Die Wachau ist in der Marillenblüte besonders schön. So schön, dass mir die bekannten und beworbenen Marillenblütenwege zu überlaufen sind. „Marillenbäume gibt es hier doch überall.“ denke ich mir und stelle mir meine eigene Runde mit ein paar Aussichtspunkten oberhalb von Krems zusammen.

Nach der Ankunft am Bahnhof Krems bin ich in wenigen Minuten in der Fußgängzerzone, die ich heute aber nur kurz streife. Begleitet von den Klängen des Glockenspiels im Steiner Tor komme ich bald zu einer schmalen, steilen Stiege. An deren oberen Ende liegt der Aussichtspunkt Wachtberg, der mit ein paar Bänken zum Verweilen einlädt.


Beim Aufstieg zwischen den Weingärten des Kremser Kreuzbergs (320 Meter) sehe ich auch die ersten Marillenbäume. Während sie unten an der Donau schon eifrig blühen, sind sie hier noch am Anfang. Mit reichlich Vogelgezwitscher und Bienengesumm erreiche ich nach ca. 2,5 Kilometern die Schwarzalm, einen Gasthof in den Weinbergen mit Traumaussicht. Von hier ist es auch nicht weit zum Kuhberg, dessen Besteigung man sich aber sparen kann, da er sehr bewachsen ist. An der höchsten Stelle befindet sich ein Lagerfeuerplatz.

Direkt gegenüber von der Abzweigung zum Kuhberg zweigt bei der blau-weißen Markierung von der Straße ein schmaler Steig ab, der von vielen Frühlingsblumen gesäumt ist. Kurz streife ich die Straße, dann gehe ich wieder auf Wiesen oder kleinen Waldstücken, wo ich an einem Gehege mit den süßesten Schafen überhaupt vorbeikomme, die mich neugierig beäugen.

Auf dem Spiegelweg geht’s bergab in eine kleine Siedlung zum Alaunbach, von dem es dann auch wieder bergauf geht. Gleich nach den letzten Häusern nehme ich den linken der beiden Wege nach Egelsee hinauf im Wald. Nach dem Überqueren der Kremser Straße bleibe ich nur kurz auf der Sackgasse. Gegenüber einer kleinen Christbaumplantage muss ich den unscheinbaren Weg am Rand eines Gebüsches suchen, der weiter bergauf führt. Kurz vor Egelsee wage ich das Beschreiten eines Weges, von dem nicht nur das Befahren, sondern auch das Begehen verboten ist. Wer dieses Wagnis nicht engehen will, nimmt stattdessen den kleinen Umweg durch Egelsee.
Noch ein kleines Stück durch den Wald, und ich stehe ca. 2 Stunden nach Tourstart am Braunsdorfer Berg mit der Donauwarte Egelsee. Auf einer der sonnigen Bänke genieße ich meine Jause mit Traumaussicht auf Krems, die Donau, Stift Göttweig und die daneben und dahinter liegenden Hügel.

Danach geht’s wieder bergab zwischen den sonnenbeschienenen Weinterrassen, die immer wieder von blühenden Bäumen geschmückt werden, wenn auch nicht alles Marillen sind, schön sind sie alle! Die Aussicht auf die Frauenbergkirche in Stein kündigt die nahe Stadt an. Ich erreiche diese in der Kellergasse mit dem schönen Steiner Rebentor.


Ich passiere die Kunsthalle und das Karikaturmuseum, erreiche schon bald den Stadtpark und bin nach etwas weniger als vier gemütlichen Stunden zurück am Bahnhof. Dieses Mal nehme ich die direkte Variante nach Wien Heiligenstadt.

Fazit
Einfache Runde mit zahlreichen schön gestalteten Sitzplätzen, die zu Pausen mit Aussicht einladen. Es gibt auch mehrere Möglichkeiten zum Einkehren, bei denen man sich aber vorab erkundigen sollte, ob sie auch geöffnet sind. Besonders schön muss diese Runde im Herbst sein, wenn das Weinlaub bunt gefärbt ist.




Tolle Beschreibung! Macht Lust auf die Wanderung. Herzlichen Dank!
Danke, liebe Petra! viel Spaß beim Nachwandern 🤗