Tageswanderung Hochschneeberg

Über den Fadensteig und ausgesetzte Stellen sowie die ein oder andere Kletterei. Foto: Linda Prähauser

Ist es (mir) möglich, den Hochschneeberg ohne Bergbahnen innerhalb einer Tageswanderung zu erklimmen? Eine Frage, die ich mir schon oft gestellt habe. Als Wissenschaftlerin versuche ich Fragen stets mit Experimenten zu beantworten und so wollte ich auch dieser Frage nachgehen und sie mit einem möglichst geplanten (Selbst-)Experiment beantworten. Ohne hier jetzt einen wissenschaftlichen Artikel zu schreiben, kann ich die Frage mit JA beantworten. Es ist möglich den Hochschneeberg an einem Tag von Puchberg über die Dürre Leiten, die Edelweißhütte, den Fadensteig und schließlich das Klosterwappen zu besteigen und anschließen nach Payerbach über das Damböckhaus, den Emmysteig, das Alpleck und den Lakabodengraben abzusteigen. Die Tour ist mit einer Länge von 26 Kilometern und etwa 1.500 Höhenmeter durchaus anspruchsvoll. Zudem fordert der Weg teils Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Übung (vorallem am Fadensteig und Emmysteig).

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Insgesamt habe ich etwa 9,5 Stunden für die Wanderung gebraucht, wobei ich die Tour genossen und viele kleinere Pausen eingelegt habe, sowie einmal kurz auf ein Soda-Hollunder in der Edelweißhütte eingekehrt bin. Es ging für mich mit den CJX 9 um kurz nach 6:30 Uhr von Wien Floridsdorf nach Wr. Neustadt, wo ich in den R 98 umgestiegen und pünktlich um 8:24 Uhr am Bahnhof Puchberg am Schneeberg angekommen bin. Zurück nach Wien gings dann um 17:57 Uhr von Payerbach-Reichenau mit den CJX 9.

Aufstieg Hochschneeberg/Klosterwappen

Die Tour startet direkt am Bhf Puchberg am Schneeberg. Von dort geht es erstmal neben der Bahn und schließlich über die Schneebergbahn entlang des Sebastianbaches (alles noch sehr gemütlich). Ich folge von Anfang an der Beschilderung zur Mamauwiese und bleibe am markierten Weg, welcher mich durch Wiesen, kleine Dörfer und schließlich in den Wald führt. Langsam gehts bergauf und nach knapp 1,5 Stunden komme ich quasi an der Mamauwiese an, wobei es nicht über die Wiese geht, sondern direkt davor hinauf auf die Dürre Leiten und zur Edelweißhütte.

Ein gemütlicher Tourenstart vom Bahnhof Puchberg am Schneeberg entlang des Sebastianbaches (hier geht es den rechten Weg entlang). Foto: Linda Prähauser
Ein gemütlicher Tourenstart vom Bahnhof Puchberg am Schneeberg entlang des Sebastianbaches (hier geht es den rechten Weg entlang). Foto: Linda Prähauser
Hier geht es also heute noch hin… Foto: Linda Prähauser
Hier geht es also heute noch hin… Foto: Linda Prähauser
Ankunft bei der Mamauwiese. Foto: Linda Prähauser
Ankunft bei der Mamauwiese. Foto: Linda Prähauser

Nach etwa einer weiteren Stunde komme ich bei der Edelweißhütte an und gönn mir ein Hollundersoda und lass meine Wasserflaschen auffüllen (der Brunnen hinter der Hütte war abgedreht – auffüllen kostet 1€). Jetzt gehts hinauf auf den Hochschneeberg. Über den Fadensteig beginnt der anspruchsvolle Aufstieg inkl. einiger Kletterein, ausgesetzten Stellen und viel Geröll. Hier ist Konzentration und Trittsicherheit gefragt. Nach etwa 1 Stunde wird der Weg wieder leichter und auf den letzten Höhenmetern geht es bei starkem Wind über das Hochschneeberg-Plateau, vorbei an der Fischerhütte und schließlich zum Klosterwappen, wo ich nach etwa einer weiteren Stunde ankomme (nach gesamt 4,5 Stunden wandern). Hier genieße ich eine längere Pause, meine mitgebrachte Jause und natürlich die Aussicht.

Aufstieg zur Dürren Leiten durch den Wald. Foto: Linda Prähauser
Aufstieg zur Dürren Leiten durch den Wald. Foto: Linda Prähauser
Die Edelweißhütte vor meinen Augen. Foto: Linda Prähauser
Die Edelweißhütte vor meinen Augen. Foto: Linda Prähauser
Blick über den Fadensteig. Foto: Linda Prähauser
Blick über den Fadensteig. Foto: Linda Prähauser
Über den Fadensteig und ausgesetzte Stellen sowie die ein oder andere Kletterei. Foto: Linda Prähauser
Über den Fadensteig und ausgesetzte Stellen sowie die ein oder andere Kletterei. Foto: Linda Prähauser
Ankunft am Hochschneeberg – den Fadensteig habe ich hinter mir. Foto: Linda Prähauser
Ankunft am Hochschneeberg – den Fadensteig habe ich hinter mir. Foto: Linda Prähauser
Vorbei an der Fischerhütte Richtung Klosterwappen. Foto: Linda Prähauser
Vorbei an der Fischerhütte Richtung Klosterwappen. Foto: Linda Prähauser
Ankunft am höchsten Punkt Niederösterreichs und Blick Richtung Wien. Foto: Linda Prähauser
Ankunft am höchsten Punkt Niederösterreichs und Blick Richtung Wien. Foto: Linda Prähauser

Abstieg nach Payerbach

Nach meiner Pause geht es über den Gelb markierten Weg (sichtbar von oben) quasi hinter der Funkstation bergab Richting Damböckhaus. Etwa 500 Meter nach dem Damböckhaus folge ich der Markierung nach rechts auf den fast unscheinbaren Emmysteig (Ausgeschildert mit „nur für Geübte“). Mit Blick auf die Rax und den Krummbachstein steige ich über den Steig zum Krummbachsattel bergab.

Nach dem ersten Abstieg blicke ich zurück auf die Fischerhütte und den Gipfel. Foto: Linda Prähauser
Nach dem ersten Abstieg blicke ich zurück auf die Fischerhütte und den Gipfel. Foto: Linda Prähauser
Über den Emmysteig geht es bergab zum Krummbachsattel – Krummbachstein (links) und Rax (rechts) immer im Blick. Foto: Linda Prähauser
Über den Emmysteig geht es bergab zum Krummbachsattel – Krummbachstein (links) und Rax (rechts) immer im Blick. Foto: Linda Prähauser
Ankunft am Krummbachsattel. Foto: Linda Prähauser
Ankunft am Krummbachsattel. Foto: Linda Prähauser

Am Krummbachsattel angekommen geht es für rund 2 Kilometer über eine sehr gemütliche Forststraße zum Alpleck. Am Alpleck folge ich der Markierung nach Reichenau über den Lakabodengraben und es geht kurz nach dem Alpleck von der Forststraße herab auf einen kleinen Waldpfad. Über den Lakaboden geht es kurz darauf in den Märchenhaften und wunderschön kühlen Lakabodengraben, welcher nach etwa 3 km in der Eng mündet. Über die Eng und den Mariensteig geht es immer weiter Richtung Payerbach und nach nicht ganz 9 Stunden wandern komme ich in über den Schneebergweg in Schneedörfl an. Jetzt weiß ich, dass es nicht mehr weit zum Bahnhof ist. Es geht auf der Straße durchs Dorf durch entlang der Markierung zum Bahnhof Payerbach-Reichenau und kurz nach 17:30 Uhr erreiche in den Bahnhof – das Ziel der Tour.

Über eine gemütliche Forststraße geht es vom Krummbachsattel zum Alplkreuz. Foto: Linda Prähauser
Über eine gemütliche Forststraße geht es vom Krummbachsattel zum Alplkreuz. Foto: Linda Prähauser
Ich folge dem Waldpfad zum Lakaboden. Foto: Linda Prähauser
Ich folge dem Waldpfad zum Lakaboden. Foto: Linda Prähauser
Über den Lakaboden weiter Richtung Payerbach. Foto: Linda Prähauser
Über den Lakaboden weiter Richtung Payerbach. Foto: Linda Prähauser
Es geht durch einen malerischen Wald in den Lakabodengraben. Foto: Linda Prähauser
Es geht durch einen malerischen Wald in den Lakabodengraben. Foto: Linda Prähauser
Meine letzte Pause im Schatten in der Eng. Foto: Linda Prähauser
Meine letzte Pause im Schatten in der Eng. Foto: Linda Prähauser
Am Mariensteig mit Blick auf den Sonnwendstein. Foto: Linda Prähauser
Am Mariensteig mit Blick auf den Sonnwendstein. Foto: Linda Prähauser
Die letzten Meter durch Schneedörfl zum Bahnhof Payerbach-Reichenau. Foto: Linda Prähauser
Die letzten Meter durch Schneedörfl zum Bahnhof Payerbach-Reichenau. Foto: Linda Prähauser

Fazit

Für mich ein 100% gelungenes Experiment! Die Tour ist anstrengend, anspruchsvoll, facettenreich, spektakulär, aussichtsreich, abenteuerlich und auf irgendeine Art und Weise auch erholsam. Meine Motivation und durchaus auch mein Durchhaltevermögen haben mich immer weiter gehen lassen und am Ende das Tages war ich fast traurig, dass es schon vorbei ist. Da der Weg anspruchsvolle, steile und teils ausgesetzte Stellen hat, ist die Wanderung etwas für Geübte und sollte nicht unterschätzt werden. Es gibt einige Einkehrmöglichkeiten und gemütliche Pausenplätzchen am Weg. Am Plateau des Hochschneebergs war es zur Zeit meiner Wanderung extrem windig und dadurch auch ziemlich kalt, aber ich konnte meine Jause trotzdem am höchsten Punkt genießen. Ich freue mich bereits jetzt schon darauf die Wanderung spätestens nächstes Jahr zu wiederholen, wobei ich jetzt – eine Woche später – schon wieder größte Lust hätte mich auf den Weg zu machen. 

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   9:30 Std Wandern   1.500 HM   1.600 HM   26 km   GPX Track

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