danach steht mir heute der Sinn. Runterkommen, Ruhe, fast meditatives Gehen.

Den Weg, den ich aussuche, bin ich schon öfters gegangen, mit Familie oder alleine, ich kenne ihn recht gut, aber trotzdem wird er mich heute mehrfach überraschen. Kurz zusammengefasst könnte man sagen: Wein, Wald, Wein.

Anreise in Kernzone 100

Von der Station Spittelau ( U4/U6 ) fahre ich mit dem Bus 35 A nach Neustift, Agnesgasse. Die Strecke kenne ich auch gut, früher war der Bus mein Schulbus von Glanzing in die Billrothstraße und er war fast immer gsteckt voll mit Schülern. In der Covid Welt trägt man auch in den Wiener Öffis Gesichts- und Nasenschutz und achtet auf den Abstand zu seinen Mitmenschen. Gar nicht so einfach, denn trotz fehlender Schüler ist der Bus recht voll.

Aufs Häuserl am Roan

In Neustift/Agnesgasse steige ich aus dem inzwischen wieder leeren Bus und gehe die Angesgasse rechts hinauf. Sie führt von Neustift nach Sievering hinüber. So weit will ich aber heute nicht, ich biege am Scheitelpunkt des Hügels nach links Richtung Weingärten ab.

Bei einem Marterl geht es wieder links zum oberen Weingartenweg. Nur während der Weinlese ist dieser gesperrt. Wenn man sich umdreht, hat man einen wunderschönen Blick über Wien. Der Weg mündet in den Zierleitenweg, der steil hinauf zu unserer Rodelwiese geht, die ich nach links oben quere. Ich treffe auf einen Weg, der unter der Höhenstraße durch in den Stadtwanderweg 3 mündet. Nach rechts käme man weiter zum Häuserl am Roan. Ich biege aber links in den Stadtwanderweg ein, Richtung Hameau und komme nach ein paar Minuten schon zu einer weiteren Weg-Kreuzung.

Nach Weidlingbach

Hier biege ich rechts ab, durchs Reitergassl hinunter nach Weidlingbach. Normalerweise gehen wir auf dem Forstweg, aber ich entdecke zu meiner Überraschung einen vermeintlich parallel laufenden, ganz frisch in Grün markierten Waldweg und wechsle aus reiner Neugier auf diesen. Teilweise gehe ich durch einen grünen Tunnel flankiert von blühendem Bärlauch. Schön.

Unten in Weidlingbach komme ich früher als üblich aus dem Wald auf die Straße und so muss ich diese ein kleines Stückerl hinauf wandern, vorbei an der Abzweigung zum Dombachgraben. Ich wechsle dann auf die andere Straßenseite und nach einer Brücke geht es nach rechts wieder in den Wald hinein.

Hinauf zur Windischhütte

Auch hier entdecke ich einen frisch markierten Weg (in Rot) mit Wegweiser Windischhütte. Den nehme ich, weil ich ihn noch nicht kenne. Man kann aber auch den blauen Weg über die Gsängerhütte (gibt’s nicht mehr, heißt nur so) nehmen. Die beiden treffen oberhalb des Trailparks Weidlingbach (Tipp für große und kleine Mountainbiker) wieder zusammen. Der blaue Weg verläuft zwischen den beiden angelegten Downhilltrails und man kann den Bikern zusehen.

Nach einiger Zeit entlang des Weidlingbach Tales zweigt rechts ein kleiner steiler Waldweg ab, der später wieder in eine Forststraße mündet, über diese Forststraße kommt man zur Windischhütte. Ich freu mich schon auf die Picknickwiese vor der Hütte, die Hütte ist ja noch nicht offen. Ich komme beim Autofahrer Gesundheitsweg, einem Relikt der Fit-Mach-Mit Bewegung aus den 70ern, vorbei. Ein paar Leute turnen hier rum… hm die Wiese ist besetzt. Da wird fleißig gepicknickt und Guglhupf gemampft. Mein Magen knurrt. Wenn die Hütte geöffnet wäre, würde ich mir glatt ein knuspriges (Gemüse) Schnitzel einverleiben. Ist aber geschlossen. Sehnsüchtig blicke ich in den leeren Garten und vernehme plötzlich ein leises Brummen.

Hinter einem Fliederbusch versteckt sich überraschenderweise ein Kühlschrank, der mit allerlei Köstlichkeiten für kleines Geld gefühlt ist. Daneben stehen verpackte Guglhupfhälften (Ah! Ich kombiniere!). Ich investiere die 5€ aus meinem Hosensack und stecke ein Glas mit Hühnerleberpastete in den Rucksack. Sowas macht mich immens froh, an Bauernläden oder Hofverkäufen kann ich schwer vorbei gehen.

Im Eichenhain

Ich geh zurück zur Picknickwiese. Als Kinder sind wir nie in der Windischhütte, sondern in der dahinter liegenen Windischalm, eingekehrt. Da gab es herrliche Knödlvariationen. Leider schon lang nicht mehr.

Nach der Wiese und einem Forsthäuschen biege ich links ab in den Eichenhain, genaugenommen in den Naturpark Eichenhain. Das Gebiet des Naturparks erstreckt sich zwischen Klosterneuburg und St. Andrä-Wördern. Klick auf den blauen Link um mehr zu erfahren.

Der Mischwald hier besteht hauptsächlich aus Buchen und wunderschönen alten Eichen. Die Buchen leuchten schon in sattem Grün, die Eichen eher in leichtem, gelblichen Grün, die Blätter und Blüten treiben gerade erst aus. Eine der Eichen am Weg ist mehr als 300 Jahre alt, ihr Stamm innen gänzlich hohl. Sie wird liebvoll gepflegt. Daneben steht der prächtigste Kastanienbaum, den ich je gesehen habe, in voller Blüte.

Weiter vorne erzählt mir eine Frau am Weg, dass sie gerade Hopfensprossen pflückt, die sie abends in Butter andünsten und mit etwas Salz gewürzt genießen wird. Köstlich und sehr gesund, sagt sie. Da merke ich wieder: Ich habe Hunger!

Die nächste Wiese ist meine und nach einer kleinen Jause döse ich noch ein wenig auf einer Bank. Grillen und Vögel zirpen und singen heute nur für mich.

Haschhof und Klosterneuburg

Langsam komme ich meinem heutigen Ziel näher und folge den Wegweisern Klosterneuburg, Haschof.

Der Haschhof ist der landwirtschaftliche Versuchsbetrieb der Wein-und Obstbauschule in Klosterneuburg. Für uns Wanderer haben die Schüler einen Obstlehrpfad angelegt. Falls man vergessen hat, wie unsere heimischen Obstbäume und Sträucher aussehen, hier ist eine gute Gelegenheit, sein Wissen aufzufrischen.

Besonders ins Auge sticht mir ein in voller Blüte stehender Quittenbaum. Die großen Blüten und Knospen mit gedrehten Blütenblätter sind von perfekter Schönheit.

Weiter geht’s zwischen Obst- und Weingärten nach Klosterneuburg. Rechts unten ist Weidling, rechts oben Kahlenberg, Hermannskogel, Exelberg. Zwischen den Sträuchern sieht man schon hinunter zum Stift.

Der Weg führt neben dem Friedhof direkt zum Stadtplatz und zum Stift. Ich mag die malerische Altstadt von Klosterneuburg sehr, viele kleine „verbogene“ Häuschen ducken sich rund um das mächtige Stift.

Rückfahrt vom Bahnhof Klosterneuburg

Wäre ich nicht alleine unterwegs in der Covid Welt, würde ich jetzt bei einer der vielen Buschenschänken einkehren und später nach Hause fahren. Jetzt aber halte ich mich rechts und komme auf die Hauptstraße, die mich zum Bahnhof Klosterneuburg bringt.

Mit einem Regionalzug fahre ich zurück zum Ausgangspunkt Spittelau. Alternativ könnte man auch in den Schnellbus nach Heiligenstadt steigen.

Fazit

Diese Wanderung bietet viele schöne Rast – und Picknickplätze, also etwas Gutes einpacken!

Abwechselnd auf Waldwegen und Forststraßen unterwegs, könnte man die Strecke auch walken oder laufen.

Tourdaten

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