Auf dem Salzsteig vom Stodertal ins Ausseer Land

Rückblick zum Almkogel durch lichten Wald und vom Schwarzensee aus. Fotos: Manfred Hinteregger

Eine wunderbare Tages-Überschreitung im Toten Gebirge, erfrischendes Badevergnügen inklusive

Der Salzsteig war eine historische Schmugglerroute für das weiße Gold, das aus der Steiermark nach Oberösterreich gebracht wurde. Heutzutage braucht da Gott sei Dank nichts mehr geschmuggelt zu werden und die Saline Ebensee bringt das gute Salz für alle erschwinglich in jedes Lebensmittelgeschäft.

Somit können wir uns ganz entspannt auf die Spuren der Schmuggler begeben und genießen – in den Worten von Liselotte Buchenauer: „Eine Überquerung, die uns die strenge Schönheit des Toten Gebirges eindrucksvoll vor Augen führt, aber auch an manch lieben Rastplätzen vorbeiführt, ist die Tour über den Salzsteig.“ (Bergwandern in der Steiermark, Tyrolia-Verlag 1976)

Für Anfang Juni haben wir eine BzB-Mitgliederwanderung angesetzt, um auf diesen Spuren unterwegs zu sein. Von Martin gibt es einen Tourenbericht vom August 2023 über den Salzsteig, unsere Tour ist etwas modifiziert und beinhaltet auch den Almkogel und den Steirersee.

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Hinterstoder ist über die Pyhrnbahn und die Anschlussbusse an den Bahnhöfen Hinterstoder bzw. Roßleithen sowohl über die Westbahnstrecke als auch aus der Steiermark sehr gut zu erreichen. Dementsprechend bildete sich unsere Gruppe auch aus diesen beiden „Flügeln“ – bei der Bushaltestelle Hössbahn Talstation in Hinterstoder ist nach pünktlichen Fahrten unsere Zusammenkunft.

Wir verabschieden uns von Sarah, die eine alternative, kürzere Tour macht. Für uns fünf geht es mit einem Minibus dann noch bis zum Talschluss zur Haltestelle Baumschlagerreith.

Aufstieg zum Salzsteigjoch

Um 10 Uhr gehen wir los, zunächst auf einer Forststraße. Nach etwa einem halben Kilometer machen wir einen ganz kurzen Abstecher, um uns noch den Steyr-Ursprung anzuschauen.

Es geht mit gemächlicher Steigung hinauf Richtung Poppenalm, beim Poppensand zweigen wir von der Forststraße ab. Allmählich öffnen sich die Blicke hinunter ins Stodertal sowie zu den gewaltigen nach Osten abfallenden Wänden und Karen des Toten Gebirges. Die Poppenalm haben wir nach einer guten Stunde erreicht.

Aufstieg durch den sogenannten Poppensand. Vor und über uns Gamsspitz (li) und Brieglersberg (re). Foto: Manfred Hinteregger
Aufstieg durch den sogenannten Poppensand. Vor und über uns Gamsspitz (li) und Brieglersberg (re). Foto: Manfred Hinteregger

Was uns rasch auffällt, ist die schöne und reichhaltige Flora – aber wir haben mit dem Martin auch einen versierten Kenner dabei!

Nach der Poppenalm haben wir die Forststraßen hinter uns und der Weg wird steiler, die Umgebung wird wilder und anmutiger. Wegtechnisch ist mehr Aufmerksamkeit gefragt (klassifiziert als T3).

Immer noch hinreichend gut, das alte Taferl. Foto: Manfred Hinteregger
Immer noch hinreichend gut, das alte Taferl. Foto: Manfred Hinteregger

Wir kommen bei einem eindrucksvollen Wasserfall mit mehreren Kaskaden vorbei, links oberhalb ragt ein schroffer Turm in die Höhe. Nach einem seilversicherten Abschnitt kommen wir in einen Graben, der schließlich noch etwa einen halben Kilometer zum Salzsteigjoch hinaufführt.

Nach gut 3 Stunden haben wir das Salzsteigjoch auf 1.733 Metern erreicht, und wir machen einmal zufrieden eine kleine Jausenpause an der oberösterreichisch-steirischen Landesgrenze.

Die glücklichen Fünf am Salzsteigjoch. Foto: Martin Winter
Die glücklichen Fünf am Salzsteigjoch. Foto: Martin Winter

Abstecher zum Almkogel

Wie planmäßig als Optionen vorgesehen, geht ein Teil der Gruppe dann direkt weiter Richtung Schwarzen- und Steirersee, während Martin und ich uns noch zum Almkogel begeben. Der direkte Steig vom Joch ostwärts ist nicht Teil des gewarteten Wegenetzes, aber er ist z.B. in der AV-Karte und der Open Street Map verzeichnet, meist gut erkennbar und gut zu gehen (T4 scheint uns übertrieben). Auf etwa 2.000 Metern mündet der Steig dann in das markierte Wegenetz und es sind noch gut 100 Höhenmeter bis zum Gipfel des 2.121 Meter hohen Almkogels.

Wir genießen das feine, umfassende Panorama von hier oben und machen ordentlich Pause.

Wir steigen über den markierten Weg Richtung Leistalm ab, kommen zunächst in Latschengebiet, dann weiter unten in einen schönen, lichten Wald. Auf gut 1.600 Metern kommen wir auf einen Almboden und zum Weg, der von der Interhüttenalm zur Tauplitzalm führt.

Weiter geht‘s in abwechselndem Auf und Ab zur Leistalm und zum Schwarzensee.

Nach dem Schwarzensee geht es hinab, um ans Ufer des etwa 100 Meter tiefer gelegenen Steirersees zu kommen. Während es den ganzen Tag äußerst ruhig war, merken wir hier das Einzugsgebiet der mit Sessellift und Mautstraße erreichbaren Tauplitzalm. Von einem Trubel kann aber zum Glück keine Rede sein, es geht immer noch beschaulich zu. Wir gönnen uns ein herrliches, erfrischendes Bad im See – das tut gut!

Oben bei den Steirerseehütten kommen wir als Gruppe wieder zusammen – und haben Glück im Unglück: wir beide kommen kurz nach dem Zusperren der Hütte (17 Uhr!) an, aber unsere Pionierinnen haben uns in heroischer Manier noch Getränke sichern können. Die schmecken umso besser, vor allem nach dem Bad und mit dem schönen Blick hinunter zum Steirersee!

Gut 2 Stunden vor der Abfahrt des letzten Busses in Tauplitz machen wir uns an den Weg ins Tal. 

Abstieg nach Tauplitz – und gleich zum Bahnhof

Einen letzten Blick noch auf den schönen Steirersee und dann geht es über die Lahnergrube hinunter nach Tauplitz. Rasch purzeln die Höhenmeter, wir bekommen Narzissen zu sehen (sind schließlich im Ausseerland!), kommen zu Forststraßen, umgehen dann die direkte Straße ins Ortszentrum auf einem Güterweg. Vor uns der Grimming in frühabendlicher Stimmung – so eine Freude!

Im Ort Tauplitz sind wir dann früher als gedacht, und wir beschließen nicht zuletzt aufgrund der Fahrplanlage, gleich noch die 1,5 Kilometer hinunter bis zum Bahnhof Tauplitz weiter zu gehen. Das geht recht schnell und ist nicht so schlimm wie befürchtet, auch weil es neben der Bundesstraße einen Gehweg gibt.

Vom Bahnhof Tauplitz fährt unser REX nach Selzthal. Foto: Manfred Hinteregger
Vom Bahnhof Tauplitz fährt unser REX nach Selzthal. Foto: Manfred Hinteregger

Fazit, Varianten

Fast 9 ½ Stunden unterwegs – aber was für eine schöne Tour war das doch für uns! Landschaftliche Schönheiten, faszinierende Eindrücke und Ausblicke, botanischer Augenschmaus, ein erfrischendes Bad im Gebirgssee, und das alles fernab von irgendwelchem Trubel.

Wie erstaunlich und schön ist es doch, dass selbst von den beiden größten österreichischen Städten diese großartige und vielfältige Wanderung im Herzen unseres Landes als Tagestour möglich ist.

(Die Auto-Fraktion muss aber enttäuscht werden: diese wunderbare Tour ist eindeutig Öffi-exklusiv!)

  • Wenn der Almkogel mitgenommen wird, sollte die Länge der Tour nicht unterschätzt werden (daher Klassifikation „schwer“).
  • Ohne Almkogel sind es +1.140/-1.030 hm und 16 km.
  • Wenn noch dazu der Bus in Tauplitz angepeilt wird (Haltestelle Talstation Berglift), dann verkürzt sich die Tour auf 14,5 km und -940 hm.
  • Und wer es noch kürzer will, kann beim Schwarzensee zur Rieshöhe abzweigen und hinunter zum Sagtümpel gehen – Haltestelle des Salzkammergut-Shuttles (Route 850).

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   9:00 Std Wandern   1.600 HM   1.500 HM   21 km   GPX Track

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