Das Fotscher Windegg eignet sich perfekt für eine Öffi-Skitour ab Innsbruck: Kurze Anreise, schönes Gelände, Überschreitung und häufige Heimreiseverbindungen. Der Platz im Bus bei der Hinfahrt ist leider begrenzt…
Der Bus 420 – eine Hassliebe
Der Bus von Innsbruck ins Kühtai ist eigentlich eine der besten Optionen für Öffi-Skitouren ab Innsbruck: Stündliche Verbindungen, unzählige schneesichere Tourenziele und die Umsteigemöglichkeit nach Praxmar beim ersten Bus in der Früh (8:00 Uhr in Innsbruck). Da dieser Bus auch als Skibus für das Skigebiet Kühtai fungiert, ist er häufig extrem überlastet. Immer wieder kommt es vor, dass man schon bei der vierten Station in Innsbruck (Chirurgie) nicht mehr in den Bus kommt. Chance auf einen Sitzplatz besteht meist nur, wenn man am Hauptbahnhof (Starthaltestelle) einsteigt. Diese Erfahrungen haben dazu geführt, dass ich Touren mit dem 8-Uhr-Kühtai-Bus v.a. bei guten Bedingungen vermeide – eine Entwicklung, die in die falsche Richtung geht und keine gute Werbung für Öffi-Touren.
Teilweise werden Verstärkerbusse eingesetzt, aber genauere Infos gibt es nicht. Ich verstehe, dass die Planung von Buslinien ein komplexes Thema ist, besonders, wenn die Auslastung nur dann hoch ist, wenn Wetter und Schnee passen. Dennoch würde ich mir hier eine häufigere Taktung oder bessere Kommunikation der Verstärkerlinien wünschen. Hier auf „bahn-zum-berg.at“ berichten wir meistens von positiven Öffi-Geschichten, aber auch diese Seite kommt vor und soll deshalb nicht unerwähnt bleiben.
Mit Plan zum Berg – Personalisierte Fahrplanabfrage
An diesem Mittwoch Mitte März planen wir wiedermal eine Skitour im Sellrain: Überschreitung des Fotscher Windegg von Juifenau ins Fotschertal. Wir haben Glück, zwar ist der Bus auch dieses Mal voll, aber es kommen alle hinein. Damit haben wir das größte Hindernis der Anreise überwunden, der Umstieg Richtung Praxmar klappt meist problemlos, da der Bus in Gries im Sellrain wartet.
Aufstieg zur Juifenalm
Wir starten den Aufstieg direkt bei der Haltestelle Gries Juifenau. Bis zur Juifenalm gehen wir gemütlich auf der Rodelbahn. Immer wieder bestünde die Möglichkeit abzukürzen, wirklich viel erspart man sich dadurch aber nicht. Ab der Waldgrenze befindet sich neben der Forststraße ein Wildschutzgebiet, welches man in keinem Fall betreten sollte. Am besten, man folgt den Schildern, dann kann man nichts falsch machen.


Nach etwa 650 Höhenmetern erreichen wir die Juifenalm, die Mitte März leider schon geschlossen hat.

Von der Juifenalm gehen wir weiter Richtung Nordosten. In dem offenen Gelände macht es richtig Spaß, eine neue Spur zu ziehen. Steil (>30°) ist es nur selten, saubere Spitzkehrentechnik ist dennoch von Vorteil.


Die letzten Meter sind abgeblasen und stellenweise schauen Steine heraus, dann stehen wir auf dem 2.570 Meter hohen Gipfel.

Abfahrt ins Fotschertal
Auf der Ostseite des Fotscher Windegg bieten sich verschiedene Abfahrtsmöglichkeiten an. Je nach Lawinengefahr findet man sanft geneigte Hänge, aber auch steilere Passagen.


Im Endeffekt kommt man entweder zur Seigesalm oder zur Almindalm. Von dort führen jeweils Forststraßen bis ins Tal zur Rodelbahn. In unserem Fall gab es schon einige apere Stellen, den Großteil konnten wir aber auf Ski zurücklegen.

Heimreise
Die Rodelbahn endet beim Wanderparkplatz Eisbrücke. Hier fährt unter der Woche der Bus 460T, mit dem man nach Grinzens kommt, wo man in den Bus 404 nach Innsbruck umsteigen kann. Am Wochenende (oder wenn man wie wir den Bus 460T knapp verpasst) muss man zusätzlich etwa eineinhalb Kilometer bis zur Haltestelle Sellrain Gh Neuwirt zu Fuß gehen (siehe GPX-Track).



