Idyllische Streckenwanderung auf kleinen Wegen im Nationalpark Donauauen. Die vollkommen ebenen Wege führen durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit vielen schönen Ausblicken.
Mit den ersten frostigen Nächten hat Anfang Dezember der Winter Einzug gehalten und eine dünne Eisschicht auf die stillen Augewässer gezaubert. Eine gute Gelegenheit, wieder einmal gatschfrei die schönen Wege der oberen Lobau zu erkunden.

Die Buslinie 93 A bringt mich in 15 Minuten von der U2-Station Aspernstraße bis zur Haltestelle Naufahrtbücke. Wenige Meter nach der Bushaltestelle biege ich links auf den Naufahrtweg ein und wechsle bei der ersten Gelegenheit auf den kleinen Fußweg, der direkt am Altarm mit dem Namen „Alte Naufahrt“ entlangführt.

Im Winter ist das kein Problem, im Sommer muss man sich bei Schönwetter den Platz mit den Badegästen teilen. Die Eisschicht ist schon stark genug, um die jungen Schwäne zu tragen, fürs Eislaufen reicht es aber noch lange nicht.

Am Ende des Altarms biegt der Weg rechts ab und führt über ein hölzernes Fußgängerbrückerl. Von hier hat man einen tollen Blick über die Wasserfläche. Nach dem Brückerl halte ich mich zuerst rechts und dann links und erreiche bald den kleinen Parkplatz des „Knusperhauses“.

Dort gibt es eine große Übersichtstafel der Oberen Lobau und ich wähle den Fußweg, der direkt zum Josefsteg führt. Er führt über eine sogenannte Heißlände mit savannenartiger Vegetation. Im Frühjahr gibt es hier die seltene Zwergschwertlilie und verschiedene Orchideenarten zu bewundern.

Nicht lange und ich habe den Josefsteg erreicht, der über den sogenannten Fasangartenarm führt, leider ist die Wasserfläche inzwischen fast zur Gänze mit Schilf bewachsen, aber die Ausblicke sind trotzdem schön.

Nach dem Steg halte ich mich links und folge dem Naturlehrpfad, der mich über das sogenannte Fuchshäufel bis zur Saltenstraße führen wird. Ab jetzt geht’s immer am Waldrand entlang und bald kommt man zu einer Aussichtsplattform über das Mühlwasser.

Den schöneren Ausblick hat man aber in der Nähe der Kreuzung der Wasserarme. Man muss dazu allerdings (illegalerweise) ein bisschen vom Weg abweichen. Auch hier wird man im Sommer auf (meist unbekleidete) Badegäste treffen.

Weiter geht’s immer am Waldrand entlang in Richtung Saltenstraße und der Weg mutiert zu einem kleinen Wiesenpfad.

Bei der Saltenstraße wurde eine neue – nicht sehr schöne – Wehranlage errichtet, aber immerhin funktioniert seither die Dotierung der Oberen Lobau. Hier mache ich einen kleinen Abstecher zur Brücke und es gelingt mir ein Foto ohne Wehranlage – die versteckt sich hinter dem Baum.

Nach der Querung der Saltenstraße halte ich mich weiter geradeaus und folge dem nicht asphaltierten Fußweg, der in Mäandern über die Wiesenfläche führt und in die Vorwerkstraße mündet.

Beim Oberleitner Wasser steht der Gedenkstein, der an die sogenannte „Napoleonstraße“ erinnert, auf der das französiche Heer bei der Schlacht von Aspern 1809 die Lobau durchquert hat. Ab jetzt geht’s leider für ein längeres Stück über Asphalt, bis man das ehemalige Lobaumuseum erreicht hat.

Hier zweigt der Weitwanderweg 07 Richtung Hainburg kurz nach den Gebäuden links ab.
Die Abzweigung ist leicht zu übersehen und die Wegeführung am Bibergehege vorbei nicht gut beschildert. Aber wenn rechts das Forsthaus Obere Lobau auftaucht, ist man auf dem richtigen Weg und ab jetzt geht’s immer geradeaus.

Obwohl jetzt längere Zeit kein Wasser mehr ins Blickfeld kommt, finde ich diesen Weg sehr schön angelegt und er ist auch nie überlaufen.

Irgendwann ist der Weg nur noch ein kleiner Fußpfad am Feldrand und noch später nur noch ein Wiesenwegerl. Bei der Durchquerung eines kleinen Waldstücks zweigt der Weitwanderweg rechts ab, aber ich gehe geradeaus weiter, bis ich wieder einen größeren Forstweg erreiche.

Weiter geht’s geradeaus, bis ich das Egerer Brückerl erreiche, das über den Groß Enzersdorfer Arm führt, der sich hier in zwei Wasserarme aufgeteilt hat.

Hier nehme ich Abschied vom Auwald und seinen schönen Wasserflächen und gelange über die Augasse und die Kaiser Franz Josefstraße direkt zum Busbahnhof Groß Enzersdorf. Dort habe ich die Wahl, ob ich mit dem städtischen Bus der Linie 26A oder mit dem etwas bequemeren Regionalbus 550 bis zur U2-Station Aspernstraße fahren will.

Fazit
Schöne kleine Wanderung, die man ganz ohne Aufwand und besondere Ausrüstung einmal dazwischenschieben kann. Auch wenn man sich fast durchgehend auf Wiener Stadtgebiet befindet, bietet die Obere Lobau doch ein sehr schönes Naturerlebnis – und das zu allen Jahreszeiten. Im Sommer sollte man unbedingt ein Badetuch mitnehmen, ein Badegewand ist aber nicht zwingend notwendig, da die Lobau traditionellerweise ein FKK-Gebiet ist. Einkehrmöglichkeiten gibt es beim Knusperhaus und am Ende der Wanderung in Groß Enzersdorf. Und natürlich gibt es viele Möglichkeiten, die Strecke nach Belieben zu variieren. Durch die gute Ausschilderung wird sich hier niemand verirren.

Sind heute die Strecke gegangen.
Es war sehr erholsam und schön, wenn auch die Wege tw. sehr vereisten waren….
Danke für die gute Beschreibung !
Diese Beschreibung und die Bilder machen voll Lust, möglichst bald nachzuwandern. Das sollte auch für Kniemarode machbar sein. 🙂 Danke für den Tipp!