Nachdem die Skitour über die Daunscharte auf den Daunkopf 2024 so gut funktioniert hat, haben wir das Gebiet um die Amberger Hütte im Jahr 2025 wieder aufgesucht. Unser ursprüngliches Ziel, die Schrankogel NO-Flanke, haben wir nicht befahren, Ersatzziel war der Schrankarkopf, der Wintergipfel des Schrankarkogels.
Die Talstation des Stubaier Gletscherskigebiets erreicht man mit dem Linienbus 590 in gut einer Stunde ab Innsbruck. Zur Daunscharte gelangen wir bequem mit Seilbahnunterstützung. Ein Tourengeher:innenticket kostet für Erwachsene 40,70€ (Stand 2026).
Aufstieg zur Daunscharte und Abfahrt zur Amberger Hütte
Der Daunscharten-Schlepplift endet nicht direkt auf der Scharte, etwa 50 Höhenmeter trennen uns noch davon. Der kurze Aufstieg ist steil (circa 35°) und kann entweder stapfend oder mit Spitzkehren überwunden werden. Die Abfahrt auf der anderen Seite der Scharte ist mit bis zu 40° nochmals etwas steiler. Da die großen Schneemengen im Winter 2024/25 ausbleiben, steigen wir vor der Abfahrt die ersten Meter mithilfe eines Fixseils im felsigen Gebiet ab. Im Jahr davor konnten wir direkt von der Scharte einfahren. Hat man das kurze Steilstück überwunden, wartet eine flache Passage über den Sulztalferner.


Wir überqueren den Sulztalferner und fahren auf dessen Westseite Richtung Amberger Hütte ab.
Achtung: Man befindet sich im hochalpinen, vergletscherten Gelände. Im Winter muss man sich zusätzlich zur Lawinengefahr auch der Spaltensturzgefahr bewusst sein!

Am Talboden angekommen fellen wir auf und starten den Aufstieg zum Schrankogel.

Der Aufstieg führt durch von Gletscherschliff geprägtes, kupiertes Gelände. Vor allem in schneearmen Wintern schauen einige Steine hervor, hier sollte man besonders in der Abfahrt vorsichtig sein. Die aktuellen Verhältnisse kann man vorab mithilfe der Foto-Webcam „Wannenkogel“ gut einschätzen.
Nach 700 Höhenmetern Anstieg betreten wir mit dem Schwarzenbergferner erneut vergletschertes Gelände.


Der Normalweg auf den Schrankogel verläuft über dessen Ostgrat. Unser ursprüngliches Ziel ist aber der steilere Anstieg über die Nordostflanke.

Wir gehen auf die Nordostflanke zu, realisieren jedoch bald, dass ein Aufstieg durch die bis zu 50° steile Flanke heute (aus unserer Sicht) nicht sinnvoll ist: Es liegt wenig Schnee und die Lawinensituation passt für uns nicht hundertprozentig.

Ein Ersatzziel ist schnell gefunden, wir steuern auf eine Erhebung zwischen Schrankogel und Schrankarkogel zu. In anderen Berichten wird dieser „Gipfel“ oft Schrankarkopf genannt, in meiner Karte ist er nicht eingezeichnet.

Die Kuppe dient in unserem Fall nicht nur als netter Ersatzgipfel, sondern auch als relevanter Punkt für die Heimreise. Hier haben wir nämlich nach etwas Suchen Handyempfang, wodurch wir die Heimfahrt mit dem Anrufsammeltaxi 325T voranmelden können.
Wenn man auf Nummer Sicher gehen will, sollte man das Ruftaxi bereits vor der Tour buchen! Wir bevorzugen die Flexibilität, die uns die spontane Fahrtanmeldung bis 1 Stunde vor Abfahrt bietet, das ist aber definitiv mit etwas Risiko verbunden.

Die Abfahrt bis zur Amberger Hütte verläuft entlang des Aufstiegsweges. Die Schneebedingungen lassen zu wünschen übrig, dennoch können wir einige Passagen genießen.

Die Amberger Hütte hat während der Skitourensaison geöffnet. Nach der Abfahrt bietet sich deshalb eine Einkehr an. Hier kann man etwaige Wartezeiten auf das zuvor bestellte AST überbrücken. Von der Hütte fahren wir über eine Forststraße bzw. Rodelbahn nach Gries im Sulztal. Nach kurzer Wartezeit kommt bereits das Ruftaxi und bringt uns nach Längenfeld im Ötztal (mit VVT-Netzkarte kostenlos).





