Schon lange hatte ich vor einmal aufs Kraubatheck zu wandern, aber gestört hat mich immer, dass es eigendlich nur einen passenden Weg (über den Berglasteig) von Kraubath aus aufs Kraubatheck gibt. Zwei mal den gleichen Weg beim Aufstieg und Abstieg ist für mich keine Option, also beschloss ich eine Überschreitung zu planen. Diesmal habe ich mich für den Abstieg übers Steineck nach Traboch entschlossen.
Von Graz ist man mit dem Zug, einmal umsteigen in Bruck/Mur, relativ schnell in Kraubath an der Mur.

Gestartet bin ich an diesem herbstlichen Tag noch im Nebel. Zunächst habe ich den Weg vom Bahnhof bis ins Ortzentrum von Kraubath zurückgelegt, vorbei an Bäckerei, Gemeindeamt, Lebensmittelmarkt und Pfarrkirche. Ein kurzer Besuch der Pfarrkirche lohnt sich, bevor es auf der Dorfstraße weitergeht. Wir befinden uns bereits auf dem Wanderweg Nr. 4, der ab dem Ortszentrum relativ gut markiert ist.


Linkerhand schlängelt sich der Kraubathbach das Tal hinunter.

Nach etwa 2 Kilometern biege ich scharf ab in den Kraubatheckweg (Am Kraubatheck). Hier wechselt der Belag von Asphalt auf Schotter. Um die Kurve fällt einem gleich Anfangs ein Altes Gemäuer oberhalb des Weges auf, es handelt sich um den alten Soldatenfriedhof zu dem ein noch erkennbar Pfad am Ende der Kurve führt.

Dieser scheint aber schon länger in Vergessenheit geraten zu sein. Nun folge ich für 1,4 Kilometer dem Forstweg, begleitet vom Rauschen des Rammlerbaches und an einem Gehöft mit Viehweide, bevor ich zum Beginn des Berglasteiges komme, der bis auf den oberen Teil sehr gut markiert ist.

Die nächsten 2 Kilometer geht es kontinuierlich bergauf, meist durch Fichtenwälder, die eine oder andere Forststraße querend, einmal vorbei an einem Gehöft „Stoibar“ mit Weide, wo auch Verpflegung angeboten wird, aber wahrscheinlich nur an Wochenenden.

Dann öffnet sich der Wald für die Hoferalm und nach weiteren 600 Metern lasse ich diese wieder hinter mir und steht vor der Wahl ob ich weiter über den Berglasteig aufsteige oder über die Stegmoaralm.

Ich habe Ersteres gewählt. Die nächsten 300 Meter hinauf zum Kraubatheck sind steil (Höhenunterschied ca. 100 Meter), dann schwenke ich nach Westen in die Forststraße (auch wenn sich eine Fortsetzung des Steiges im direkten Weg zu Halterhütte andeutet). Die Route über den Forstweg lohnt sich für die schöne Aussicht hinunter nach St. Michael und die Berge rundum, auch Bankerln und eine kleine Kapelle werden wir antreffen.

Die nächsten 700 Meter geht es wieder in östliche Richtung auf einem Forstweg bis zur Halterhütte (hier weiden im Sommer Pferde). Wir befinden uns jetzt im NSGa21 Naturschutzgebiet Niedere Tauern Ostausläufer.


Nach weiteren 300 m mit geringer Steigung öffnet sich die Lichtung zum Gipfelkreuz (1.474 Meter). Bankerln laden ein zum Rasten ein, bevor man den Weg fortsetzt.

Hinunter lasse ich zunächst wieder die Halterhütte hinter mir, folge derselben Forststraße nach Osten, biege dann aber scharf nach Norden ab und gelange über ein kurzes Steigerl auf die darunterliegende Fortstraße. Ab jetzt gibt es bis zum Fuße des Steinecks – die nächsten 5,6 Kilometer vorbei an Hennerkogel und Hammerschlag – keine Markierungen. Es erwartet uns eine panoramareiche Forststraße meist in Begleitung des nördlich gelegenen Gößecks. Um den Überblick nicht zu verlieren ist jetzt meine Karten-App unabdingbar.
Am Fuße des Steinecks steht unübersehbar eine Tafel „Weiglmoar Steineck“ und zeigt den Steig aufs Steineck an.

Über den Leimsattel sollte man nach 700 Metern den Gipfel des Steinecks erreichen. Ich musste an diesem Tag den unteren Teil des Steiges auf Grund von Forstarbeiten umgehen. Beim Gipfelkreuz (1.297 Meter) bietet sich eine kurze Rast an, von hier hat man die Wahl auch Richtung Kammern abzusteigen.

Ich wähle aber den Pfad über die Weiglmoaralm (ca. 2 Kilometer vom Gipfel) nach Traboch. Vor der Weiglmoaralm öffnet sich das Panorama am „Ochsenboden“ und bis hierher ist der Weg sehr gut markiert. Auf der Weiglmoaralm ist eine kurze Einkehr (allerdings nur Getränke) möglich.


Der Abstieg nach Traboch ist im oberen Teil kaum markiert und dann provisorisch, aber mit Karte und GPX-Track bin ich auf der sicheren Seite und der gute Zustand des Weges (Pfade, Hohlwegem Forstwege) überrascht mich und es stellt sich die Frage warum es keinen offiziellen Wanderweg bis nach Traboch gibt.


Nach 5,6 Kilometern komme ich in Traboch an. Die provisorische Markierung im unteren Teil führt einem auf dem letzten Stück zur Autobahn eher nach Timmerdorf, was aber keinen großen Umweg macht. Ich habe dann den Weg südlich der Autobahn nach Traboch gewählt und nach einem Besuch der Pfarrkirche bin ich bei der Haltstelle Traboch Dorfweg angekommen.

Dort bin ich in den X81 nach Graz gestiegen. Ich habe an diesem Tag rund 6 Stunden mit Pausen für die Wanderung gebraucht, bin aber doch sehr flott gegangen.




