1. Mai 2026: Wir nehmen für die Anreise den Mariazeller Bus 169, der um 07:00 vom Wiener Hauptbahnhof losfährt um nicht umsteigen zu müssen. Nach 1:40 Std. kommen wir in Lilienfeld an und besichtigen zuerst das Stift, wo es eine öffentliche Toilette gibt.
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Tag 1: Lilienfeld – Julius-Seitner-Hütte (19 km, +1.200/-400 hm, 7 Std.)
Wir wollen in 3 Tagen die Etappen 2 und 3 des Waldmarkwegs (WMW) abwandern und gehen es gemütlich an.
Der Wanderweg ist auf der nördlichen Seite der Traisen und führt bis Schrambach flussaufwärts; dort geht die Straße vom Fluss nach rechts weg.

Es geht noch gemächlich weiter bis Niederhof – ein Weiler mit idyllischer Schule, Kirche und ein paar Häusern. Die leichte Steigung ist kaum zu merken. Erst jetzt verlassen wir den Asphalt, der in eine Forststraße übergeht. In der Kehre geht es zur Überquerung des Engleitenbachs endlich in den Wald hinein auf einen Steig auf dem wir rasch an Höhe gewinnen. Vom Engleitensattel sieht man schön zurück und nach 4 Stunden mit ausgiebigen Pausen sind wir am Hohenstein (1.195 Meter) zum Mittagessen. Saisoneröffnung und Prachtwetter haben eine Menge Wanderer zum Otto Kandler Haus gelockt. Wir genießen Dirndlsaft und den Blick Richtung Pielachtal bevor wir unsere Wanderung zum Eisenstein fortsetzen.

Wir gehen den selben Steig bis zur Wegkreuzung zurück und entlang eines Zauns bergab bis zu einem Türl im Zaun, auf eine Forststraße. Auf dieser bleiben wir bis zum nächsten Wegweiser. Der Waldmarkweg würde noch auf den Anestberg führen, aber wir übersehen die Abzweigung in den Wald und gehen nicht mehr zurück als wir es bemerken. Es geht wieder durch ein Türl durch den Zaun und diesen flach entlang bis zum Gscheid-Sattel. Ein netter Steig führt durch den Wald auf den Ochsenspitz. Hier wächst der Bärlauch in Massen und das rote Gestein verrät woher der Eisenstein (1.185 Meter) seinen Namen hat. Um 16:30 sind wir auf der Julius-Seitner-Hütte, wo wir unser Nachtlager reserviert haben. Nachdem die Tagesgäste weg sind, gibt es ausgezeichnetes Abendessen und nach einem sehr netten Spieleabend fallen wir müde ins Bett. Wir fühlen uns ausgesprochen wohl und kommen gerne wieder.
Tag 2: Julius-Seitner-Hütte – Teichhütte (15 km, +650/-850 hm, 5 Std.)
Um dem Waldmarkweg zu folgen, nehmen wir die Forststraße und dann die asphaltierte Straße bergab.

Ein Stück geht’s noch über einen Feldweg (von hier könnte man die Gelegenheit nutzen eine Attraktion von Türnitz zu besuchen: den Wackelstein) bevor man kurz vor Türnitz wieder auf Asphalt gelangt. Wir nutzen die öffentliche Toilette bei der Kirche, füllen unsere Wasser- und Jausenvorräte im Ort auf und versuchen eine Unterkunft für die nächste Nacht aufzutreiben. Das Gasthaus in Annaberg wo wir ursprünglich angefragt hatten, hat uns abgesagt, worüber wir nachträglich dann ganz froh waren. Bei der Hitze wäre die lange Strecke eine Qual geworden. Zum Glück hat Plan B funktioniert und die Teichhütte am Eibl hatte für uns kurzfristig einen Platz frei. Ansonst wären wir mit dem Bus von Türnitz nach Hause gefahren (Plan C). Da wir nun keinen weiten Weg mehr vor uns hatten, haben wir uns eine rasante Fahrt mit der Sommerrodelbahn „Eibl-Jet“ gegönnt.

Von hier könnte man auch direkter auf den Eibl (1.002 Meter) gelangen, aber der Waldmarkweg führt über die Straße und erst bei einem Gehöft wieder in den Wald und über die Weideflächen, die noch leer sind. Auch auf der Teichhütte schlemmen wir uns durch die Speisekarte und die Wirtin zaubert aus einem Kastl sogar die letzte aktualisierte Ausgabe des Waldmarkwegführers von 2015, der erstmals 1983 aufgelegt wurde und schon längst vergriffen ist.
Tag 3: Teichhütte – Wienerbruck (18,5 km, +700/-900 hm, 6 Std.)
Nach einem frühen und ausgiebigen Frühstück brechen wir zu unserem dritten Wandertag auf.
Der Streckenabschnitt von der Teichhütte zum Annabergerhaus gefällt uns am besten. Die Karnerhofspitze (1.124 Meter) bietet einen tollen Rundumblick. Im steilen Waldstück nach dem Österleinbrunn zwingt uns ein balzender Auerhahn zum Rückzug und nach einer Pause nehmen wir den Anstieg erneut und befinden uns bald auf den Grasflächen vom Tirolerkogel (1.380 Meter).

Vom Annaberger Haus hat man eine prächtige Sicht auf Schneeberg, Gippel, Göller, Hochschwab usw. und wir gönnen uns zum Panoramablick natürlich ein Mittagessen. Rasch gelangen wir beim Abstieg wieder auf eine Forststraße, der wir bis Annaberg folgen. Mit der Ruhe ist es ab hier vorbei. Hunderte Motorradfahrer toben sich hier auf der kurvenreiche Straße aus. Tendenziell geht es nun nur noch bergab, doch die Ortschaft Joachimsberg hat ihren Namen nicht von ungefähr und wir erklimmen den letzten Hügel des Wochenendes. Von Wienerbruck geht es mit der Mariazeller Bahn wieder nach Hause. Die Wartezeit verkürzen wir uns natürlich im Café. Auf der Rückfahrt Richtung Sankt Pölten genießen wir noch die Aussicht Richtung Ötscher bevor wir gesättigt von Eindrücken und Essen wegdösen.

Fazit
Für Verpflegung ist am ganzen Weg gesorgt – zumindest Anfang Mai, wenn alle Hütten offen haben. Wer eine kürzere Variante bevorzugt, kann auch nur von Lilienfeld bis Türnitz gehen (23 km; als Tagestour möglich).



