Von Peggau über den Trötsch nach Frohnleiten

Seit Jugendjahren bin ich ein Riesen-Fan der Auferbauers. Ein steirisches Bergsteiger-Ehepaar, das viele absolut wunderbare Bergbücher geschrieben hat. Noch dazu sind die Auferbauers seit jeher große Verfechter der Öffi-Anreise in die Berge. Und so haben sie dem steirischen Verkehrsverbund dankenswerter Weise zahlreiche Tourentipps zur Verfügung gestellt („Auferbauers Tourentipps„) – eine wahre Fundgrube für jeden Bahn- und Bus-Wanderer in der grünen Mark.

Heute, am 3. Mai 2020, steht wieder einmal eine Auferbauer-Tour auf meinem Programm. Im Grazer Bergland. Denn der Süden Österreichs ist an diesem Tag wetterbegünstigt. Auf den Trötsch (auch Hochtrötsch genannt) soll es gehen, mit Start am Bahnhof Peggau-Deutschfeistritz und Tourenende am Bahnhof Frohnleiten.

Wegweiser Hochtrötsch
Foto: Peter Backé

Anreise nach Peggau

Ich starte gemütlich in den (Sonn-)Tag und fahre erst um kurz nach 10 Uhr von Wien Meidling ab. Die Anreise aus der Bundeshauptstadt dauert zweieinhalb Stunden (Umsteigen in Bruck/Mur), so dass ich kurz nach halb eins am Startpunkt meiner Tour in Peggau ankomme.

Die Route im Überblick

Ich folge der sehr guten Auferbauerschen Beschreibung (1028_hochtroetsch.pdf), wobei ich die Tour in die Gegenrichtung absolviere. Die gesamte Route ist rot markiert und mit ein wenig Aufmerksamkeit findet sich bei jeder Weggabelung eine richtungweisende Markierung, oft auch ein Wegtaferl.

Aufstieg über Schönegg und den Trötschsattel

Nach einer kurzen Straßenetappe (vorbei an der Lurgrotte) biege ich Richtung Badlgraben ab und bin bald mitten im schönsten Wald. Später führt mich der Weg über Wiesen und Felder, durch das Dorf Schönegg und hinauf zum Trötschsattel, zuletzt wieder durch Wald.

unterwegs Richtung Trötschsattel
Foto: Peter Backé
Schöckl Blick
Foto: Peter Backé
Foto: Peter Backé

Am Trötschsattel ist es traumhaft schön. Oder wie es die Auferbauers auf den Punkt bringen: „Welch ein Prachtplatz! Sonnseitig, umgeben mit sanft geneigten Almböden!“ Der Blick reicht heute im Norden bis zum noch schneebedeckten Hochschwab, im Süden bis zum slowenischen Bacherngebirge (Pohorje).

nahe Trötschsattel
Foto: Peter Backé
Blick nach Semriach und zur Hohen Rannach
Foto: Peter Backé

Es folgt die Überschreitung des (Hoch-)Trötsch. Drei Stunden nach meinem Start in Peggau erreiche ich seinen höchsten Punkt (Gipfelkreuz, Bank, Aussicht nach Westen/Nordwesten).

Abstieg nach Frohnleiten

Für den Abstieg bleiben mir knappe 2 Stunden. Das geht sich gut aus, denn im oberen Teil dominiert weicher Waldboden, der einen zügigen Abstieg erlaubt.

Abstieg
Foto: Peter Backé

Aussichtsreiche Wiesenpassagen sorgen für Abwechslung.

Schöckl und Hohe Rannach
Foto: Peter Backé
Rinnweberkogel
Foto: Peter Backé

Auf einer idyllischen Wiese bei einer Kapelle (890m Seehöhe) halte ich Rast.

Rastplatz
Foto: Peter Backé

Später dann führt die Route wieder durch bäuerliche Kulturlandschaft. In der Nachmittagssonne wandere ich Richtung Frohnleiten hinunter, mein Ziel ist bereits gut sichtbar. Bald geht es auf Asphalt weiter talwärts (wobei ich den Straßenabschnitt im Brandgraben auf einem Forstweg umgehe und dann in einem kurzen Linksschwenk wieder zur markierten Wanderroute aufsteige).

Gschwendtberg und Gschwendt
Foto: Peter Backé

Ein letzter Höhepunkt der Wanderung ist die – zum Glück wieder unbefestigte – Nussbaumallee unterhalb des kleinen Weilers Laas.

Nussbaumallee unterhalb von Laas
Foto: Peter Backé

Wenige Minuten nach dem Ende der Allee erreiche ich die Rechbergstraße, in die ich nach links einbiege. Durch einen Tunnel, dann rechts gehe ich über einen P&R-Parkplatz direkt zum Bahnhof Frohnleiten. Je nach Abfahrtsgleis muss man nun noch durch die Bahnhofsunterführung zum richtigen Bahnsteig wechseln.

Tourdaten

Rückfahrt und Resümee

Zehn Minuten später, um 17:32 Uhr, steige ich in die Schnellbahn nach Bruck/Mur ein, von dort geht es mit dem Railjet weiter nach Wien (Meidling an 19:55 Uhr). Die Verbindung verkehrt im Stundentakt – unter der Woche sogar noch öfter –, was sehr angenehm ist.

Ob man die Tour in ein Fünf-Stunden-Öffi-Zeitfenster legt, so wie ich das getan habe, oder sich länger Zeit lassen möchte, ist natürlich gestaltbar – wobei man selbstverständlich auch noch unterwegs umdisponieren kann.

Fazit: eine absolut empfehlenswerte Streckenwanderung im Grazer Bergland!

Tipp: mit dem GUST Mobil (eine Art Sammeltaxi, Tel. 0123 500 44 11, www.ISTmobil.at) lassen sich Zustieg wie Abstieg deutlich abkürzen.

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