Martin plant dir deine Öffi-Wanderung

Update: Ich will mein Versprechen, das ich hier großmundig abgegeben habe, nicht brechen, aber mit so viel Anfragen habe ich nicht gerechnet (4.7.-19.7. waren es 26 Anfragen). Wir möchten daher schauen, dass wir die Beantwortung etwas stärker verteilen und verlege das Ganze daher in die „Bahn zum Berg Gruppe Österreich“ auf Facebook.

Bitte dort die Frage stellen und ich, eine(r) meiner „Bahn zum Berg“-KollegInnen oder ein Mitglied der Gruppe wird sie so wie bisher beantworten.

Ich werde in der letzten Zeit immer öfter gebeten über den Unterschied zwischen Wanderungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Wanderungen mit dem Auto zu schreiben, bzw. zu sprechen.

Diese Fragestellung kommt meistens von Leuten, die als Referenzerfahrung die Autovariante haben. Da laufen implizit dann gleich Befürchtungen von Anschuldigungen oder schlechtem Gewissen mit. Was mich ehrlich gesagt ein bisserl nervt.

Ich habe überhaupt kein Interesse irgendwem zu erklären, dass das Ticket von A nach B nicht teuer ist, nur weil er am Anfang des Monats mehrere hundert Euro schon für sein KFZ ausgegeben hat und den Ticketpreis zu dem Wenigen in Relation setzt, das er jetzt noch im Geldbörserl hat.

Martin mit Gruppe am Kreuzschober. Foto: Martin Heppner
Martin mit Gruppe am Kreuzschober. Foto: Martin Heppner

Worüber ich viel lieber erzählen möchte ist, um wie viel angenehmer die öffentliche Anreise ist:

  • Dass ich gleich von Anfang an weniger mitnehme
  • Dass ich am Bahnhof erst in die Bäckerei gehe und mir ein ganz frisches Frühstück kaufe
  • Dass ich das im Zug gemütlich esse und dann vielleicht sogar noch ein bisserl döse/schlafe
  • Meine Kinder sind nicht mehr klein – aber auch wenn sie das wären, würden sie lieber im Zug herumgehen, als stundenlang festgezurrt sitzen
  • Dass ich jederzeit aufs Klo gehen kann. Mehrmals, wenn ich lustig bin. Und vor dem Aussteigen noch einmal. Nicht, dass ich so oft muss – ich will nur sagen, dass der Zug deshalb nicht stehen bleibt und später ankommt.
  • Dass ich, wenn ich eine Alpenvereinsgruppe führe, diese schon im Zug kennenlerne und ihnen erzählen kann, wie ich unseren Tag geplant habe
  • Dass ich losgehen kann, wenn ich am Ziel aussteige. Sofort und nicht erst Schuhe anziehen und ich weiß nicht was herrichten. Aufs Klo muss ich auch nicht mehr. Du weißt schon – ich war vor dem Aussteigen…
  • Wenn ich losgehe, dann weiß ich in den meisten Fällen: Hier komm ich heute nicht mehr her. Das ist für mich ein ganz wichtiger Punkt. Ich gehe hier rauf und dort runter. Meistens schaut es nämlich auf der anderen Seite ganz anders aus. Finde ich super langweilig wieder zurück zu müssen. War ja schon da.
  • Unterwegs gibt es nicht so viel Unterschied.
  • Wenn ich gut geplant habe, dann habe ich auch am Rückweg keinen Stress. Apropos „gut geplant“: Ich werde das jetzt testweise einmal anbieten, dass ich Planungsvorschläge erstelle. Details dazu weiter unten.
  • Die Wartezeit auf den Anschluss heim puffere ich meistens mit einem Gasthaus aus. Das ist schlecht für meine Linie, aber gut für meine Seele.
  • Kugelrund und sehr schön müde, setze ich mich in den Bus oder den Zug. Wenn ich will – und ich will meistens – schlafe ich dann eine Runde.
  • Alternativ – auch das will ich sehr oft – gehe ich dann bei 130 Stundenkilometer – in den Speisewagen und hole mir noch ein Bier. Oder einen Radler. Manchmal beides. Je nachdem.
  • Will sagen: Stressig ist anders.

Ich starte jetzt ein Experiment und lade dich ein mitzumachen: Ich plane dir deine Öffi-Tour. Du musst sie nicht machen, aber vielleicht magst es probieren?

Wenn du mitmachen möchtest, dann verfasse unten einen Kommentar mit Antworten auf diese 6 Punkte:

  1. Die nächstgelegen Haltestelle. Musst nicht die genau vor deiner Haustüre nehmen, wenn du nicht willst, dass wir alle wissen wo du wohnst. Eine in der Nähe halt. Bitte exakt so schreiben, wie sie auf „https://anachb.vor.at/“ steht, sonst muss ich raten.
  2. Wie lange willst du maximal unterwegs sein. Also reine Anreisedauer. Je kürzer, desto weniger Möglichkeiten – eh klar.
  3. Wie lange willst du wandern? Wenn du willst, kannst du mir auch ein Wunschziel nennen.
  4. Wie viele Höhenmeter? Wie anstrengend soll/darf es sein?
  5. Wie viele Leute gehen mit? Altersverteilung? Sind Kinder dabei? Wie alt?
  6. An welchem Tag willst du gehen? Entweder exakter Tag, oder Wochentag, oder Wochenende.

Ich arbeite einen Vorschlag – mit Anreise (inkl. Zeiten, Umstieg, etc.), Tour und Rückreise – aus und poste ihn unter deinem Kommentar. Einzige Bedingung: Du schreibst dann nachher bitte wieder eine Antwort, wenn du die Tour gemacht hast und erzählst, wie es dir gefallen hat, ok?

Das Ganze läuft ab sofort bis Ende Juli 2020. Ich benötige 24 Stunden für eine Antwort. Außer am Wochenende, da bin ich am Berg, da dauert es länger. 🙂

Ich bin schon gespannt, ob es überhaupt Bedarf gibt.

Disclaimer: Es fallen keine Kosten an, es wird keine Verpflichtung eingegangen und ich übernehme keine Verantwortung für die Tour (auch wenn ich die Planung so erstelle, als ob ich die Wanderung selber machen würde).


Diesen Tipp gibt es in Feldkirch, Innsbruck, München, Salzburg, Linz, Bischofshofen, Klagenfurt, Graz, Leoben, Bruck an der Mur, Mürzzuschlag, Wiener Neustadt und Wien.