Diese einsame, aussichtsreiche Runde führt über teilweise unmarkierte Wege auf den Hohen Hengst. Sie passt gut in den Herbst und ins Frühjahr und ist auch an schneelosen Wintertagen gut machbar. Mir hat eine Navigationsapp am Handy geholfen, die richtigen Abkürzer zu finden, weil mir der Aufstieg auf der Forststraße alleine zu langweilig war. Inspiriert hat mich die längere Tour von Silvia Henglmüller mit gleichem Aufstiegsweg. Danke an Silvia :-).
Aufstieg zum Hohen Hengst
Ich fahre mit der Puchberger Bahn von Wiener Neustadt bis zur Endstation in Puchberg. Meine Wanderung beginnt entlang der Schienen der Schneebergbahn direkt am Bahnhof. Dem Bahnwanderweg folge ich bis zur Haltestelle Hengsttal. Dort verlasse ich nun den Bahnwanderweg und folge der Straße nach Schneebergdörfel.

Nach kurzer Zeit erreiche ich eine unmarkierte Abzweigung (Forststraße), die zunächst die Zufahrt zu einem Privathaus, aber auch der Beginn des Aufstiegswegs zum Hengst bildet.

Weiter bis zum Kleinen Sattel (blau markiert). Dieser blau markierte Weg führt in den Rohrbachgraben und wieder zur Schneebergbahn hinunter, deshalb verlasse ich ihn direkt beim Sattel und wandere weiter Richtung Gipfel.

Nach einem Waldwegstück geht es weiter über eine Forststraße. Manchmal zeigen Steinmännchen oder Trittspuren Abkürzer an. Habe fast alle ausprobiert. Sie enden meist irgendwo im Wald, manchmal finde ich kleine rote Punkte auf Steinen als Markierungen. Manchmal gar nix. Da ich damit nur die Kehren abkürze, erspare ich mir zwar eine Wegstrecke, aber dafür keine Kraft, weil steil.

Belohnt wird man schon im Aufstieg mit spektakulären Blicken ins Puchberger Becken.

Am Ende bleibe ich auf der Forststraße, die sich dann in einer letzten Kehre vor dem Gipfelplateau nach links wendet. Im Spitz der Kehre führt ein Weg nach rechts in den Wald – den nehmen – nicht markiert. Über eine Wiese weiter hinauf – mit herrlichem Blick auf den Schneeberg. Man kann auf diesem Pfad links oder rechts vom Kleinen Hengst (flache Kuppe im Wald) vorbei zum Großen Sattel gehen.

Wenn man wie ich rechts vorbei geht, gelangt man auf eine Forststraße, die nicht weiter auf den Hohen Hengst führt, sondern irgendwie ins Schneebergdörfl. Deshalb muss ich beim Großen Sattel nach links, kurz weglos durch den Wald über den Bergrücken aka Niederer Hengst zum Wanderweg auf der anderen Seite. Dieser offenbart dann gleich den steilen Aufstieg zum Gipfelplateau des Hohen Hengsts (1.450 Meter). Der Steig führt durch hohes Gras und ist nicht markiert.

Oben angelangt mache ich Rast und präge mir die Wände des Waxriegels, den Fadensattel, den Verlauf der Schneebergbahn und noch viele andere prominente Wanderziele ein. (Titelbild)

Abstieg übers Mieseltal
Ein überraschend steiler und leicht felsiger Weg führt vom Gipfel hinunter und kommt direkt über dem Adolf-Kögler-Haus am Kaltwassersattel an. Bis etwa Mitte November ist die Hütte an den Wochenenden einfach bewirtschaftet.

Leider bin ich da schon zu spät dran. Bevor ich nach Schneebergdörfl absteige, darf ich noch einen vorbeirollenden Salamander bewundern. Nettes Timing.


Dann geht’s über einen recht steilen markierten Steig hinab ins Mieseltal (T2). Ich hüpfe konzentriert von Stein zu Stein und wandere dann zum Erholen gemütlicher auf dem Forstweg entlang eines Bachs aus dem Wald hinaus.

Das Schneebergdörfl liegt malerisch unter den Schneebergwänden mit entsprechend schöner Aussicht. Die Runde in die andere Richtung zu gehen, ist deshalb sicher auch attraktiv.

In der kleinen Ortschaft finde ich einen Wegweiser für den Fußweg nach Puchberg, dem folge ich und erreiche bald den Bahnhof in Puchberg. Wer Lust hat, kann noch im Parkcafé einkehren und sich an den riesigen Kuchenportionen erfreuen. Die machen leider gerade Urlaub und deshalb begnüge ich mich mit einem Wegbier aus dem Bahnhofbeisl.

