Hengstwegrunde im Schneebergland

Diese einsame, aussichtsreiche Runde führt über teilweise unmarkierte Wege auf den Hohen Hengst. Sie passt gut in den Herbst und ins Frühjahr und ist auch an schneelosen Wintertagen gut machbar. Mir hat eine Navigationsapp am Handy geholfen, die richtigen Abkürzer zu finden, weil mir der Aufstieg auf der Forststraße alleine zu langweilig war. Inspiriert hat mich die längere Tour von Silvia Henglmüller mit gleichem Aufstiegsweg. Danke an Silvia :-).

Aufstieg zum Hohen Hengst

Ich fahre mit der Puchberger Bahn von Wiener Neustadt bis zur Endstation in Puchberg. Meine Wanderung beginnt entlang der Schienen der Schneebergbahn direkt am Bahnhof. Dem Bahnwanderweg folge ich bis zur Haltestelle Hengsttal. Dort verlasse ich nun den Bahnwanderweg und folge der Straße nach Schneebergdörfel.

Birkenallee nach Schneebergdörfl. Foto Veronika Schöll
Birkenallee nach Schneebergdörfl. Foto Veronika Schöll

Nach kurzer Zeit erreiche ich eine unmarkierte Abzweigung (Forststraße), die zunächst die Zufahrt zu einem Privathaus, aber auch der Beginn des Aufstiegswegs zum Hengst bildet.

Abzweiger beim gelben Briefkasten. Foto Veronika Schöll
Abzweiger beim gelben Briefkasten. Foto Veronika Schöll

Weiter bis zum Kleinen Sattel (blau markiert). Dieser blau markierte Weg führt in den Rohrbachgraben und wieder zur Schneebergbahn hinunter, deshalb verlasse ich ihn direkt beim Sattel und wandere weiter Richtung Gipfel.

Am Kleinen Sattel rechts hinauf in den Wald! Foto Veronika Schöll
Am Kleinen Sattel rechts hinauf in den Wald! Foto Veronika Schöll

Nach einem Waldwegstück geht es weiter über eine Forststraße. Manchmal zeigen Steinmännchen oder Trittspuren Abkürzer an. Habe fast alle ausprobiert. Sie enden meist irgendwo im Wald, manchmal finde ich kleine rote Punkte auf Steinen als Markierungen. Manchmal gar nix. Da ich damit nur die Kehren abkürze, erspare ich mir zwar eine Wegstrecke, aber dafür keine Kraft, weil steil.

Markierter Shortcut. Foto Veronika Schöll
Markierter Shortcut. Foto Veronika Schöll

Belohnt wird man schon im Aufstieg mit spektakulären Blicken ins Puchberger Becken.

Schöne Aussicht ins Puchberger Becken und zur Hohen Wand. Foto Veronika Schöll
Schöne Aussicht ins Puchberger Becken und zur Hohen Wand. Foto Veronika Schöll

Am Ende bleibe ich auf der Forststraße, die sich dann in einer letzten Kehre vor dem Gipfelplateau nach links wendet. Im Spitz der Kehre führt ein Weg nach rechts in den Wald – den nehmen – nicht markiert. Über eine Wiese weiter hinauf – mit herrlichem Blick auf den Schneeberg. Man kann auf diesem Pfad links oder rechts vom Kleinen Hengst (flache Kuppe im Wald) vorbei zum Großen Sattel gehen.

Wiesenpfad Richtung Niederer Hengst Foto Veronika Schöll
Wiesenpfad Richtung Niederer Hengst Foto Veronika Schöll

Wenn man wie ich rechts vorbei geht, gelangt man auf eine Forststraße, die nicht weiter auf den Hohen Hengst führt, sondern irgendwie ins Schneebergdörfl. Deshalb muss ich beim Großen Sattel nach links, kurz weglos durch den Wald über den Bergrücken aka Niederer Hengst zum Wanderweg auf der anderen Seite. Dieser offenbart dann gleich den steilen Aufstieg zum Gipfelplateau des Hohen Hengsts (1.450 Meter). Der Steig führt durch hohes Gras und ist nicht markiert.

Rückblick: Aufstiegsweg hoher Hengst. Foto Veronika Schöll
Rückblick: Aufstiegsweg Hoher Hengst. Foto Veronika Schöll

Oben angelangt mache ich Rast und präge mir die Wände des Waxriegels, den Fadensattel, den Verlauf der Schneebergbahn und noch viele andere prominente Wanderziele ein. (Titelbild)

DIY Gipfelkreuz am Hohen Hengst. Foto Veronika Schöll
DIY Gipfelkreuz am Hohen Hengst. Foto Veronika Schöll

Abstieg übers Mieseltal

Ein überraschend steiler und leicht felsiger Weg führt vom Gipfel hinunter und kommt direkt über dem Adolf-Kögler-Haus am Kaltwassersattel an. Bis etwa Mitte November ist die Hütte an den Wochenenden einfach bewirtschaftet.

Steig vom Hengst zum Kaltwassersattel. Foto Veronika Schöll
Steig vom Hengst zum Kaltwassersattel. Foto Veronika Schöll

Leider bin ich da schon zu spät dran. Bevor ich nach Schneebergdörfl absteige, darf ich noch einen vorbeirollenden Salamander bewundern. Nettes Timing.

Dann geht’s über einen recht steilen markierten Steig hinab ins Mieseltal (T2). Ich hüpfe konzentriert von Stein zu Stein und wandere dann zum Erholen gemütlicher auf dem Forstweg entlang eines Bachs aus dem Wald hinaus.

Über Stock und Stein ins Mieseltal. Foto Veronika Schöll
Über Stock und Stein ins Mieseltal. Foto Veronika Schöll

Das Schneebergdörfl liegt malerisch unter den Schneebergwänden mit entsprechend schöner Aussicht. Die Runde in die andere Richtung zu gehen, ist deshalb sicher auch attraktiv.

Malerischer Weg nach Schneebergdörfl. Foto Veronika Schöll
Malerischer Weg nach Schneebergdörfl. Foto Veronika Schöll

In der kleinen Ortschaft finde ich einen Wegweiser für den Fußweg nach Puchberg, dem folge ich und erreiche bald den Bahnhof in Puchberg. Wer Lust hat, kann noch im Parkcafé einkehren und sich an den riesigen Kuchenportionen erfreuen. Die machen leider gerade Urlaub und deshalb begnüge ich mich mit einem Wegbier aus dem Bahnhofbeisl.

Am Fussweg nach Puchberg, ein letzter Blick zurück. Foto Veronika Schöll
Am Fussweg nach Puchberg, ein letzter Blick zurück. Foto Veronika Schöll

Tourdaten

Die Route in Zahlen:   6:00 Std Wandern   900 HM   900 HM   17 km   GPX Track

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert